Süddeutsche Zeitung

Bamberg-Manager attackiert Hoeneß:"Das ist unanständig!"

Manager Wolfgang Heyder von Serienmeister Brose Bamberg hat massive Kritik an den Münchnern und Präsident Uli Hoeneß geübt. Heyder missfällt die Art der Entlassung von Dirk Bauermann und die Demontage des ehemaligen Trainers hinterher.

Nach der Entlassung des ehemaligen Basketball-Bundestrainers Dirk Bauermann beim FC Bayern hat Manager Wolfgang Heyder von Serienmeister Brose Bamberg massive Kritik an den Münchnern und Präsident Uli Hoeneß geübt. "Es sind ja schon früher in der BBL Trainer entlassen worden - aber diese sonderbare Kultur, dann so etwas in der Öffentlichkeit auszutragen und auszubreiten, die ist neu und tut dem Basketball überhaupt nicht gut", sagte Heyder der Süddeutschen Zeitung (Samstags-Ausgabe).

Bauermann war sechs Tage vor Saisonstart entlassen worden, nach der Münchner Auftaktniederlage gegen Oldenburg (61:80) gab Präsident Hoeneß ihm die Schuld für den Zustand der angeblich schlecht trainierten Mannschaft und Disziplinlosigkeiten im Team.

"So etwas hat es im Basketball noch nie gegeben, und das braucht auch niemand. Für mich ist das extrem störend und ablehnenswert, wie hier eine Person und ein Mensch demontiert wird", sagte Heyder, der in Bamberg von 2001 bis 2008 erfolgreich zusammen arbeitete.

Heyder sagt über Bauermann: "Ich kenne den Dirk sehr lang, und er ist genau das Gegenteil von dem, wie er jetzt dargestellt wird. Er ist ein Workaholic, der immer an seiner Mannschaft feilt, er beschäftigt sich mit trainingswissenschaftlichen Dingen. Und es hat doch keiner in Deutschland so nachhaltige Erfolge erreicht wie Dirk!"

Die Führungsriege des FC Bayern hätte zudem nach Eskapaden von Spielern härter durchgreifen müssen: "Wieso geht da in München der Verein nicht klarer dazwischen? Der Trainer muss mit Spielern sportlich streiten, das sind harte Konflikte. Nein, da hätten die Bayern drastisch eingreifen und ihren Trainer schützen müssen."

Deshalb finde Heyder die Entlassung kein positives Zeichen für den Basketball. "Uli Hoeneß ist eine zu Recht hoch respektierte Persönlichkeit und in vielen Bereichen nach wie vor ein Vorbild für mich", sagte er, "ich habe mit vielen Personen in der Liga gesprochen, und das Echo in der Liga ist durchgehend so, dass wir es nicht gutheißen können, wie Dirk Bauermann offen demontiert wird. Das ist unanständig."

Heyder betonte überdies, er habe im Winter 2010 die Zusage zum Wechsel von Bamberg nach München auch zurückgenommen, da sich die Bayern-Klubspitze zu sehr in sportliche Belange einmischten: "Für mich war damals zu undurchschaubar: Wer hat da wirklich das Sagen, wie werden am Ende die Kompetenzen verteilt? Ich hätte zu viele Kompromisse mit zu vielen Personen eingehen müssen." Auch daran sei Bauermann nun gescheitert.

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