Basketball:Aggressiv gegen den Angstgegner

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Basketball: Abgeprallt an Augustine Rubit und dem FC Bayern: Jonas Richter hatte mit den Chemnitz Niners auch im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinales keine Chance im Audi Dome.

Abgeprallt an Augustine Rubit und dem FC Bayern: Jonas Richter hatte mit den Chemnitz Niners auch im zweiten Spiel des Playoff-Viertelfinales keine Chance im Audi Dome.

(Foto: Philippe Ruiz/Imago)

Die Bayern-Basketballer lassen den Chemnitz Niners auch im zweiten Viertelfinalspiel um die deutsche Meisterschaft keine Chance. Und das, obwohl sie nun drei schwerwiegende Ausfälle in der Stammformation beklagen.

Von Sebastian Winter, München

Die Chemnitzer Basketball-Anhänger hatten sich ein wunderbares Wochenende ausgesucht für ihre Reise nach München, jedenfalls herrschte herrliches Biergartenwetter, auch am lauen Sonntagabend noch. "Austrinker Chemnitz" hatten sie auf ein Plakat gemalt, was vorzüglich passte zu diesem Sommer-Wochenende Mitte Mai. Genug Energie hatten sie immerhin noch, ihre Trommeln zu bedienen während des zweiten Playoff-Viertelfinalspiels ihrer Niners im Audi Dome gegen den gastgebenden FC Bayern München.

Doch auf dem Parkett gaben die Münchner vor nur 3342 Zuschauern eindeutig den Ton an. Nach ihrem souveränen 77:53-Auftakterfolg gegen Chemnitz vom Freitag waren sie ohnehin einigermaßen beruhigt in ihr zweites Spiel der Best-of-five-Serie gegen ihren Angstgegner (zuvor drei Saisonniederlagen, kein Sieg) gegangen - und nutzten den Sonntagsvergleich für das nächste Ausrufezeichen. Mit 93:76 Punkten düpierten sie den Klub aus dem Freistaat Sachsen, zur Pause hatte es bereits 49:26 für die Mannschaft des nach einer Magenverstimmung an die Seitenlinie zurückgekehrten Trainers Andrea Trinchieri gestanden. Damit führen die Bayern vor den beiden Auswärtsspielen in Chemnitz am kommenden Freitag und Sonntag nun 2:0, die Tür zum Playoff-Halbfinale ist nun sehr weit aufgestoßen.

Vladimir Lucic gelingen gleich zehn Punkte im ersten Viertel

Die Partie begann gleich mit einem Dreier durch den Münchner US-Import Deshaun Thomas, allerdings kurze Zeit später auch nach einem Turnover der Chemnitzer mit einem Block gegen Bayern-Kapitän Nihad Djedovic unter dem Korb der Gäste. Es war eine der ganz wenigen Szenen, in denen der Außenseiter die Bayern so richtig ärgern konnte. Über weite Strecken des Spiels nutzte Trinchieris Mannschaft ihre Chancen, wie Vladimir Lucic, dem im ersten Viertel in letzter Sekunde ein wunderbarer Dreier zur 27:13-Führung gelang. Zehn Punkte waren da bereits auf sein Konto gegangen.

Auf der anderen Seite wird immer deutlicher, wie sehr den Chemnitzern ihr Center Darion Atkins fehlt, der aufgrund eines unsportlichen Fouls in der letzten Hauptrundenpartie für drei Spiele gesperrt ist - ausgerechnet jetzt gegen die Bayern. Die zeigten sich zugleich wenig beeindruckt vom Pensum, das sie in den jüngsten sechs Wochen zu absolvieren hatten. 13 Spiele im April, im Mai auch schon sieben, unter ihnen die kraftraubenden und auch mental zehrenden Partien gegen den FC Barcelona, dem die Münchner im Euroleague-Viertelfinale erst im entscheidenden fünften Duell unterlagen: Dieses Programm geht an keiner Mannschaft spurlos vorbei. Zudem fehlten gegen Chemnitz verletzungsbedingt nicht nur Darrun Hilliard und Corey Walden, sondern bereits seit Freitag in Othello Hunter (Muskelprobleme) ein weiterer wichtiger US-Profi aus der Stammformation.

Die Münchner begegnen dieser Misere aber in diesen Tagen mit konzentrierten Auftritten in Offense und Defense, am Sonntag überzeugte noch vor Lucic (17 Punkte) abermals Deshaun Thomas, mit 22 Punkten Topscorer der Partie. Im dritten Viertel hielt Trinchieris Team seinen komfortablen Vorsprung annähernd, nur das letzte Viertel dürfte dem Italiener zunächst wieder auf den Magen geschlagen haben - er zeterte und gestikulierte, als Chemnitz durch Unkonzentriertheiten des FC Bayern immer näher herankam. Aber längst nicht nah genug, um auszugleichen.

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