Süddeutsche Zeitung

Australian Open:Angelique Kerber scheitert im Achtelfinale

  • Wimbledonsiegerin Angelique Kerber scheidet im Achtelfinale der Australian Open in nur 56 Minuten aus.
  • Die Weltranglistenzweite aus Kiel unterliegt der US-Amerikanerin Danielle Collins 0:6, 2:6.

Titelanwärterin Angelique Kerber hat sich mit einer krachenden Achtelfinal-Niederlage von den Australian Open verabschiedet. Die Siegerin von 2016 hatte der US-Amerikanerin Danielle Collins beim 0:6, 2:6 am Sonntag in Melbourne wenig entgegenzusetzen.

"Es gibt kaum etwas zu sagen. Es war überhaupt nicht mein Tag. Sie hat alles getroffen, und ich habe nur reagiert", sagte die Weltranglistenzweite Kerber: "Ich habe nie meinen Rhythmus gefunden und war nie in der Lage, so zu spielen wie in den letzten Tagen. Aber sie hat auch wirklich eines der besten Matches ihrer Karriere gespielt."

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber hatte die ersten drei Runden in Melbourne im Schnelldurchgang gewonnen. Bei dem Tempo, das Collins am Sonntagnachmittag vorlegte, konnte sie jedoch nur staunen. Die 25-Jährige überrollte ihre favorisierte Gegnerin. Nach elf Minuten lag Kerber 0:4 zurück, nach 20 Minuten war der erste Satz bereits verloren. Mit dem Handtuch über den Schultern verließ Kerber den Court. Als sie wiederkam, wurde es kaum besser.

Vor den Australian Open hat Collins nicht ein Grand-Slam-Match in ihrer Karriere gewonnen, Kerber feierte in der zweiten Runde Sieg Nummer 100 bei den vier Majors. Die Erfahrung spielte an diesem Tag in der Margaret Court Arena jedoch kaum eine Rolle. Während Collins das Spiel mit ihren harten Grundschlägen diktierte, lief Kerber nur hinterher und jammerte: "Ich treffe keinen Ball, keinen Ball!"

Zwar fand sie zu Beginn des zweiten Durchgangs endlich einen Zugang zum Match, kam jedoch kaum einmal aus der Defensive heraus. Ihren Frust ließ Kerber am Schläger aus und kassierte dafür eine Verwarnung. Das Publikum versuchte, die Deutsche aufzubauen, doch egal, was sie versuchte, Collins fand die passende Antwort. Dabei war Kerber vermeintlich auf das stressige Spiel der einstigen Collegespielerin vorbereitet gewesen.

"Sie schlägt sehr hart und kämpft. Ich muss das Match in die eigene Hand nehmen", hatte Kerber vor der zweiten Begegnung mit ihr gesagt. Die erste beim Rasenturnier im englischen Eastbourne hatte sie vor ihrem Wimbledonsieg im vergangenen Jahr problemlos gewonnen, doch diesmal fehlten ihr einfach die Mittel, um Collins aus der Komfortzone zu bringen. Nach dem Aus der 31-jährigen Norddeutschen ist der 21-Jährige Alexander Zverev der letzte deutsche Tennisprofi im Turnier. Der Hamburger bestreitet an diesem Montag sein Achtelfinale gegen den Kanadier Milos Raonic.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4295015
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/SID/gal
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.