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Aufgabe von Titelverteidiger Christopher Froome:Ein Sturz zu viel

Muss verletzt aufgeben: Titelverteidiger Christopher Froome

(Foto: AP)

Die fünfte Etappe der Tour de France ist für Christopher Froome gleichzeitig auch die letzte: Der britische Titelverteidiger stürzt beim Sieg von Lars Boom schon vor den berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen und muss das Rennen aufgeben. Glück hatten drei deutsche Radprofis.

Der Ausflug auf die Kopfsteinpflaster-Strecke des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix endet für den Titelverteidiger Chistopher Froome schon vor den berüchtigten Passagen mit einer bösen Überraschung. Am Mittwoch um 15.45 Uhr war die 101. Frankreich-Rundfahrt für den Briten vorbei und sein Traum vom zweiten Tour-Sieg in Serie ausgeträumt. Nach zwei Stürzen konnte der schmächtige Radfahrer nicht mehr weiter und stieg 66,8 Kilometer vor dem Ziel kopfschüttelnd mit schmerzverzerrtem Gesicht in den Wagen seines Skyteams.

Zwei Stunden später jubelte Tagessieger Lars Boom aus den Niederlanden als Solist nach der 155,5 Kilometer-Tortur im Dauerregen auf aufgeweichtem Paris-Roubaix-Terrain. Der eigentliche Berg- und Abfahrt-Spezialist Vincenzo Nibali baute seinen Vorsprung gegenüber seinen direkten Konkurrenten im Gesamtklassement aus und nahm seinem jetzt vermeintlich härtesten Rivalen um den Gesamtsieg, Alberto Contador aus Spanien, rund zweieinhalb Minuten ab.

Nebenbei düpierte der Sizilianer auch die Spezialisten um den dreifachen Paris-Roubaix-Sieger Fabian Cancellara. Mut bewies Tony Martin mit einer couragierten Attacke, die aber scheiterte.

Die Organisatoren wollten das große Drama - und sie bekamen es. Viele Profis hatten gegen den Klassiker-Parcours inmitten einer Drei-Wochen-Tour gewarnt und von Unverantwortlichkeit gesprochen. Tony Martin hatte zu den größten Skeptiker gezählt und seine Kritik ("Spiel mit der Gesundheit") auch laut geäußert.

Der dreifache Zeitfahrweltmeister hatte dann trotzdem alles auf eine Karte gesetzt und war kurz nach dem Start mit sieben weiteren Fahrern, darunter auch Marcus Burghardt, ausgerissen. Ein Sturz hatte ihn kurzzeitig zurückgeworfen, doch er fand bald wieder Anschluss an die Ausreißer. Doch 29 Kilometer vor dem Ziel schlossen Nibali und weitere Fahrer zu ihm auf. Danach fiel Martin zurück.

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