Ausschreitungen nach EM-Halbfinale:Angriffe auf Döner-Buden

Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei kam es vereinzelt zu Auschreitungen. In Sachsen griffen Randalierer Döner-Buden an und gingen auf die Polizei los.

Randale und ausländerfeindliche Ausschreitungen haben vor allem in Sachsen die fröhlichen Feiern nach dem 3:2-EM-Erfolg der deutschen Fußball-Elf gegen die Türkei überschattet. In Dresden griff eine Gruppe Jugendlicher drei Döner-Buden an und verletzte zwei Türken.

Ausschreitungen nach EM-Halbfinale: Nicht auf allen Fanmeilen verliefen die Parties friedlich.

Nicht auf allen Fanmeilen verliefen die Parties friedlich.

(Foto: Foto: dpa)

In zwei Imbissen hätten die 20 bis 30 Randalierer zunächst lediglich Scheiben eingeschlagen und die Einrichtung beschädigt, sagte Polizeisprecher Thomas Herbst. In einem dritten Döner-Laden seien dann auch die Betreiber angegriffen worden. Türkische Fahnen seien abgebrannt worden. Mehrere Schaulustige und Mitläufer verfolgten die Randale.

In Chemnitz gingen gewaltbereite Fußballfans nach dem Abpfiff auf die Polizei los. Dabei wurden sechs Beamte verletzt, mehrere Polizeiautos wurden beschädigt. Laut Polizei war die Stimmung nach dem Spiel in der Chemnitzer Innenstadt sehr aufgeheizt. Als die Einsatzkräfte weitere Ausschreitungen verhindern wollten, habe sich die Gewalt plötzlich gegen die Beamten gerichtet.

In Hannover nahm die Polizei 20 Rechtsradikale in Gewahrsam, die beim Fan-Fest wiederholt rassistische Parolen skandierten. Gegen sie werde nun wegen Volksverhetzung ermittelt. In Köln nahm die Polizei eine Gruppe Hooligans fest. Die Männer seien als äußert gewaltbereit bekannt und hätten immer wieder Schlägereien angezettelt, teilte die Polizei mit.

Auf den Fanmeilen und Straßen, vor den Riesenleinwänden und in den Kneipen blieb es aber weitgehend ruhig. Das Münchner Olympiastadion war mit mehr als 30.000 Fans bereits lange vor Spielbeginn brechend voll, weitere 12.000 waren in der Innenstadt unterwegs. In Nürnberg kamen 25.000 Menschen zusammen, die Hälfte davon Türken. Auf dem Stuttgarter Schlossplatz versammelten sich 40.000 Menschen.

Auf dem Frankfurter Rossmarkt und der nahe gelegenen Konstablerwache wurden 10.000 Menschen geschätzt. Etwa 42.000 deutsche und türkische Fans verfolgten bei der größten Feier im Norden in Hamburg das Spiel. Am Dresdner Elbufer waren 10.000 Zuschauer unterwegs, in Leipzig mehrere tausend, in und vor der Kölnarena feierten 40.000 Menschen. Die 30.000 Menschen in der Fanzone in Wien mussten das Gelände kurz vor Spielende wegen eines schweren Gewitters räumen. Dabei wurden zwei Menschen niedergetrampelt und schwer verletzt.

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