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Aufklärung der WM-Affäre:Die Rolle der Hauptakteure

Da ist Zwanziger. Das leuchtende Bild. Dass er sagt, ihm ginge es nur um die Wahrheit, entlarvt schon sein kalkuliertes Vorgehen: Im Gepäck hat er Anwaltsschriften, Gesprächsprotokolle und wohl auch Verjährungsfristen. Der Streit des einstigen DFB-Präsidenten mit Nachfolger Niersbach ist episch, womöglich ist er die Ursuppe, aus der diese Affäre hochkochte. Zu klären ist auch, ob Zwanziger aus dem Schneider ist, der die Millionen 2005 an die Fifa überwies. Dieser Frage dürfte der DFB mit Sorgfalt nachgehen.

Fußball-WM 2006 Wundern über Theo Zwanziger
Report
Eröffnung des Fußballmuseums

Wundern über Theo Zwanziger

Bei der Eröffnungsgala des Fußballmuseums in Dortmund gibt sich die DFB-Familie vereint und reagiert irritiert auf die neuesten Aussagen ihres ehemaligen Präsidenten. Franz Beckenbauer und Günter Netzer bleiben der Feier fern.   Von Ulrich Hartmann

Dann ist da Beckenbauer, der weiß, wofür die Millionen waren und wohin sie flossen, für die er gegenüber Robert Louis-Dreyfus geradestand. Im Zweifel könnte er auch Fedor Radmann fragen, der ihn wie ein Schatten durch die WM-2006er-Jahre begleitete. Und der das Business hinter den Kulissen so intim kennt, dass seine Berateraktivitäten im Zuge anderer Vergaben, für die WM-Turniere 2018 und 2022, vom Fifa-Ethikkomitee unter die Lupe genommen wurden.

Netzer wurde in der Rolle des Maklers kaum wahrgenommen

Dann ist da Netzer. Der tummelt sich seit Jahrzehnten im schillernden Schweizer Sportmarketing, wurde aber in dieser Rolle bisher kaum wahrgenommen. Im Endspurt der deutschen Bewerbungsphase schloss er üppig dotierte TV-Verträge für quasi wertlose Freundschaftskicks in Ländern von Fifa-Wahlleuten ab. Später saß er mit Louis-Dreyfus im Eigentümerkreis der Agentur Infront. Die wird seit 2006 von Philippe Blatter geführt, Neffe des Affären-Präsidenten. Sie ist klein, die Welt der Fußball-Entscheider.

Zunächst aber muss sich Franz Beckenbauer plausibel zur Millionenfrage äußern. Das ist vielleicht keine Forderung, die juristisch haltbar wäre, es ist aber Wichtigeres: der Anspruch all der Fest- und Fußballfreunde, die bisher an ein Sommermärchen geglaubt haben. Ihr Anspruch wächst von Tag zu Tag.

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