Basketball-EM:Große Namen

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Basketball-EM: Führte Spanien gegen Litauen in der Verlängerung zum Sieg: Lorenzo Brown.

Führte Spanien gegen Litauen in der Verlängerung zum Sieg: Lorenzo Brown.

(Foto: Michael Sohn/AP)

Es sind vor allem die Spieler aus der NBA, die im Turnier beeindrucken. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass der europäische Basketball immer besser wird.

Von Ralf Tögel, Berlin

Luka Doncic natürlich. Oder Rudy Gobert. Und Dennis Schröder. Es sind die großen Namen der Spieler aus der nordamerikanischen Eliteliga NBA, die dem EM-Turnier bislang den Stempel aufgedrückt haben. Slowenien profitiert in schöner Regelmäßigkeit von seinem Ausnahmespieler, Doncic ist es dabei erstmals seit 30 Jahren gelungen, in drei aufeinanderfolgenden Spielen mehr als 30 Punkte zu erzielen. Bei Frankreich war es Gobert, Center der Minnesota Timberwolves, der sein Team mit 20 Punkten und 17 Rebounds ins Viertelfinale führte. Spieler also, die Millionen in der NBA verdienen, sich dennoch in den Dienst ihres Nationalteams stellen - und auf angesichts der extrem fordernden Spielzeit in Übersee eigentlich dringend benötigte Erholungstage verzichten.

Das Weiterkommen von Frankreich und Slowenien ist der wohl letzte Beweis, dass sich das deutsche Team, das bekanntlich von Dennis Schröder angeführt wird, in der schwersten Vorrundengruppe durchgesetzt hat. Fast hätten die Litauer den kompletten Triumph der Gruppe B perfekt gemacht, aber die Balten scheiterten an Weltmeister Spanien, nach Verlängerung. In beiden Teams wirken selbstredend NBA-Profis mit, bei Litauen ist es das Center-Duo Jonas Valanciunas und Domantas Sabonis, die genannten "litauischen Twin Towers". In einem nervenaufreibenden Spiel lag Litauen meist vorne, ehe sich die Spanier, die in den Hernangomez-Brüdern Willy und Juancho sowie Usman Garuba drei Spieler aus der NBA in ihren Reihen haben, in der Schlussphase einen Vorsprung erarbeiteten.

Mit der Schlusssirene glich Litauen aus, in der Verlängerung war es Lorenzo Brown auf Seiten der Iberer, der das Spiel entschied. Der gebürtige US-Amerikaner, der 28 Punkte beisteuerte, war im Eilverfahren eingebürgert worden, was von spanischen Basketball-Größen wie Rudy Fernandez nicht gerade goutiert wurde. So nehme man eigenen Talenten Plätze im Team und die Möglichkeit, sich auf höchster europäischer Ebene zu profilieren.

Brown ist ebenfalls in der NBA groß geworden, tingelte danach aber durch verschiedene Topklubs in Europa und spielt nun für den israelischen Euroleague-Klub Maccabi Tel Aviv. Auch das ist eine Erkenntnis dieser kontinentalen Titelkämpfe: Das Gros der Akteure aus den für das Viertelfinale qualifizierten Teams gehen für Euroleague-Vereine zu Werke. Die europäische Eliteliga, ähnlich der Champions League im Fußball, ist mittlerweile in einem ligaähnlichen Spielbetrieb organisiert. Was für die Spieler, die auch in den nationalen Ligen gefordert sind, bedeutet, dass 80 Saisonspiele keine Seltenheit sind - wie in der NBA.

Das Niveau des europäischen Basketballs hat sich dadurch signifikant verbessert, bestes Indiz ist die Tatsache, dass immer mehr europäische Spieler in die NBA wechseln - und nun bei diesem EM-Turnier zu sehen sind. Wie gut die europäischen NBA-Spieler sind, zeigt allein, dass dort in den vergangenen vier Spielzeiten stets Europäer zum wertvollsten Spieler gewählt wurden: Zweimal war es der Grieche Giannis Antetokounmpo und zuletzt zweimal der Serbe Nikola Jokic. Beide stehen derzeit in Berlin bei der EM auf dem Parkett.

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