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Badstuber erleidet Sprunggelenksbruch:Verletzungen für drei Karrieren

Holger Badstuber FC Bayern München vor seinem ersten Einsatz nachdenkllich FC Bayern München FCB vs

Kreuzband-, Muskel- und Sehnenrisse - jetzt eine Sprunggelenksverletzung: Holger Badstuber fehlt dem FC Bayern wieder einmal lange.

(Foto: imago)

Im Training zieht sich Bayerns Profi einen Verrenkungsbruch zu. Schon der fünfte folgenschwere Rückschlag, nun droht ihm das EM-Aus. Nach der OP schreibt er: "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer."

Von Filippo Cataldo, München

Wenn sogar der sportlich größte Rivale Borussia Dortmund Genesungswünsche an einen Spieler des FC Bayern München schickt, muss diesem etwas Schlimmes widerfahren sein.

Nun ist ein Verrenkungsbruch des Sprunggelenks nicht die übelste Verletzung, die sich ein Fußballprofi zuziehen kann, ein paar Monate Pause, dann könnte es wieder gehen. Doch wenn es sich um Holger Badstuber handelt, hat so eine Verletzung eine tragische Dimension.

Am Samstag zog sich Badstuber, 26, während des Abschlusstrainings zum Sonntagsspiel der Bayern beim FC Augsburg (17.30 Uhr) die fatale Verletzung zu. Beim Versuch, David Alaba abzugrätschen, soll er mit den Stollen im Rasen hängengeblieben sein. Eine Verletzung ohne Fremdeinwirkung. Wie der Klub mitteilte, fällt er drei Monate aus. Für Badstuber ist es die fünfte schwere Verletzung seit Dezember 2012. Die Karriere eines der vielversprechendsten Verteidiger hat sich längst zur unendlichen Geschichte aus Leiden und Aufstehen entwickelt.

Erst im November gab er sein Comeback

Seine Verletzungshistorie reicht mittlerweile für drei Karrieren. Im Dezember 2012 reißt Badstuber während des Spiels gegen Borussia Dortmund das Kreuzband. Im Mai 2013 reißt wenige Wochen vor Bayerns Triumph in der Champions League dasselbe Kreuzband erneut - während seines ersten Trainings mit der Mannschaft. Badstuber verzichtet darauf, sich das Kreuzband eines Toten einsetzen zu lassen, lässt das Band stattdessen operativ flicken und verpasst die gesamte Saison 2013/2014 - inklusive der mit dem Titelgewinn gekrönten Weltmeisterschaft in Brasilien. Nach seiner Rückkehr zur Spielzeit 2014/2015 zieht sich Badstuber nach drei Bundesligaspielen erst einen Sehnenriss, später einen Oberschenkelmuskelriss zu, der ihn 200 Tage außer Gefecht setzt. Erst im November gab er sein erneutes Comeback.

Badstubers Verletzung potenziert die Defensivprobleme des FC Bayern vor den entscheidenden Wochen der Saison. Momentan steht kein gänzlich gesunder Innenverteidiger mehr zur Verfügung. Der im Winter aus Moskau geholte Serdar Tasci dürfte nun in Augsburg früher zu seinem Debüt kommen als erwartet, womöglich in der Startelf.

Tasci hat allerdings nach einer im ersten Training in München erlittenen Gehirnerschütterung noch Trainingsrückstand und ist konditionell noch nicht auf der Höhe. Jérôme Boateng (Muskelbündelriss im Adduktorenbereich) und Javi Martínez (Meniskusschaden) werden eher Monate als Wochen fehlen, Medhi Benatia ist wegen einer Muskelverletzung sei Mitte Dezember nicht spielfit. Zuletzt ließ Trainer Pep Guardiola in Joshua Kimmich einen gelernten Mittelfeldspieler im Abwehrzentrum spielen. Auch Xabi Alonso, Philipp Lahm oder David Alaba könnten in der Mitte helfen müssen. Ob eine solche Abwehrreihe höchsten Champions-League-Ansprüchen genügt, ist mit einem Fragezeichen zu versehen.

Nur 29 von 122 möglichen Bundesliga-Einsätzen seit Dezember 2012

Schwer wiegt Badstubers persönliches Drama. Seit Dezember 2012 konnte er nur 29 von insgesamt möglichen 122 Bundesligaspielen bestreiten. Nur 43 seiner insgesamt 174 Spiele für den Rekordmeister bestritt Badstuber seit dem Beginn seiner Verletzungsserie. Nun wird er wohl auch die Europameisterschaft in Frankreich verpassen.

Die Art, wie sich der Verteidiger trotz aller Rückschläge immer wieder auf den Platz zurückkämpfte, hat Badstuber einen Extra-Platz im Herzen der Fans beschert. Aus einem jungen Spieler ist ein Vorbild an Leidensfähigkeit geworden. Und nun mischt sich in die zahlreichen Beileids- und Genesungsbekundungen von Fans, Mit- und Gegenspielern auch die Erinnerung daran, dass Badstuber schon Schlimmeres durchmachen musste.

Badstuber twittert: "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer!"

"Ein Badstuber steht immer wieder auf - Gute Besserung aus Dortmund", schrieb etwa die Social-Media-Abteilung der Borussia. "Lass den Kopf nicht hängen", twitterte sein Mannschaftskollege Mario Götze. Als sie dies schrieben, war Badstuber bereits operiert worden. Unmittelbar danach begann sein neuer Kampf um die Rückkehr.

Am Samstagabend meldete sich dann Badstuber selbst zu Wort: "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer. Think positive. Jetzt erst recht!", schrieb er auf Facebook und Twitter - und ernetet prompt zigtausende von Likes und Retweets.

© SZ vom 14.02.2016
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