Baseball in der MLB Ein Deutscher mit Stammplatz

Volltreffer: Auch dank Schwüngen wie diesem hat sich der Berliner Max Kepler einen Stammplatz in der Major League Baseball gesichert.

(Foto: Aaron Lavinsky/dpa)

Max Kepler ist auch in dieser Saison dabei, Profis unterzeichneten hochdotierte Verträge - und zwei Erzrivalen gehören zu den Titel-Favoriten. Wissenswertes zum Start der Major League Baseball.

Von Christopher Gerards

Streng genommen hat die Major League Baseball (MLB), die beste Baseball-Liga der Welt, schon vergangene Woche begonnen. Da trafen die Seattle Mariners in Tokio zwei Mal auf die Oakland Athletics. Ab diesem Donnerstag geht es auch für die anderen Teilnehmer der US-Liga los. Jedes der 30 Teams absolviert 162 Spiele, im Oktober beginnen die Playoffs. Anders als in der Fußball-Bundesliga finden die Partien also nicht nur am Wochenende (oder Montagabend) statt. Fragen und Antworten zum Saisonstart.

Wer ist Titelverteidiger?

Die Boston Red Sox. Sie gewannen 2018 die World Series in fünf Duellen (möglich sind sieben) gegen die Los Angeles Dodgers.

Und sind die Red Sox auch dieses Jahr wieder Top-Favorit?

Schwer zu sagen. Zwar ist das Team weiterhin sehr stark, allerdings verließen den Klub in Joe Kelly und Craig Kimbrel zwei erfahrene Werfer, die zum Ende des Spiels eingewechselt werden (sogenannte Reliever). Hinzu kommt, dass die jüngere Historie nicht unbedingt für eine Titelverteidigung spricht: Anders als in der Fußball-Bundesliga herrschte in der MLB zuletzt große Abwechslung in Sachen Meister-Weihen. Letztmals gelang es vor fast 20 Jahren den New York Yankees, mehrere Titel in Serie zu beschaffen (1998, 1999, 2000). Die Sieger der vergangenen Saisons: die Red Sox, Houston Astros (2017), Chicago Cubs (2016), Kansas City Royals (2015), San Francisco Giants (2014).

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Warum ist das so?

Jeder Titelgewinn beruht natürlich auf seiner ganz eigenen Geschichte. Grundsätzlich lässt sich aber sagen: Im Baseball existieren Mechanismen, die die Dominanz einzelner Teams einschränken. So müssen jene Klubs Abgaben zahlen, die ein bestimmtes Gehaltsniveau überschreiten (die sogenannte Luxussteuer). Zudem haben schwächere Teams den Vorzug beim Draft, also der jährlichen Talentauswahl.

Okay, die Red Sox sind also trotzdem einer der Favoriten. Wer noch?

Unter anderem die New York Yankees. Schon vergangene Saison sorgten sie mit 267 Home Runs für einen MLB-Rekord. Vor allem Aaron Judge und Giancarlo Stanton zeichnen sich durch große Schlagkraft aus. Auch bei den Werfern haben sich die Yankees noch mal verstärkt. Allerdings plagen mehrere Verletzungen das Team - unter anderem jene von Luis Severino, einem der besten Werfer, der in den ersten Wochen der Saison ausfällt. Zudem treten die Yankees in der American League East an, einer von sechs sogenannten Divisions der Liga. Einer der Konkurrenten dort: die Red Sox, nebenbei auch der große Erzrivale der New Yorker. Schon vergangene Saison reichten den Yankees 100 Siege nur zu Platz zwei, in den Playoffs schieden sie gegen die Red Sox krachend aus.

Und sonst?

Sind da noch die Houston Astros, ein sehr ausgeglichenes Team, das 2017 den Titel holte. Die Los Angeles Dodgers dürften ebenfalls zu den besten Mannschaften gehören (nicht nur, weil sie zuletzt zwei Mal die World Series erreichten). Prominente Verstärkung, etwa Bryce Harper, geleistet haben sich die Philadelphia Phillies - die allerdings in einer der stärksten Divisions, der National League East spielen und sich dort unter anderem gegen die Washington Nationals und die New York Mets behaupten müssen.

Moment, Bryce Harper, das ist doch ...

Genau, das ist der Spieler, der kürzlich einen sehr lukrativen Vertrag unterschrieben hat. US-Medien berichten von einem 13-Jahres-Deal, der dem Spieler insgesamt 330 Millionen Dollar einbringen soll. Harper, 26, spielte vorher für Washington und schlug in sieben Saisons 184 Homeruns.

330 Millionen - klingt nach viel Geld.

Absolut. Allerdings wurden im Winter noch mehr beachtliche Verträge unterzeichnet, da gerade sehr viele, vor allem junge Spieler auf hohem Niveau agieren, deren Agenten entsprechende Entlohnungen einfordern. Etwa für Mike Trout von den Los Angeles Angels. Bis 2030 hat er verlängert, was ihm Einnahmen von 426,5 Millionen Dollar bescheren soll. Auch Manny Machado (zehn Jahre, 300 Millionen Dollar), der zu den San Diego Padres wechselte, und Nolan Arenado (acht Jahre, 260 Millionen Dollar), der bei den Colorado Rockies verlängerte, sollen in den kommenden Jahren sehr ordentlich verdienen. Für den Rest bleibt da - unter anderem wegen der Luxussteuer - nicht mehr viel an Budget übrig - im Schnitt verdient ein MLB-Profi in der kommenden Saison aber noch immer schlanke 4,4 Millionen Dollar.

Was ist mit den Deutschen?

Max Kepler, 26, hat kürzlich einen neuen Vertrag bei den Minnesota Twins unterzeichnet - über fünf Jahre und offenbar im Wert von insgesamt 35 Millionen Dollar. In der vergangenen Saison kam er auf ordentliche 20 Home Runs und 58 Runs Batted In (die Zahl der Spieler, die dank ihm punkten konnten); sein Batting Average (Durchschnitt der erfolgreichen Schläge) war mit .224 ausbaufähig. So oder so hat Kepler etwas geschafft, das vor ihm noch keinem deutschen Profi gelang: Er hat derzeit einen Stammplatz in der besten Baseball-Liga der Welt inne.

Wer wird fehlen?

Ichiro Suzuki, 45, der viele, viele Auszeichnungen und Rekorde im Lebenslauf stehen hat - zwischen 2001 und 2010 war er etwa jedes Mal im All-Star-Team der MLB vertreten. In Tokio spielte der Japaner jetzt ein letztes Mal für Seattle.

Was ist sonst noch wichtig?

Es gibt mehrere Regeländerungen. Zwei dürften sich schon am ersten Spieltag bemerkbar machen. Die Pausen während der Innings (den Spieleinheiten, von denen es neun gibt) wurden auf zwei Minuten reduziert. Und die Zahl, wie oft sich ein Trainer während des Spiels auf dem Platz mit den Werfern zu einer strategischen Unterredung treffen kann, ist von sechs auf fünf gesunken. Ein Spiel, das schon mal länger als drei Stunden dauert, soll so verkürzt werden. Auch Baseball, einst Amerikas liebster Zeitvertreib, muss sich an ein Publikum mit immer knapperem Zeitbudget anpassen.

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