Australian Open "Ich lebe meinen Traum": Tsitsipas im Halbfinale

Stefanos Tsitsipas fiel zu Boden - er steht im Halbfinale.

(Foto: REUTERS)

Der Bezwinger von Roger Federer schafft den nächsten großen Sieg in Melbourne und trifft nun auf Rafael Nadal. Bei den Frauen jubelt die Spielerin, die schon Angelique Kerber rauswarf.

Stefanos Tsitsipas (20) hat seinen Siegeszug bei den Australian Open fortgesetzt und in Melbourne als erster Grieche das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Zwei Tage nach seinem überraschenden Erfolg über den Schweizer Titelverteidiger Roger Federer setzte sich Tsitsipas auch gegen Roberto Bautista Agut aus Spanien nach 3:15 Stunden mit 7:5, 4:6, 6:4, 7:6 (7:2) durch. "Es fühlt sich fast an wie ein Märchen. Ich lebe meinen Traum, aber ich habe hart gearbeitet, um hierhin zu kommen", sagte Tsitsipas: "Als ich vor der Saison nach meinen Zielen gefragt wurde, habe ich gesagt, ich will in ein Grand-Slam-Halbfinale. Bei der Antwort dachte ich, ich sei verrückt. Aber es ist wahr."

Tennis "Diese Leier höre ich seit mehr als zehn Jahren"
Federer bei den Australian Open

"Diese Leier höre ich seit mehr als zehn Jahren"

John McEnroe verkündet nach Federers Niederlage gegen den 20-jährigen Griechen Tsitsipas die "Wachablösung" im Welttennis. Der Schweizer widerspricht vehement.   Von Barbara Klimke

Am Donnerstag spielt er gegen den 17-maligen Grand-Slam-Champion Rafael Nadal. Der Sieger von 2009 und einstige Tennis-Weltranglisten-Erste aus Spanien gewann am Dienstag in Melbourne 6:3, 6:4, 6:2 gegen den aufstrebenden US-Amerikaner Frances Tiafoe. Während der 21-Jährige erstmals das Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier erreicht hatte, steht Nadal insgesamt bereits zum 30. Mal in der Vorschlussrunde bei einer der vier wichtigsten Tennis-Veranstaltungen.

Sein Gegner Tsitsipas ist der jüngste Halbfinalist der Australian Open seit Andy Roddick (USA) vor 16 Jahren. Schon mit dem Einzug in die Runde der besten Acht hatte Tsitsipas griechische Tennisgeschichte geschrieben. Bei seinen bisherigen fünf Siegen im Melbourne Park gab er jeweils einen Satz ab. Auch gegen Bautista Agut (30) war die Partie bis zum dritten Durchgang ausgeglichen, dann verließen den Spanier etwas die Kräfte. Im Turnierverlauf hatte Bautista Agut zuvor gegen Andy Murray (Großbritannien), John Millman (Australien) und Marin Cilic (Kroatien) über fünf Sätze gehen müssen.

Auch Danielle Collins steht im Halbfinale

Danielle Collins aus den USA ist zwei Tage nach ihrem überraschenden Sieg über Wimbledonsiegerin Angelique Kerber (Kiel) ins Halbfinale eingezogen. Im Duell mit der Russin Anastasia Pawljutschenkowa gewann die 25-Jährige nach 2:16 Stunden 2:6, 7:5, 6:1. Bis Melbourne hatte Collins kein Match bei einem Grand Slam für sich entschieden, Kerber deklassierte sie mit 6:0, 6:2. Die Weltranglisten-35. aus St. Petersburg/Florida spielt am Donnerstag entweder gegen Petra Kvitova (Tschechien) oder Ashleigh Barty (Australien) um den Finaleinzug. Pawljutschenkowa (27), die 2006 und 2007 den Wettbewerb der Juniorinnen bei den Australian Open gewonnen hatte, verpasste dagegen in ihrem fünften Viertelfinale bei den Majors erneut den Sprung unter die besten Vier.

Im Aufeinandertreffen zweier ungesetzter Spielerinnen geriet Collins gegen Pawljutschenkowa zunächst in Rückstand. Schon in der ersten Runde gegen die deutsche Nummer zwei Julia Görges (Bad Oldesloe) hatte die frühere Collegespielerin die Partie nach einem 2:6 in Satz eins noch gedreht. Das Selbstvertrauen war Collins anzumerken, nach dem Satzausgleich ließ sie Pawljutschenkowa keine Chance mehr.

Die übrigen Viertelfinals finden am Mittwoch statt. Dabei tritt der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic aus Serbien gegen den Japaner Kei Nishikori an. Zuvor spielt Alexander Zverevs Bezwinger Milos Raonic aus Kanada gegen den Franzosen Lucas Pouille.

Podcast Australian Open: Verkorkster Start für Kerber & Zverev

SZ-Podcast "Und nun zum Sport"

Australian Open: Verkorkster Start für Kerber & Zverev

Die deutschen Tennisprofis sind beim ersten Grand Slam des Jahres ausgeschieden. Was lässt sich daraus für die neue Saison aus deutscher und internationaler Sicht ableiten?   Von Anna Dreher, Gerald Kleffmann und Barbara Klimke