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ATP-Turnier in Doha:Mayer und Brands überraschen

Total fokussiert: Florian Mayer gewinnt in Doha gegen Andy Murray

(Foto: AFP)

Deutsche Tennisprofis besiegen Murray und Ferrer, Tobias Kamke steht sogar knapp vor einer noch größeren Sensation. Eishockey-Erstligist Adler Mannheim holt Hans Zach als neuen Trainer. Langläufer Hannes Dotzler überrascht als Zweiter in Lenzerheide.

Tennis, ATP-Turnier in Doha: Florian Mayer ist beim ATP-Tennisturnier in Doha eine Überraschung geglückt. Gegen den britischen Wimbledonsieger Andy Murray setzte sich der Bayreuther am Mittwoch mit 3:6, 6:4, 6:2 durch und erreichte damit die Runde der letzten Acht. Für den 30-jährigen war es der erste Sieg gegen den Weltranglistenvierten. Dabei hatte Mayer im zweiten Satz bereits 0:3 in Rückstand gelegen. "Ich weiß gar nicht, wie ich zurückgekommen bin", sagte Mayer: "Ich habe fantastisch gespielt, ich war aggressiv und habe einfach alles versucht. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren."

Der Augsburger Philipp Kohlschreiber verlor in Doha dagegen das deutsche Duell gegen Peter Gojowczyk 6:7 (4:7), 6:7 (7:9). Der Münchner zog zum ersten Mal auf der ATP-Tour in ein Viertelfinale ein, der Weltranglisten-162. hatte sich erst über die Qualifikation in das Hauptfeld gekämpft. In der Runde der besten Acht trifft Gojowczyk nun auf Dustin Brown. Der Tennisprofi aus Winsen/Aller bezwang ebenfalls überraschend den Kroaten Ivo Karlovic mit 3:6, 7:6 (15:13), 6:4. Die deutsche Erfolgsgeschichte am Neujahrstag wurde am Abend sogar noch um ein Kapitel erweitert, als der Deggendorfer Daniel Brands den Weltranglistendritten David Ferrer (Spanien) 6:4, 7:5 schlug und als vierter deutsche Profi das Viertelfinale erreichte.

An einer Sensation schnupperte Tobias Kamke gegen Rafael Nadal. Der Lübecker zwang den Branchenführer aus Spanien in den entscheidenden Satz, unterlag jedoch nach 2:25 Stunden und einer beherzten Vorstellung 3:6, 7:6 (7:3), 3:6. Letztlich scheiterte Kamke an sich selbst, bei all seinen drei Aufschlagverlusten servierte der 27-Jährige einen Doppelfehler im entscheidenden Moment. Ausgeschieden ist auch Benjamin Becker (32) beim ATP-Turnier im indischen Chennai. Der Routinier aus Orscholz unterlag dem topgesetzten Schweizer Stanislas Wawrinka 3:6, 1:6.

Eishockey, DEL: Hans Zach ist neuer Trainer der Adler Mannheim. Der Klub der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gab die Verpflichtung des ehemaligen Nationaltrainers am Neujahrstag bekannt. Nur einen Tag zuvor hatte sich Mannheim von seinem bisherigen Headcoach Harold Kreis getrennt. Zach wird bereits am Donnerstagvormittag das Training leiten und am Freitag in Krefeld sein neues Team betreuen. Er unterschrieb bei den Nordbadenern einen Vertrag bis zum Saisonende am 30. April. Markus Berwanger ist sein Assistent.

Fußball, FC Bayern München: Nach einem Jahr der Superlative peilt Philipp Lahm mit dem FC Bayern München auch im Jahr 2014 reichlich Titel an. "Natürlich ist es eigentlich fast unmöglich, das alles zu wiederholen - vor allem direkt im Jahr darauf. Aber wir streben danach. Wir wollen wieder da hin, wo wir waren. Wir wollen wieder in die Finals, wir wollen wieder Trophäen! Das wird eine große Herausforderung", sagte der Kapitän des deutschen Fußball-Rekordmeisters in einem Interview auf der Internetseite des Vereins. Nach dem Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League hatte der FC Bayern im Jahr 2013 noch den europäischen Supercup und kurz vor Weihnachten die Club-WM gewonnen.

Langlauf, Tour de Ski: Skilangläufer Hannes Dotzler ist beim ersten Distanzrennen der Tour de Ski überraschend auf das Podest gestürmt. Der 23 Jahre alte Sonthofener wurde über 15 Kilometer im klassischen Stil in Lenzerheide/Schweiz Zweiter und musste sich nur nur dem Kasachen Alexej Poltoranin geschlagen geben und verbuchte das beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. Dotzler sicherte sich damit auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi. Bei einem erstaunlich starken Rennen der deutschen Langläufer kamen auch Thomas Bing (Dermbach) als Vierter und Routinier Jens Filbrich (Frankenhein) als Siebter unter die besten Zehn. Tim Tscharnke (Biberau) wurde Zwölfter. Enttäuschend verlief die Etappe für die deutschen Routiniers. Der zweimalige Weltmeister Axel Teichmann (Bad Lobenstein wurde 36., der frühere Gesamtweltcup-Sieger Tobias Angerer (Vachendorf) kam sogar nur auf Platz 65 ins Ziel. Mit Platz 14 übernahm der Norweger Martin Sundby die Führung im Gesamtklassement der Tour. Nach einem Ruhetag am Donnerstag wird die Tour de Ski am Freitag mit dem Männer 35 Kilometer langen Marathon von Cortina nach Toblach in den Dolomiten fortgesetzt.

