Basketball Besser auf den Ball aufpassen

Altmeister Dirk Nowitzki verpasst mit seinen Dallas Mavericks die NBA-Playoffs, seine jungen Landsleute Paul Zipser und Dennis Schröder kämpfen mit ihren Klubs hingegen noch um die Teilnahme.

Während Deutschlands bester Basketballer die Playoff-Teilnahme in der nordamerikanischen Profiliga NBA für dieses Jahr vergessen kann, kämpfen die beiden anderen Deutschen, die derzeit in den USA beschäftigt sind, weiterhin um den Einzug in die K.o.-Runde: Im direkten Duell bezwangen Paul Zipsers Chicago Bulls am Samstag die Atlanta Hawks von Dennis Schröder 106:104 und hielten sich damit auf einem der acht Playoff-Plätze in der Eastern Conference: Die Bulls sind Siebter, mit der gleichen Bilanz (37:39 Siege) wie die unmittelbar dahinter folgenden Miami Heat und Indiana Pacers. Die Hawks (39:37) auf Platz sechs können sich ihrer Sache auch noch nicht sicher sein.

Vergebens geworfen: Dirk Nowitzki (li.) ist mit den Mavericks aus dem Titelrennen ausgeschieden.

(Foto: Brandon Dill/AP)

Ganz sicher nicht dabei, wenn von Ende April an um den Meistertitel gespielt wird, sind die Dallas Mavericks von Dirk Nowitzki. Die Portland Trail Blazers glichen am Samstag mit dem 130:117 über die Phoneix Suns ihre Bilanz aus (38:38 Siege) und sorgten gleichzeitig dafür, dass sie zumindest von den Mavericks (31:44) nicht mehr von Platz acht in der West-Gruppe der NBA verdrängt werden können.

"Wir wollen noch ein paar Spiele gewinnen und mit einem guten Gefühl in den Sommer gehen", sagte Nowitzki. Der Würzburger wird im Juni 39 Jahre alt, sein Vertrag in Dallas gilt noch ein Jahr, und in seiner vermutlich letzten Saison in der NBA will er mit Sicherheit besser abschneiden als in dieser Spielzeit. Von der kann man jetzt schon sagen, dass sie die schlechteste seit seinem Debüt 1998/99 sein wird. Abgesehen von seinen ersten beiden Jahren in der NBA hatte Nowitzki bislang nur noch einmal die Playoffs verpasst, das war in der Saison 2012/13. Wie damals fiel Nowitzki auch in der laufenden Spielzeit zu Beginn wegen einer Verletzung aus; vor vier Jahren waren es Knieprobleme, diesmal Achillessehnenbeschwerden. Beide Male starteten die Mavericks schlecht in die Saison, diesmal sogar so schlecht wie nie zuvor in ihrer Geschichte - 3:14 Siege. Davon erholte sich die Mannschaft nicht mehr.

Vergebens gestreckt: Paul Zipser (li.) überwindet mit seinen Bulls Dennis Schröder und dessen Hawks.

(Foto: Nam Y. Huh/AP)

Nun hofft Dirk Nowitzki, dass die eingeleitete Verjüngung sich wenigstens im nächsten Jahr auszahlt; dass die Akteure besser eingespielt sind, und vielleicht das ein oder andere Talent dazukommt. "Die Draft wird in diesem Jahr wichtig", bekräftigt Nowitzki. Bei der jährlichen Talentauswahl dürfen die Mavericks wegen ihres frühen Ausscheidens auch früher zugreifen.

Während sich in Dallas der Fokus bereits auf die nächste Saison richtet, sind Nowitzkis Landsleute in Chicago und Atlanta noch mit der Gegenwart beschäftigt. Dabei konnte Schröder auch mit 29 Punkten die neuerliche Niederlage seines Teams nicht verhindern. Die Hawks haben nun acht der letzten zehn Partien verloren und gleiten kurz vor den Playoffs immer mehr in eine Krise hinein. Hingegen rappeln sich die Chicago Bulls nach dem Saisonaus ihres prominentesten Akteurs Dwyane Wade (Ellbogenbruch) allmählich wieder auf. Durch Wades Ausfall ist der NBA-Neuling Paul Zipser in die Startformation gerückt; gegen Atlanta rechtfertigte er das Vertrauen mit zehn Punkten und einer insgesamt soliden Leistung. Bester Mann der Bulls war jedoch Jimmy Butler, der auf 33 Zähler kam und dabei zwei Sekunden vor Schluss die entscheidenden Freiwürfe verwandelte. Zuvor hatte sich Schröder einen fatalen Ballverlust erlaubt, als er ins Aus dribbelte. "Wir müssen unsere Spielzüge in der entscheidenden Phase genauer ausführen und besser auf den Ball aufpassen", sagte der Hawks-Regisseur selbstkritisch. Ansonsten wird auch seine Playoff-Teilnahme nur von kurzer Dauer sein.