FC-Bayern-BasketballStückwerk bis zur Halbzeitpause

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Bayern-Kapitän Vladimir Lucic befindet sich im Gegensatz zu einigen Kollegen bereits in Bestform, gegen Jena war der Bayern-Kapitän mit 19 Punkten Topscorer.
Bayern-Kapitän Vladimir Lucic befindet sich im Gegensatz zu einigen Kollegen bereits in Bestform, gegen Jena war der Bayern-Kapitän mit 19 Punkten Topscorer. (Foto: Jenni Maul/Eibner/Imago)
  • Die Basketballer des FC Bayern gewinnen ihr Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen Aufsteiger Science City Jena standesgemäß mit 93:77 Punkten.
  • Wegen fehlender Vorbereitung und verletzter Spieler läuft vieles unrund, drei Europameister bleiben draußen und das Spiel gerät zunächst holprig.
  • Am Dienstag beginnt die Euroleague in Athen, wo das Zusammenspiel besser sein muss, da die Gegner mindestens gleich stark sind.
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Die Basketballer des FC Bayern schlagen Jena standesgemäß 93:77. Wegen der fehlenden Vorbereitung und verletzter Spieler läuft vieles im Spiel der Münchner unrund. Das muss schon am Dienstag besser sein, dann geht es in der Euroleague nach Athen.

Von Ralf Tögel

Die spannendste Frage am Freitagabend war nicht, ob die Basketballer des FC Bayern gegen Aufsteiger Science City Jena gewinnen werden. Schon eher wie hoch. Interessanter indes war, ob im Eröffnungsspiel der 60. Bundesliga-Saison der BMW Park voll sein wird, denn zeitgleich spielten die Fußballer gegen Bremen und zogen 75 000 FCB-affine Menschen in den Münchner Norden. Und dann war da ja noch dieses nicht ganz schlecht besuchte Fest auf der Theresienwiese, an dem die Freitage besonders frequentiert sind. Aber es waren auch nicht wenige Menschen in Tracht in der Halle und ja, selbige war voll. 6600 Zuschauer waren in den ausverkauften Park gekommen, der um 100 Plätze erweitert wurde, um den deutschen Meister beim Saisonstart zu sehen.

Ob der kürzlich errungene EM-Triumph der Basketballer dazu beigetragen hat, wird man wohl erst in ein paar Monaten belastbar sagen können, jedenfalls ist das Aufkommen an EM-Helden nirgends so hoch wie in München: In Andreas Obst, Justus Hollatz, Johannes Voigtmann, Leon Kratzer und Oscar da Silva spielen alle fünf BBL-Europameister für den FCB. Die wurden vor dem Spiel von ihrem Klub mit einem Mannschaftsbild, über dem Klassenfahrt 2025 stand, und einem edlen Füller geehrt. Die Spieler hatten ja stets betont, die EM sei ihnen eher wie ein Klassentreffen vorgekommen, als wie ein forderndes Turnier unter hohem Druck.

Und um die letzte offene Frage zu beantworten: Die Bayern gewannen standesgemäß mit 93:77 Punkten. Dass noch nicht alles rund lief, war ebenfalls zu erwarten, die Europameister kehrten erst zum Vorbereitungsende zurück, David McCormack und der serbische Nationalspieler Aleksa Radanov kamen erst kurz vor Saisonstart. Zudem blieben in Obst, Hollatz (beide geschont) und Voigtmann (verletzt) drei Europameister draußen. Ebenso wie die hoch veranlagten Center Wenyen Gabriel und McCormack sowie Radanov, was aber auch mit der 6+6-Regel zu tun hatte: Neben sechs Ausländern müssen in der BBL sechs deutsche Spieler im Kader stehen, ein Umstand, der auch zum Höhenflug des Nationalteams beigetragen hat. Zum Saisonstart in die Euroleague am kommenden Dienstag in Athen sind alle drei mit von der Partie, dort gibt es keine Ausländerregel, auch Obst und Hollatz werden dann spielen.

Dienstag und Donnerstag kommen in der Euroleague Gegner mit gleich großer individueller Qualität – mindestens

Entsprechend unrund geriet der Start in die Partie, der Aufsteiger spielte frech drauflos und führte nach dem ersten Viertel gar 23:21. Das Spiel der Thüringer war deutlich flüssiger, Jena war zudem bereits am Mittwoch mit einem 85:78-Sieg beim Erstligaabsteiger Crailsheim in die Spielzeit gestartet. Doch mit der Zeit verließen die Gäste die Kräfte und die Bayern kamen besser ins Spiel. Vor allem Kapitän Vladimir Lucic und Niels Giffey merkte man an, dass sie ihre internationalen Karrieren beendet haben. Beide sind topfit, der Serbe war mit 19 Punkten Topscorer, auch Weltmeister Giffey punktete zweistellig.

Spielerisch war vieles Stückwerk, zumal Trainer Gordon Herbert von der ersten Minute an viel rotierte und sogar den deutschen U19-Meistern Nikolas Sermpezis, Nicolas Kodjoe sowie Nachwuchstalent Kilian Fischer Spielzeit gönnte. Doch auf eines konnten sich die Münchner trotz fehlender Feinabstimmung einmal mehr verlassen: ihre individuelle Qualität. Der serbische Spielmacher Stefan Jovic (12) etwa, Xavier Rathan-Mayes (17), der von Real Madrid kam, Justinian Jessup (11), der bei Vizemeister Ulm eine fabelhafte Saison gespielt hatte, oder Kamar Baldwin (10), bei der EM Spielmacher von Georgien, waren immer in der Lage mit Einzelaktionen zu punkten.

Was Oscar da Silva (9) kann, weiß man spätestens seit der EM auch außerhalb von München, er leitete die Wende nach der knappen 48:47-Pausenführung mit einem krachenden Dunk nach Wiederbeginn ein, bat aber noch um Geduld: „Ich habe erst zweimal mit dem Team trainiert, in der ersten Halbzeit haben wir defensiv zu viel zugelassen, das war nach der Pause besser. Ein paar Spieler fehlen noch, deswegen wird es noch dauern, bis wir als Team zusammen sind.“ Schon am Dienstag beginnt das „Abenteuer“ Euroleague, so da Silva, bereits am Donnerstag gastiert Roter Stern Belgrad im SAP Garden (20.30 Uhr). Dann muss das Zusammenspiel besser sein, denn diese Gegner sind in Sachen individuelle Qualität mindestens gleich stark.

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