Die deutschen Skilangläuferinnen um Aufsteigerin Denise Herrmann haben beim ersten Distanzrennen der Tour de Ski dagegen die Spitzenplätze deutlich verpasst. Beste Deutsche beim Sieg der Finnin Kerttu Niskanen im Massenstart von Lenzerheide über zehn Kilometer im klassischen Stil war Stefanie Böhler (Ibach) auf Platz 19. Herrmann (Oberwiesenthal) wurde 20. und verlor damit auch ihren dritten Platz in der Tour-Wertung. Allerdings stieg die 25-Jährige, die auf den ersten drei Etappen die Plätze vier, zwei und drei belegt hatte, auch wie geplant nach dem Rennen in der Schweiz aus der Etappen-Veranstaltung aus.

Olympische Winterspiele, Thomas Bach: Nach den verheerenden Terroranschlägen in Wolgograd plädiert IOC-Präsident Thomas Bach für unpolitische Winterspiele im Februar. Die Olympischen Spiele sollten "keine Plattform für Politik oder Spaltung" sein, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees in einer Neujahrsbotschaft. Die Wettbewerbe "sollten eine Demonstration für die Einheit in der Vielfalt und für bemerkenswerte sportliche Leistungen sein". Die Anschläge vom Sonntag und Montag verurteilte Bach als "feige Terrorattacken". In der rund 700 Kilometer von Sotschi entfernten Stadt waren mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Trotzdem rechnet er mit sicheren Winterspielen, bestätigte Bach erneut. Der Terrorismus dürfe "niemals triumphieren". "Wir vertrauen darauf, dass die russischen Verantwortlichen für sichere Olympische Winterspiele für alle Athleten und Teilnehmer sorgen werden", bekräftigte Bach. Russland steht international wegen eines harten Anti-Homosexuellen-Gesetzes und wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Die Winterspiele an der russischen Schwarzmeerküste laufen vom 7. bis 23. Februar.

Tennis, WTA-Tour: Angelique Kerber und Annika Beck haben bei den WTA-Turnieren in Brisbane/Australien und Shenzhen/China das Viertelfinale erreicht. Dagegen sind Sabine Lisicki und Julia Görges nicht mehr dabei. In Brisbane profitierte die 25-jährige Kerber, an Nummer fünf gesetzt, unter anderem von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer russischen Achtelfinal-Gegnerin Anastasia Pawljutschenkowa, die beim Stand von 6:3, 4:3 für die Kielerin nicht weiterspielen konnte. Kerber trifft nun auf die frühere Weltranglistenerste Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 4). In Shenzhen gewann Annika Beck gegen Viktorija Golubic aus der Schweiz mit 6:3, 5:7, 6:3. Nächste Gegnerin der an Nummer acht gesetzten Bonnerin ist die Österreicherin Patricia Mayr-Achleitner. Nicht mehr dabei sind Kerbers Fed-Cup-Kolleginnen Sabine Lisicki (Berlin) und Julia Görges (Bad Oldesloe). Wimbledonfinalistin Lisicki trat in Brisbane wegen einer akuten Magen-Darm-Erkrankung nicht zum Achtelfinale gegen die Schweizerin Stefanie Vögele an. Görges verlor im neuseeländischen Auckland in der Runde der letzten 16 gegen die Japanerin Sachie Ishizu mit 2:6, 6:3, 5:7.

Basketball, NBA: Am Ruhetag für Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks ist der Kehraus 2013 für die Klubs der deutschen Profis in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga durchwachsen verlaufen. Die Atlanta Hawks siegten mit Nationalspieler Dennis Schröder bei Rekordmeister Boston Celtic knapp 92:91, während die Los Angeles Lakers ohne Chris Kaman beim 79:94 gegen die Milwaukee Bucks ihre sechste Niederlage in Serie hinnehmen mussten. Nowitzki und die Mavericks hatten bereits am Montag ihr letztes Spiel vor dem Jahreswechsel 100:98 bei den Minnesota Timberwolves gewonnen. Bei Atlantas Sieg in Boston wurde Schröder, der zwischenzeitlich zum Farmteam Bakersfield Jam abgeschoben worden war, zum vierten Mal nach seiner Rückkehr zu den Hawks eingesetzt. Der 20 Jahre alte Braunschweiger erhielt beim Ost-Dritten 6:01 Minuten Spielzeit, allerdings blieb der Braunschweiger während seines Einsatzes ohne Punkt.

Gar keine Gelegenheit zu punkten bekam Kaman bei den Lakers. Trainer Mike D'Antoni verzichtete auf seinen deutschen Star, doch brachte die Personalentscheidung für die Kalifornier auch nicht die erhoffte Trendwende. Die Lakers liegen im Westen mit einer Erfolgsquote von knapp 40 Prozent derzeit nur auf dem 13. und drittletzten Tabellenplatz.