BasketballAlba entreißt den Bayern die Meisterschaft

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Im Freudentaumel: Berlins Trainer Pedro Calles und Malte Delow.
Im Freudentaumel: Berlins Trainer Pedro Calles und Malte Delow.
Frank Hoermann /Sven Simon/Imago

Bayern Münchens Basketballer geben im entscheidenden Finalduell eine klare Führung aus der Hand. Sie verlieren das Spiel gegen Alba Berlin mit 81:84 – und den Meistertitel.

Von Ralf Tögel

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Um 18.38 Uhr Ortszeit lag ein gelbes Knäuel aus Basketballprofis auf dem Parkett des Münchner SAP Garden, dessen 11 500 Zuschauer zum Großteil bereits zügig die Ausgänge suchten. Als ein Viertelstündchen später Berlins Kapitän Jonas Mattisseck unter dem Jubel der etwa 300 mitgereisten und laustarken Fans den silbernen Pokal in die Höhe stemmte, war die Halle bereits halb leer. Zu schmerzhaft war offenbar dieses Ergebnis, Alba Berlin gewann die entscheidende fünfte Partie des Playoff-Finales beim Titelverteidiger aus München am Sonntag mit 84:81 Punkten und damit seinen zwölften Meistertitel.

Die Saison des großen Favoriten FC Bayern ist damit endgültig verkorkst, dem frühen Aus in der Euroleague und der Halbfinalniederlage im Pokal in eigener Halle gegen Bamberg folgte nun die finale Niederlage im Meisterkampf. Trainerlegende Svetislav Pesic blieb damit ein Titel zum Ende seiner großen Karriere versagt, der 76-Jährige war tief enttäuscht: „Mir ist es nicht gelungen, eine Mannschaft zu formen, die aus schwierigen Momenten zurückkommen kann.“ Damit meinte der Trainer die 20-Punkte-Führung zur Pause (47:27), die seine Mannschaft noch aus der Hand gab.

Schon am Freitag war den Berlinern Ähnliches gelungen, als sie zu Beginn des dritten Viertels zweistellig hinten lagen (42:52) und ihre außerordentliche Resilienz bewiesen. In der Folge gelangen seinem Team in den letzten 15 Minuten neun Zählerchen, ein Minusrekord, der auch in Zukunft schwer zu unterbieten sein dürfte.

Zwanzig Punkte Vorsprung zur Halbzeit reichen dem FC Bayern nicht

Die große Frage war also vor dem Sonntag, wie die Münchner diesen kollektiven Blackout vor dem Showdown in eigener Halle aus den Köpfen bekommen sollten. Zumal die Berliner sie schon in Spiel zwei der Serie eben dort düpiert hatten. Was blendend gelang – zunächst: Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (15:15) schraubten die Münchner ihre Defensivarbeit auf ein hohes Level. Berlin bekam keine einfachen Würfe mehr, wurde vielmehr zu Ballverlusten gezwungen. Und der FCB traf wieder, angeführt von seinem Besten: Andreas Obst, der 16 Punkte zur 47:27-Halbzeitführung beisteuerte.

Völlig am Boden: Bayerns Topscorer Andreas Obst bleibt in dieser Saison nur eine Trophäe, die des besten Spielers der Liga.
Völlig am Boden: Bayerns Topscorer Andreas Obst bleibt in dieser Saison nur eine Trophäe, die des besten Spielers der Liga.
Frank Hoermann /Sven Simon/Imago

Doch nach dem Wechsel bewies das junge Alba-Team einmal mehr, wie sehr es sich nach mäßigem Saisonstart gefunden und entwickelt hat. Der Rückstand mag noch so deutlich sein, diese Auswahl sollte kein Gegner vorschnell abschreiben. Vor allem Mattisseck, Justin Bean (beide 18 Punkte) und Malte Delow (14) übernahmen. Zunächst wehrten die Münchner den ersten Angriff der Gäste ab (52:46) und legten vor dem finalen Viertel wieder zweistellig zum 66:53 vor. Doch da waren die Albatrosse den Gegnern bereits tief in die Köpfe gekrochen.

Je sicherer deren Distanzschützen trafen, desto mehr zitterten die Hände der Bayern bei ihren Würfen. Und erneut zeigte sich, wie abhängig die Mannschaft von der Treffsicherheit ihres Welt- und Europameisters ist. Leistet sich Andreas Obst (24 Punkte) eine Schwächephase, findet sich kein Akteur, der in die Bresche springt. Weder Justinian Jessup noch Isaiah Mike trafen in der entscheidenden Phase, auch Nenad Dimitrijevic, zuletzt einer der Zuverlässigen im Kader, und Justus Hollatz blieben blass. Lediglich Routinier Vladimir Lucic (10) und Oscar da Silva (12) gelangen neben Obst verlässlich Punkte. Ganz anders die Berliner, die sich kaum einen Fehlwurf leisteten, egal wer es versuchte. Die Gründe? „Keine Ahnung“, sagte Niels Giffey, er war der einzige Münchner, der sich an einer Erklärung versuchte.

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