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Australian Open:Görges weiter - Kohlschreiber gibt auf

Australian Open

Julia Görges lag im dritten Satz schon 4:5 hinten, setzte sich dann aber doch durch.

(Foto: Lee Jin-Man/dpa)
  • Bei den Australian Open gewinnt Julia Görges gegen die Kroatin Petra Martic mit 4:6, 6:3, 7:5.
  • Philipp Kohlschreiber verletzt sich am Bauchmuskel und verzichtet auf sein Zweirundenmatch.
  • Roger Federer zieht locker in die dritte Runde ein.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen aus Melbourne.

Julia Görges ist bei den Australian Open in die dritte Runde eingezogen. Die 31-Jährige aus Bad Oldesloe kämpfte sich am Mittwoch in ihrem Zweitrundenspiel nach einem verlorenen ersten Satz gegen die Kroatin Petra Martic zu einem 4:6, 6:3, 7:5-Erfolg. "Ich habe immer noch daran geglaubt, dass ich das drehen kann", sagte die deutsche Nummer zwei.

Am windigen Mittwoch biss sich Görges gegen Martic trotz einer hohen Fehlerquote nach etwas mehr als zwei Stunden durch und riss nach dem Auf und Ab jubelnd die Arme hoch. Im dritten Satz führte die Weltranglisten-39. schon mit einem Break, lag dann 4:5 zurück und entschied am Ende doch auch den dritten Vergleich mit der derzeit höher eingestuften Kroatin für sich. Martic war als Nummer 13 der Setzliste angetreten, Görges ist ungesetzt.

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Erstmals seit 2015 steht sie wieder in der dritten Runde von Melbourne. Görges spielt am Freitag gegen die US-Amerikanerin Alison Riske um den Einzug ins Achtelfinale. Im direkten Vergleich mit der Nummer 19 der Welt führt die Wimbledon-Halbfinalistin von 2018 mit 2:1-Siegen. "Sie ist eine sehr starke Wettkämpferin. Für mich geht es wieder darum, mein Spiel durchzubringen", sagte die Fed-Cup-Spielerin.

Federer besiegt Krajinovic locker

Trotz seiner geringen Matchpraxis bleibt Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer auf dem erhofften Weg zu seinem siebten Australian-Open-Titel ohne Satzverlust. Mit dem souveränen 6:1, 6:4, 6:1 gegen den serbischen Tennisprofi Filip Krajinovic zog der Schweizer mühelos in die dritte Runde ein. Federer, der vor den Australian Open kein Turnier in diesem Jahr bestritten hatte, kämpft nun am Freitag gegen John Millman um den Einzug ins Achtelfinale. Gegen den Australier hatte Federer bei den US Open 2018 überraschend früh verloren. Vor Federer zogen bei den Australian Open auch die Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien und Naomi Osaka aus Japan sowie Rekordsiegerin Serena Williams in die dritte Runde der Australian Open ein.

Kohlschreiber: Ambitionen "habe ich eigentlich keine mehr"

Für Philipp Kohlschreiber ist das Grand-Slam-Turnier in Melbourne dagegen wegen einer Verletzung beendet. Bei seinem Dreisatzsieg zum Auftakt gegen den US-Amerikaner Marcos Giron hatte er schon gespürt, "dass da etwas am Bauch ist", eine Ultraschalluntersuchung ergab später einen "Einriss im Bauchmuskel". Die Konsequenz: Kohlschreiber musste auf sein für Mittwoch geplantes Zweitrundenmatch gegen den Weltranglistensechsten Stefanos Tsitsipas aus Griechenland verzichten.

Beim Einschlagen am Morgen war Kohlschreiber schnell klar geworden, "dass es keinen Sinn macht." Die Verletzung sei nun nicht gerade "super dramatisch", erklärte der Augsburger, aber eben bei "jeder Bewegung schmerzhaft, und da muss man dann die Reißleine ziehen". Lediglich "wenn es ein Grand-Slam-Finale gewesen wäre", hätte er sich wohl anders entschieden. Zehn Tage muss Kohlschreiber nun schonen, "dann sollte es wieder okay sein".

Die Verletzung wertet Kohlschreiber auch als Zeichen. Ein Jahr mit vielen Verletzungen wie das vergangene will der mittlerweile 36 Jahre alte Routinier sich "eigentlich nicht mehr" antun. Ambitionen, sagte er lapidar, "habe ich eigentlich keine mehr, ich weiß, dass das Ende naht." Allerdings: Bis Ende 2021 würde Kohlschreiber gerne noch spielen. Er sei "guter Dinge, dass das auch klappt." Es sei denn, relativierte Kohlschreiber, dass sich die Verletzungen häufen. Dann könne es gut sein, dass er eines Tages aufwache und sage: Das war es.

© SZ.de/dpa/sid/saul/bix/ebc
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