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Athletenförderung:Dem IOC ist offenkundig daran gelegen, das Thema kleinzuhalten

Das IOC behauptet bei solchen Diskussionen seit Jahren, dass 90 Prozent der Einnahmen in den Sport zurückflossen. Doch Hartung stellt das nicht zufrieden. "Ich kann nicht nachvollziehen, was mit den Mitteln passiert, wenn sie an ein nationales olympisches Komitee oder einen Fachverband gehen. Nur darauf zu vertrauen, dass dieses Geld wirklich für den Sport eingesetzt wird und nicht im falschen Säckel landet, das ist ein bisschen viel verlangt" sagt er der SZ. Und außerdem seien schon zehn Prozent, die nicht zurück in den Sport gehen, angesichts der Milliardeneinnahmen sehr viel: "Braucht das IOC wirklich so viele Millionen? Braucht das IOC einen Glaspalast in Lausanne?"

Dem IOC selbst ist offenkundig daran gelegen, das Thema kleinzuhalten. Er wolle gerne die Kritiker aus Deutschland einladen, um das Solidaritätsmodell "zu diskutieren und zu erklären", sagte IOC-Chef Thomas Bach dem Branchendienst Inside the Games. Es wird nun interessant sein, ob und wie andere Athletenvertreter auf den Vorstoß der Deutschen reagieren. Die Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, die frühere Spitzen-Schwimmerin Kirsty Coventry aus Simbabwe, verteidigte die klassische IOC-Linie. In vielen Ländern gibt es gar keine richtige Athletenvertretung. Hartung hofft aber auf Mitstreiter aus anderen westlichen Nationen, beispielsweise aus den USA und aus Kanada, aus Frankreich und aus Großbritannien.

Dabei geht angesichts der Debatte um die direkte Sportlerförderung fast unter, dass die deutschen Athleten in ihrem offenen Brief noch eine zweite Forderung erhoben. Angesichts des schlechten Zustandes des Anti-Doping-Kampfes sollen zehn Prozent der Einnahmen des IOC in ein unabhängiges Anti-Doping-Management fließen. Das wären pro Jahr also 137,5 Millionen Euro. Bisher beträgt das Budget der zuständigen Welt-Anti-Doping-Agentur nur ein Fünftel davon. Das IOC will darauf nicht eingehen. Es verweist darauf, dass es schon jetzt die Hälfte des Wada-Budgets finanziere - und aus der olympischen Bewegung für die nächsten drei Jahre zirka 25 Millionen Euro in eine neue Test-Organisation fließen.

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