FC Arsenal in der Premier LeagueSo beschwingt wie in besten Hinrundenzeiten

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Ausgetanzt: Fulhams Raul Jimenez (rechts) sinkt zu Boden, nachdem ihn Arsenals Bukayo Saka verladen hat.
Ausgetanzt: Fulhams Raul Jimenez (rechts) sinkt zu Boden, nachdem ihn Arsenals Bukayo Saka verladen hat.
Kin Cheung/AP
  • Arsenal gewinnt 3:0 gegen Fulham und führt die Premier League mit sechs Punkten Vorsprung vor Manchester City an.
  • Bukayo Saka entscheidet die Partie mit einer Vorlage und einem Tor, nachdem er über einen Monat verletzt ausgefallen war.
  • Per Mertesacker wird vor dem Spiel nach anderthalb Jahrzehnten bei Arsenal verabschiedet, zwei seiner Nachwuchstalente stehen in der Startelf.
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Der FC Arsenal legt beim 3:0 gegen Fulham im Meisterschaftsduell mit Manchester City eindrucksvoll vor. Im Fokus: Rückkehrer Bukayo Saka – und Per Mertesacker.

Von Sven Haist, London

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Kurz vor Anpfiff der Premier-League-Partie zwischen dem FC Arsenal und dem FC Fulham tauchte Per Merte­s­acker plötzlich am Spielfeldrand auf. Der deutsche Weltmeister, der seine Karriere bei den Londonern vor acht Jahren beendete und anschließend die Leitung der Nachwuchsabteilung des Vereins übernahm, wurde nicht etwa von Trainer Mikel Arteta wegen einiger verletzungsbedingter Ausfälle kurzfristig reaktiviert, sondern vom eigenen Verein vor einem ausverkauften Stadion geehrt. Zu Jahresbeginn hatte Mertesacker, 41, angekündigt, den Klub zum Saisonende nach insgesamt ande­r­thalb Jahrzehnten zu verlassen. Als Würdigung seiner Verdienste um die Talententwicklung überreichte ihm Geschäftsführer Richard Garlick eine silberne Kanone, eine Miniaturnachbildung des ikonischen Emblems der Gunners.

Als noch größere Auszeichnung dürfte der frühere Verteidiger jedoch das 3:0 seines Klubs gegen Fulham am Samstag aufgefasst haben. Denn die Partie, die er im Stadion verfolgte, geriet zu einer Hommage auf seine Arbeit. Es war Bukayo Saka, ein Eigengewächs, das die Partie gegen den Londoner Stadtnachbarn entschied: durch seine Vorlage zum 1:0 für Doppeltorschütze Viktor Gyökeres (9. Minute/45.+4) sowie durch seinen eigenen Treffer zum 2:0 (40.). Zur Pause wurde Saka ausgewechselt, um ihn für das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid in London am Dienstag (Hinspiel 1:1) zu schonen. Der deutsche Nationalspieler Kai Havertz stand nach seiner Muskelverletzung noch nicht wieder im Kader. Er könnte gegen Atlético wieder zum Team stoßen.

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In Flügelspieler Saka, 24, der in Abwesenheit von Martin Ödegaard auch Kapitän seiner Mannschaft ist, sowie Linksverteidiger Myles Lewis-Skelly, 19, in der ungewohnten Rolle des Ballverteilers im Mittelfeld sta­nden gleich zwei Talente aus der eigenen Jugendschmiede in der Startelf. Beide haben bisher für keinen anderen Profiverein als Arsenal gespielt und stießen bereits im Kindesalter zum Klub. Den Sprung von den Junioren zu den Profis schafften sie jeweils, nachdem Mertesacker den Funktionärsposten bezogen hatte. Dasselbe gilt für Max Dowman, 16, ein weiterer vielversprechender Jungprofi, der gegen Fulham in der Schlussphase eingewechselt wurde. Selbst beim Gegner wirkte in Emile Smith Ro­we ein einstiger Arsenal-Spieler mit, der Mertesackers Wirken im Nachwuchs einst noch gestreift hatte.

