Olympique MarseilleAubameyangs missglückter Feuerlöscher-Spaß

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Vorerst suspendiert: Marseilles Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang besprühte ein Mitglied des Trainerstabs mit einem Feuerlöscher.
Vorerst suspendiert: Marseilles Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang besprühte ein Mitglied des Trainerstabs mit einem Feuerlöscher. Daniel Cole/AP/dpa
  • Pierre-Emerick Aubameyang wurde nach einem Feuerlöscher-Streich gegen den Teammanager für das wichtige Spiel bei Le Havre suspendiert.
  • Olympique Marseille kasernierte die Mannschaft im Trainingszentrum, weil nach nur vier Punkten aus sechs Spielen sogar die Conference League gefährdet ist.
  • Die Saison war geprägt von Negativschlagzeilen wie Kabinenschlägereien, Trainerwechsel und dem Rücktritt von Präsident Pablo Longoria.
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Beim Traditionsverein aus Südfrankreich geht es drunter und drüber. Als das Team nun im Saisonendspurt im Trainingszentrum kaserniert wurde, brannten ausgerechnet beim Senior die Sicherungen durch.

Von Stefan Galler, Marseille/München

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Von einem 36-Jährigen erwartet man solche Kapriolen eigentlich nicht, doch ausgerechnet der Alterspräsident im Kader der Fußballmannschaft von Olympique Marseille, Pierre-Emerick Aubameyang, schwang sich am späten Donnerstagabend zum Rädelsführer auf. Seit Montag waren die Südfranzosen im Trainingszentrum kaserniert, weil sich die Klubführung nicht mehr anders zu helfen wusste, um die Talfahrt der zurückliegenden Wochen zwei Spieltage vor Saisonende in der Ligue 1 doch noch irgendwie zu stoppen. Immerhin ist für das stolze OM, das über weite Strecken der Saison auf einem direkten Champions-League-Qualifikationsplatz lag, nach nur vier Punkten aus den jüngsten sechs Spielen plötzlich sogar die Teilnahme an der Conference League in Gefahr geraten.

Offensichtlich hatten der ehemalige Dortmunder Aubameyang und ein knappes Dutzend Kollegen diese bedrohliche Situation ausgeblendet, als sie nun am Donnerstag erst einmal ihre eigenen Zimmer, um es vorsichtig auszudrücken, umgestalteten. Laut französischen Medien sollen sie die Betten umgestellt und auch hier bereits mit einem Feuerlöscher hantiert haben. Jenen brachten sie auch zum Einsatz, als sie die Unterkunft von Teammanager Bouabdellah Tahri, den alle nur Bob nennen, enterten. Aubameyang sprühte nicht nur das Bett und Tahris persönliche Gegenstände ein, sondern den ehemaligen Leichtathleten auch höchstselbst.

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Der 47-Jährige soll dafür zuständig gewesen sein, die Ausgangssperre für die Mannschaft während des Trainingslagers umzusetzen. Er fand die Episode, die laut Aubameyangs Umfeld als Scherz zur Auflockerung der angespannten Situation gedacht war, in keiner Weise komisch, der enge Vertraute des scheidenden Sportdirektors Medhi Benatia beschwerte sich beim Verein. Mit der Folge, dass Aubameyang, in dieser Saison immerhin an 23 Pflichtspieltreffern beteiligt, für das wichtige Auswärtsspiel am Sonntagabend bei Le Havre nicht nominiert wurde. Ohne den Gabuner gewannen die Südfranzosen mit 1:0 und liegen nun einen Spieltag vor Saisonende auf dem sechsten Tabellenplatz – die Champions League ist bereits außer Reichweite.

Für Trainer Habib Beye kommt der Eklat vom Donnerstag zur Unzeit. Der Nachfolger des im Februar entlassenen Roberto De Zerbi, der selbst einst für Marseille gespielt hatte, steht nach drei Monaten bereits wieder vor dem Aus. Zu den skurrilen Vorfällen wollte sich Beye in einer Pressekonferenz am Freitag nicht äußern. „Die Mannschaft befindet sich mental in einer schwierigen Lage“, sagte der Coach und sprach davon, derzeit nicht nur an der fußballerischen Qualität der Mannschaft, sondern auch an deren Psyche arbeiten zu müssen. „Das ist schwierig und kostet viel Kraft.“

Die Saison begann bereits mit einer Kabinenschlägerei

Die unglaublichen Vorfälle vom Donnerstag sind die Spitze einer Reihe von Negativschlagzeilen, die der Klub aus der Provence in dieser Saison produzierte. Es begann schon nach der 0:1-Niederlage in Rennes am ersten Spieltag, als sich Adrien Rabiot und Jonathan Rowe in der Kabine eine Schlägerei lieferten und beide Spieler den Verein anschließend verlassen mussten. Nach einem 0:5 im „Classique“ gegen PSG und der Trennung von De Zerbi brachen alle Dämme: Präsident Pablo Longoria gab sein Amt auf, Sportdirektor Benatia trat erst zurück, wurde vom amerikanischen Investor Frank McCourt aber dazu bewegt, wenigstens bis Saisonende zu bleiben – seither gilt er als „Lame Duck“, er hat im Grunde nichts mehr zu sagen. Allem Anschein nach wird der frühere Bayern-Profi von Grégory Lorenzi, 42, beerbt, der bei Stade Brest in den vergangenen zehn Jahren eine schlagkräftige Mannschaft geformt und den Klub aus der Ligue 2 bis in die Champions League geführt hat.

Der nächste Ärger nimmt bereits konkrete Formen an: Flügelstürmer Mason Greenwood, in der Vorsaison gemeinsam mit Ousmane Dembélé französischer Torschützenkönig, wird von den Fans zunehmend kritisch hinterfragt. Das hängt vor allem mit seiner fehlenden Einstellung in den jüngsten Partien zusammen. Der Engländer war während seiner Zeit bei Manchester United wegen häuslicher Gewalt angeklagt worden. Zwar zog seine Partnerin, mit der Greenwood mittlerweile zwei gemeinsame Kinder hat, diese Anklage damals zurück, doch schon bei seiner Verpflichtung im Sommer 2024 war er auf Ablehnung bei einem Teil der Fangemeinde gestoßen, was durch die aktuellen Probleme wieder befeuert wurde.

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