Entlassung von Manuel Baum In Augsburg ist der Glaube geschwunden

Trainer Manuel Baum (re.) und Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann sind ihre Jobs in Augsburg los.

(Foto: dpa)
  • Die Trainerentlassung beim FC Augsburg hat auch mit Manuel Baums Umgang mit seinen Spielern zu tun.
  • Jetzt soll der frühere Mainzer und Wolfsburger Martin Schmidt aus der Schweiz helfen.
Von Sebastian Fischer

Am Sonntagabend, nach einem traurigen 0:4 gegen die TSG Hoffenheim, als der Trainer Manuel Baum wieder mal mit der Kritik an seiner Person konfrontiert wurde, da wehrte er sich. Seit Baum im Dezember 2016 Bundesligatrainer des FC Augsburg wurde, klang die Kritik ja immer mal wieder ähnlich: Können die Spieler die Anweisungen dieses taktisch fraglos sehr versierten Trainers verstehen und umsetzen? Oder sind sie davon womöglich manchmal überfordert? "Man muss jetzt da auch nicht wieder anfangen", sagte Baum also am Sonntagabend, das sei ihm zu pauschal, seine Stimme wurde leiser, dann wandte er sich ab. Zwei Tage später, am Dienstagabend, war Manuel Baum nicht mehr Trainer des FC Augsburg.

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Der Trainer und sein Assistent müssen beim kriselnden Bundesligisten gehen - wie auch der Technische Direktor Stephan Schwarz. Künftig soll Martin Schmidt das Team trainieren.

Augsburg gilt eigentlich als einer der ruhigsten Bundesliga-Standorte, stets auf personelle Konstanz bedacht. Bislang hatte der Klub erst einmal in seiner fast acht Jahre langen Bundesligageschichte einen Trainer entlassen. Deshalb war es eine ebenso ungewöhnliche wie überraschende Mitteilung, die der FCA am Dienstag verschickte: Der Klub stelle Baum, den Assistenztrainer Jens Lehmann und den Technischen Direktor Stephan Schwarz frei.

Von Mittwoch an übernimmt Martin Schmidt das Training, der zuletzt vor einem Jahr den VfL Wolfsburg und davor Mainz 05 trainiert hat. Er bringt einen Co-Trainer mit. "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten alles dafür getan, unsere schwierige Situation gemeinsam zu meistern", ließ sich Manager Stefan Reuter zitieren. Nach den schwankenden Leistungen der Vorwochen habe die Überzeugung gefehlt, "dass wir dies auf Dauer in der bisherigen Konstellation schaffen werden".

Augsburg, das gehört zur Erklärung dieser Entscheidung, war in dieser Saison längst nicht mehr der ruhigste Bundesligastandort. Schon im Januar, nach einem 0:2 bei Borussia Mönchengladbach, hatte Martin Hinteregger, damals Augsburgs Abwehrchef, seinen Trainer scharf kritisiert. Er könne nichts Positives über Manuel Baum sagen, erklärte er, die Kurve sei im vorangegangenen Jahr nach unten gegangen. Hinteregger wurde zunächst suspendiert und dann nach Frankfurt verliehen. Und beim FCA wurde die Lage immer unangenehmer.

Auch vom Brasilianer Caiuby trennte sich der Klub, aus disziplinarischen Gründen. Rani Khedira, ein Spieler aus dem Mannschaftsrat, sprach unterdessen öffentlich von einem "Schlendrian" in der Mannschaft. Hinzu kamen zahlreiche Verletzungen. Die Lage wurde immer brenzliger, die Niederlagen höher, die Abstiegsränge rückten näher - und dann kam das Spiel gegen Hoffenheim.

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Zuvor hatte die Mannschaft nach schlechten Leistungen oft überraschende Reaktionen gezeigt, zum Beispiel Borussia Dortmund 2:1 geschlagen. Diesmal schien sie sich gegen klar bessere Hoffenheimer ihrem Schicksal zu ergeben, während Baum an der Seitenlinie kaum zur Ruhe kam. Allein in der ersten Hälfte änderte er zweimal das System. Und nach dem Spiel blieb Jeffrey Gouweleeuw vor den Journalisten stehen, nach dem Weggang Hintereggers der wichtigste Abwehrspieler. "Es sah heute so aus, dass wir keine gemeinsame Idee hatten", sagte er.