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Australian Open:Barty raus, Medwedew im Halbfinale

Die Australierin Ashleigh Barty wird nicht in Melbourne gewinnen können.

(Foto: AFP)

Die an Nummer eins gesetzte Australierin verliert im Viertelfinale gegen die Tschechin Karolina Muchova in drei Sätzen. Daniil Medwedew setzt sich im Duell mit Landsmann Rublew ohne Probleme durch.

Karolina Muchova packte sich nach ihrem Coup in der brütenden Hitze völlig entkräftet einen Eisbeutel auf den Kopf, Ashleigh Barty stapfte einfach nur frustriert aus der Rod Laver Arena. Durch das überraschende Viertelfinal-Aus der Weltranglistenersten wird die Rückkehr der Tennisfans bei den Australian Open einen großen Makel haben: Den so ersehnten ersten Heimsieg nach über 42 Jahren werden sie nicht bejubeln können.

Trotz eines furiosen Starts musste sich der australische Publikumsliebling der Tschechin Muchova 6:1, 3:6, 2:6 geschlagen geben. "Es ist natürlich herzzerreißend", sagte Barty, die doch eigentlich als erste Australierin seit Christine O'Neil 1978 beim Heim-Grand-Slam triumphieren wollte. In zu tiefe Frustration wollte sie aber nicht verfallen. "Die Sonne wird auch morgen wieder aufgehen", sagte die 24-Jährige, die die Nummer eins der Welt bleiben wird: "Es war einfach nicht mein Tag."

Und so sehen die Zuschauer, die nach dem Ende des fünftägigen Corona-Lockdowns am Donnerstag wieder in den Melbourne Park zurückkehren, wie Überraschungsfrau Muchova gegen die US-Amerikanerin Jennifer Brady um den Einzug ins Finale kämpft. Ungläubig schüttelte die Tschechin nach ihrem Erfolg gegen die große Favoritin Barty immer wieder den Kopf - die Hitze hatte der Nummer 27 der Welt so sehr zu schaffen gemacht, dass ein Sieg eigentlich schon unmöglich schien.

"In meinem Kopf drehte sich alles", erzählte Muchova: "Mir war schwindlig, ich wäre fast ohnmächtig geworden." Während eines medizinischen Timeouts Anfang des zweiten Satzes ließ sie sich in den Katakomben der Arena von einem Arzt mit Eis kühlen - danach kehrte sie wie ausgetauscht auf den Court zurück und zog erstmals in ein Grand-Slam-Halbfinale ein. Auch ihre Gegnerin Jennifer Brady hätten dort vor dem Turnier nur wenige erwartet. Die vom Deutschen Michael Geserer trainierte US-Amerikanerin gehörte wie Angelique Kerber (Kiel) zu den über 70 Profis, die im Vorfeld der Australian Open wegen Coronafällen auf ihren Flügen 14 Tage in strikter Quarantäne verbringen mussten.

Dennoch bezwang sie ihre Landsfrau Jessica Pegula 4:6, 6:2, 6:1 und erreichte zum zweiten Mal nach den US Open 2020 ein Major-Halbfinale. "Ich hoffe, das wird zur Gewohnheit", scherzte Brady, "und hoffentlich wird es eine neue Gewohnheit, dass ich es mal ins Finale schaffe."

Williams trifft auf Osaka

Das zweite Halbfinale bestreiten am Donnerstag die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (USA) und US-Open-Gewinnerin Naomi Osaka (Japan), anschließend kämpfen bei den Männern Rekordchampion Novak Djokovic (Serbien) und der russische Sensations-Qualifikant Aslan Karazew um einen Platz im Endspiel.

Am Mittwoch zog dessen Landsmann Daniil Medwedew nach. Der Weltranglistenvierte ließ im russischen Viertelfinalduell Andrej Rublew, dem die Hitze ebenfalls Probleme bereitete, beim 7:5, 6:3, 6:2 keine Chance. Es war Medwedews 19. Sieg in Serie, elfmal gewann er dabei gegen Top-10-Spieler. Im Halbfinale bekommt es der ATP-Champion mit Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal (Spanien) oder dem Griechen Stefanos Tsitsipas zu tun.

© SZ.de/sid/schm
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