FC Barcelona:Laporta träumt weiter von Lewandowski

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Robert Lewandowski

Komm in unsere Mitte: Robert Lewandowski, hier am ersten Gruppen-Spieltag der vergangenen Champions-League-Saison zwischen Barcelonas Abwehrspielern Pique (links) und Ronald Araujo, wird weiter von den Katalanen umworben.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Nach der Finanzspritze durch einen US-Investor will Barça bis zu 200 Millionen Euro in den Transfermarkt pumpen. Dembélé und de Jong sollen bleiben - und die Soap um den Bayern-Stürmer setzt sich fort.

Von Javier Cáceres

Der milliardenschwer verschuldete FC Barcelona vertraut nach der 207-Millionen-Euro Finanzspritze durch eine US-Investmentgesellschaft darauf, in diesem Transfersommer bis zu 200 Millionen Euro in neue Spieler investieren zu können. Dies erklärte Barcelona-Präsident Joan Laporta am Freitag bei einem ursprünglich als vertraulich deklarierten Treffen mit Journalisten, dessen Inhalt in groben Zügen von der Zeitung As öffentlich gemacht und der SZ von anderer Seite bestätigt wurde. Dabei äußerte sich Laporta auch zur Transfer-Soap um Bayern-Stürmer Robert Lewandowski, der öffentlich erklärt hat, in diesem Sommer zu Barça wechseln zu wollen.

Demnach bestätigte Laporta, dass Barcelona dem FC Bayern eine Ablöse von 40 Millionen Euro für Lewandowski geboten habe. Barça habe gegenüber dem Spieler ein reines Gewissen, weil die 40 Millionen dem Betrag entsprächen, der vor geraumer Zeit vom Berater Lewandowskis als mutmaßlich ausreichend genannt worden war. Es sei auch ein hoher Betrag für einen Spieler, der im August 34 Jahre alt wird und dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. Die As interpretierte Laporta dahingehend, Barça werde das Angebot nicht erhöhen. Dem steht entgegen, dass andere Zeugen der Pressebegegnung davon sprechen, Laporta träume weiter von Lewandowski.

FC Barcelona: Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona.

Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona.

(Foto: Dax/dpa)

Zuletzt hatte der FC Bayern unterstrichen, dass Lewandowski am 12. Juli zum Training zu erscheinen habe. Ehrenpräsident Uli Hoeneß erklärte dieser Tage sogar, dass sich Barcelona jedes weitere Angebot "sparen" könne. In deutschen Medien wurde danach spekuliert, Lewandowski könnte meutern. Im Umfeld des Spielers wird betont, dass der Stürmer sich in seiner Karriere stets professionell verhalten habe.

Man nehme aber mit Sorge wahr, dass sich die Stimmung der Bayern-Fans gegen den Mittelstürmer wende. Der Gedanke, die Arbeit bei den Bayern wieder aufzunehmen, ist Lewandowski dem Vernehmen nach unbehaglich. Er selbst hat sich öffentlich dazu nicht geäußert.

Unabhängig davon erklärte Laporta am Samstag bei einer Hommage für den verstorbenen Klub-Heiligen Johan Cruyff in der katalanischen Ortschaft S'Agaró bei Girona, dass Barça sich durch Lewandowskis Absicht "geehrt" fühle, "er ist ein großartiger Spieler". Aber: Er gehöre dem FC Bayern. "Wir haben Respekt vor Bayern München, einem der besten Klubs der Welt. Wir Klubs respektieren einander", sagte Laporta. Deshalb wolle er in dieser Frage Zurückhaltung walten lassen. Offen blieb daher auch, ob und in welcher Höhe Barcelona seine bisherigen Offerten nachbessern will.

Barcelona präsentiert die Zugänge Christensen und Kessié und buhlt um Koundé und Raphinha

Ebenfalls am Samstag bestätigte Laporta, dass der Klub in der kommenden Woche Andreas Christensen (FC Chelsea) und Franck Kessié (AC Milan) als Zugänge vorstellen werde. Mit den beiden ablösefreien Spielern war schon vor Wochen Einigung erzielt worden. Wegen der Auflagen des spanischen Ligaverbandes LFP, die bei Klubs in finanzieller Schieflage Neuverpflichtungen verweigern kann, hatten sie bislang keine Spielberechtigung erhalten können.

Durch den Verkauf von zehn Prozent der TV-Rechte an den US-Investmentfond Sixth Street, der am vergangenen Donnerstag durch den FC Barcelona bestätigt wurde und besagte 207 Millionen Euro in die Kassen der Katalanen spült, ist allerdings eine neue Lage entstanden. Bis Ende Juli soll mindestens ein weiterer Deal in ähnlicher Größenordnung unterzeichnet werden. Das nährt die Hoffnung auf ein Transfer-Budget von 200 Millionen Euro. Barcelonas Präsident Laporta bestätigte, dass Barcelona Innenverteidiger Jules Koundé (FC Sevilla) und Außenstürmer Raphinha (Leeds United) holen möchte.

Das frische Geld hat auch dazu geführt, dass Laporta in Sachen Frenkie de Jong, 25, umgeschwenkt ist. "Ich will alles dafür tun, dass Frenkie bleibt", sagte Laporta. De Jongs Verkauf galt als unvermeidlich, da er einerseits ein hohes Gehalt kassiert und andererseits eine hohe Ablöse einbringen könnte. Eine neue Entwicklung gibt es auch beim ehemaligen Dortmunder Ousmane Dembélé, 25. Er soll nun bereit sein, zu reduzierten Bezügen einen neuen Vertrag bei Barcelona zu unterschreiben.

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