Auslosung zur Nations League DFB-Elf trifft auf Niederlande und Frankreich

Bundestrainer Joachim Löw freut sich bestimmt schon sehr auf die Nations League.

(Foto: dpa)
  • Bei der Auslosung zur Nations League der Uefa hat die DFB-Elf kein Glück.
  • Die Gegner Holland und Frankreich dürften Löws Männer extrem fordern.
  • Das Turnier kann auch für kleine Fußballländer ein Weg zur Euro 2020 sein.

Die deutsche Nationalmannschaft hat für die Premiere der umstrittenen Nations League die von Bundestrainer Joachim Löw erhofften attraktiven Gegner bekommen. In der Gruppenphase trifft die Weltmeister-Auswahl von September bis November in der Top-Staffel A auf Frankreich und die Niederlande. Das ergab die Auslosung für den neuen Uefa-Teamwettbewerb am Mittwoch in Lausanne (Eine Übersicht aller Gruppen finden Sie unten).

Den genauen Spielplan will die Uefa noch am späten Mittwochnachmittag bekanntgeben. Löw verfolgte die Zeremonie im dunklen Sakko und Rollkragen-Pulli entspannt von seinem Platz in der zweiten Reihe.

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Harsche Kritik an dem neuen Format

"Starke Gegner" hatte er sich gewünscht. Portugals einstiger Mittelfeldspieler Deco erfüllte dieses Begehren: Frankreich ist das bislang letzte Team, gegen das Deutschland eine Niederlage einstecken musste. Im EM-Halbfinale im Juli 2016 kam das Aus für Mesut Özil und Co. nach dem bitteren 0:2 in Marseille. Seither ist das DFB-Team in 21 Spielen ungeschlagen. Im November 2017 reichte es im Test in Köln dank eines Last-Minute-Tores noch zu einem 2:2 gegen die starke Équipe Tricolore. Das bislang letzte Duell gegen Oranje liegt schon mehr als fünf Jahre zurück. In Amsterdam gab es im November 2012 in einem Test ein 0:0. Im gleichen Jahr hatte die DFB-Auswahl bei der EM gegen die Niederlande im Gruppenspiel durch zwei Tore von Mario Gomez mit 2:1 gewonnen.

Die vier Gruppensieger qualifizieren sich für die Finalrunde vom 5. bis 9. Juni 2019. Der Gruppenletzte muss in der nächsten Auflage der Nations League in der B-Staffel antreten. Eine Titelvorgabe bekam Löw von DFB-Präsident Reinhard Grindel nicht. Aber: "Wir wollen eine gute Rolle spielen. Und jede große Nation will natürlich verhindern, dass sie in dem Wettbewerb absteigt", sagte Grindel.

Die je vier Gruppensieger aller vier Staffeln haben zudem die Möglichkeit, sich in einem Playoff-Turnier im März 2020 für die folgende EM zu qualifizieren, sofern sie sich das Ticket nicht schon über die reguläre Ausscheidungsrunde gesichert haben. Für Löw geht es um eine neue Trophäe, die silbernfarben an eine stilisierte Flamme erinnert. "Wir hatten oft Beschwerden, dass die stärksten Teams gegen schwächere Mannschaften spielen - jetzt spielen sie untereinander", sagte Aleksander Čeferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union, bei der Pokal-Präsentation zu den Vorteilen des neuen Wettbewerbs. "Gleichzeitig haben die kleineren Teams nun größere Chancen, sich zu qualifizieren."

Vor der Auslosung hatte es harsche Kritik an dem neuen Format aus der Bundesliga gegeben. Besonders vom Branchenführer aus München kamen klare Worte. "Wenn es keine Nations League geben würde, dann würde sie wohl auch niemand vermissen", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Hannovers Horst Heldt bezeichnete die Nationenliga gar als "Blödsinn". Grindel bemühte sich um Modus-Nachhilfe: "Mit der Nations League wird ein zusätzlicher sportlicher Anreiz geschaffen. Statt Freundschaftsspiele, in denen es um nichts geht, sehen die Fans einen attraktiven Wettbewerb. Ich gehe davon aus, dass sich das in vielen Ländern auch positiv auf das Zuschauerinteresse auswirkt."

Die Auslosung ergab folgende Gruppen:

Nations League A:

Gruppe 1: Deutschland Frankreich Niederlande

Gruppe 2: Belgien Schweiz Island

Gruppe 3: Portugal Italien Polen

Gruppe 4: Spanien England Kroatien

Modus: Gruppen-1. qualifiziert für Final Four vom 5. bis 9. Juni 2019; Gruppen-3. steigen ab

Nations League B:

Gruppe 1: Slowakei Ukraine Tschechien

Gruppe 2: Russland Schweden Türkei

Gruppe 3: Österreich Bosnien und Herzegowina Nordirland

Gruppe 4: Wales Irland Dänemark

Nations League C:

Gruppe 1: Schottland Albanien Israel

Gruppe 2: Ungarn Griechenland Finnland Estland

Gruppe 3: Slowenien Norwegen Bulgarien Zypern

Gruppe 4: Rumänien Serbien Montenegro Litauen

Nations League D:

Gruppe 1: Georgien Lettland Kasachstan Andorra

Gruppe 2: Weißrussland Luxemburg Moldau San Marino

Gruppe 3: Aserbaidschan Färöer Malta Kosovo

Gruppe 4: Mazedonien Armenien Liechtenstein Gibraltar