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Ausschreitungen beim Fußball:Schneller Konter der Polizei

Die Polizei setzt auf eine neue Taktik gegen gewaltbereite Fußballfans und richtet auf Bahnhöfen große Kontrollpunkte mit mehr als 100 Beamten ein. Verdächtige Fans müssen aussteigen, sich dort ausweisen und fotografieren lassen. Die Polizei glaubt, dass die Taktik aufgeht.

Auf die richtige Taktik kommt es an beim Fußball. Wer ein schwieriges Spiel vor sich hat, steht gern tief in der eigenen Hälfte und setzt auf schnelle Konter, um den Gegner zu überrumpeln. In ähnlicher Form gilt das auch für die Polizei im Umgang mit gewaltbereiten Fans. Eine neue Strategie soll helfen, mutmaßliche Straftäter zu ermitteln und rasch vor Gericht zu bringen. "Wir legen Wert auf Nachhaltigkeit", sagt Friedrich Eichele, der Präsident der Bundesbereitschaftspolizei, die sich um die Sicherheit in den Zügen und Bahnhöfen kümmert.

Neue Taktik der Polizei? Aus den Stadien sind die beamten jedenfalls nicht wegzudenken.

(Foto: imago sportfotodienst)

Dort fällt es wie in den Stadien oft schwer, aus größeren Fangruppen die Randalierer herauszufischen. Deshalb hat sich Eicheles Truppe eine spezielle Methode ausgedacht, um gezielt zugreifen zu können: Die mobile Massenkontrolle, die seit etwa einem Jahr praktiziert wird.

Bei Ausschreitungen auf der Anreise zum Stadion oder der Rückfahrt richtet die Bundespolizei auf geeigneten Bahnhöfen große Kontrollpunkte mit mehr als 100 Beamten ein, die intern den Namen "Bearbeitungsstraße" tragen. Dort werden Züge mit Krawallmachern überraschend gestoppt.

Die verdächtigen Fans müssen aussteigen und werden durch die Kontrolle geschleust: Sie müssen sich ausweisen und fotografieren lassen. Anhand von Videos, auf denen Schlägereien und andere Exzesse dokumentiert sind, kann die Polizei dann die Verdächtigen ermitteln.

Wir möchten diejenigen, die Straftaten begehen, vor Gericht bringen", sagt Eichele. Zusammen mit Schadenersatzforderungen und Stadionverboten habe das eine "hohe abschreckende Wirkung" - anders als früher, als die Beamten Mühe hatten, randalierender Fans habhaft zu werden.

Der Einzelne verschwand in der Masse, die Polizei musste sich damit begnügen, Schlimmeres zu verhindern, etwa wenn sich die Reisewege rivalisierender Fans auf Bahnhöfen kreuzten und nicht allein die Fäuste flogen.

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