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Basketball:Münchens Redding würgte seinen Berliner Gegenspieler Saibou fast

Was er hauptsächlich auf den körperlichen Zustand bezog, wirkte sich auch in den Köpfen der Spieler aus. Die Ermattung führte dazu, dass vor allem Reggie Redding überreagierte. Der Amerikaner, der einst für Alba auflief, ist eigentlich ein besonnener Spieler, einer der prägenden Figuren auf dem Parkett, aber gegen Ende des dritten Viertels ließ er sich von seinem Berliner Gegenspieler Joshiko Saibou so provozieren, dass er diesem zunächst mit der rechten Hand ins Gesicht wischte, um ihn anschließend mit beiden Händen fast zu würgen. Saibou wehrte sich, indem er sich gewaltsam mit der Schulter losriss.

Da der Bayern-Profi Devin Booker von der Bank aus unerlaubt aufs Spielfeld rannte, um beschwichtigend einzugreifen, wurde er wie die Streithähne ebenfalls mit einer Disqualifikation bestraft, alle drei durften nicht mehr mitspielen. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel noch ausgeglichen, Alba führte mit vier Punkten (52:48), aber die Hinausstellung seiner wichtigsten Spieler konnte München angesichts des Kräfteverschleißes nicht mehr ausgleichen, Alba siegte, ohne sich verausgaben zu müssen.

"Nur wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir unsere Ziele erreichen"

Es wird nun spannend zu beobachten sein, wie die Münchner Profis mit der neuen Situation umgehen, es ist das erste Mal in dieser Saison, dass Trainer Djordjevic drei Niederlage in Serie zu moderieren hat. Er gibt seinen Spielern erst einmal zwei Tage frei, sie sollen durchschnaufen, regenerieren - und sie sollen zur Besinnung kommen, "denn die Spieler dürfen in so einer Partie keine Fehler machen, die sie aus der Halle verbannen", sagte er streng: "Nur wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir unsere Ziele erreichen."

Das Spiel hat gezeigt, dass auf dem Weg der Meisterschaft Alba Berlin wohl der unangenehmste Gegner werden könnte, Trainer Reneses ist es bisher vorzüglich gelungen, aus einem guten, aber nicht überragend besetzten Kader eine Mannschaft zu formen, die alles mitbringt, um den Meistertitel erringen zu können. Davon wollen sie in Berlin aber noch nichts wissen. "Wir haben die Bayern in einem richtigen Moment erwischt und sollten es deshalb nicht überbewerten", sagte Alba-Manager Marco Baldi. Auch Djordjevic möchte die drei Niederlagen nicht dramatisieren, "wir werden zurückkommen, weil wir Stolz in uns tragen", sagte der Serbe und fügte hinzu: "Für uns beginnt die Saison nun neu." Jetzt klang er trotzig.

© SZ vom 27.03.2018/schma

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