Dank des überragenden Saka und des nicht weniger auffälligen Lewis-Skelly hat Arsenal im Fernduell um die Meisterschaft gegen Manchester City eindrucksvoll vorgelegt. Die Gunners führen die Tabelle nun mit sechs Punkten Vorsprung an und haben sich auch im Torverhältnis einen kleinen Puffer erarbeitet. Dauerchampion City, der zwei Partien weniger bestritten hat, muss am Montagabend im anspruchsvollen Auswärtsspiel beim FC Everton nachlegen. Durch die beiden Heimsiege gegen Newcastle und Fulham hat Arsenal den sich in den vergangenen Jahren als verflixt erweisenden April immerhin nur mit einem blauen Auge überstanden. Zwar wackelte der Verein auch diesmal kurzzeitig und kassierte im vergangenen Monat zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren zwei Liganiederlagen in Serie. Doch die jüngsten Erfolge wirken wie ein Energieschub für die entscheidenden Saisonwochen – zumal Saka wieder fit ist.

Der hatte sich nach dem verlorenen League-Cup-Finale gegen Manchester City Mitte März eine Blessur an der Achillessehne zugezogen und war mehr als einen Monat lang ausgefallen. Ohne Saka gewann Arsenal nur eines von fünf Pflichtspielen. Hinter Torjäger Gyökeres hat Saka intern noch immer die meisten Torbeteiligungen gesammelt. Er ist vor allem jener Unterschiedsspieler bei Arsenal, der in beiden Disziplinen in dieser Saison annähernd gleich stark ist: als Vollstrecker und Vorlagengeber. Und das stellte er gegen Fulham erneut unter Beweis.

Mertesacker werde bei Arsenal ein „Vermächtnis“ hinterlassen, lobt Trainer Arteta

Vor dem Führungstor schüttelte er mit einem schnellen Haken Gegenspieler Raúl Jimenez ab, der wie ein Schlittschuhläufer ohne Schlittschuhe auf dem Eis die Balance verlor und auf dem Boden zurückblieb, während Saka davoneilte und im Strafraum mit einer scharfen Flanke Gyökeres bediente. Der Schwede revanchierte sich später, indem er Sakas Treffer mit einem geschickten Steckpass einleitete. Von halbrechts im Strafraum schloss Saka in die linke untere Ecke ab – nachdem sich Fulhams Torwart Bernd Leno kurz zur Mitte orientiert hatte. Saka habe „einen weiteren Schritt gemacht“, kommentierte Arteta: „Jeder konnte sehen, was er leisten kann.“

Ähnlich positiv äußerte sich der Trainer über Lewis-Skelly, der Stammspieler Martín Zubimendi eine Verschnaufpause ermöglichte. Mit seiner Ballsicherheit strukturierte Lewis-Skelly das Spiel der Gunners. Aufgrund seiner verschiedenen Fähigkeiten könne er „auf jeder Position“ spielen, lobte Arteta. Auf der Ehrenrunde umarmte der Trainer seinen Spieler besonders lange vor den Fans. Dass die Spielweise der Gunners so beschwingt wirkte wie seit den Hinrundenzeiten nicht mehr, lag insbesondere an Saka und Lewis-Skelly – und daran, dass Arteta mit ihnen zwei frische Kräfte aufgeboten hatte.

Entsprechend bedankte sich Arteta auf der Pressekonferenz später auch bei Per Mertesacker. Sein früherer Teamkollege beim FC Arsenal werde „ein Vermächtnis hinterlassen, das noch sehr, sehr lange bestehen“ werde. Menschlich sei er einer der vornehmsten Menschen, die er im Fußball je getroffen habe, schwärmte Arteta; und beruflich habe er zuletzt „wirklich den Unterschied ausgemacht, sodass Kinder und Familien ihre Träume verwirklichen konnten“. Bei seiner Verabschiedung im Stadion hatte Mertesacker noch einmal Ovationen erhalten – wie einst als Spieler.

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