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Arminia Bielefeld:Ein Stuttgarter Sieg wäre nicht verdient gewesen

Aus dem ersten Durchgang gab es tatsächlich nichts zu berichten, was einer der beiden Keeper stolz zu Hause referieren müsste. Aber immerhin einmal zeigten einer derjenigen Spieler, die auch schon problemlos in der ersten Liga am Ball waren (und die mit ein, zwei Ausnahmen allesamt ein Stuttgarter Trikot trugen), was er nicht verlernt hat: nach einem perfekt getimten langen Ball von Wataru Endo legte Gonzalo Castro in vollem Lauf per Außenrist auf Gomez ab, der dann allerdings eher an den Torwart als an den Ball kam. Technisch perfekt war Castros Vorarbeit aber dennoch. Auch beim einzigen Stuttgarter Treffer durch Gomez (53.) war die Vorarbeit sehenswerter als der Abschluss. Nicolas Gonzalez schoss eine optimale Flanke für einen Mittelstürmer, der in seiner Karriere nicht oft so frei zum Köpfeln gekommen sein dürfte wie Gomez.

Ein Stuttgarter Sieg wäre allerdings nicht verdient gewesen, dazu verteidigte Bielefeld im ersten Durchgang zu gut. Dazu machte Stuttgart zu viele Fehler im Aufbauspiel. Und dazu zeigte der Gast im zweiten Durchgang zu eindrucksvoll, warum er die Überraschungsmannschaft dieser Bundesligasaison ist. Weil er als Mannschaft funktioniert und unter Trainer Uwe Neuhaus eine Spielidee hat, die in der Zweiten Liga vielerorts noch verpönt ist. Der Ball bleibt am Boden, es wird Fußball gespielt.

Flanken in die Sturmspitze sind natürlich auch unter Neuhaus erlaubt: Nach einer vergebenen Doppelchance durch einen Doppel-Kopfball von Fabian Klos (75.) schoss Cebiou Soukou den Ausgleich (76.), ehe Soukou und Sven Schipplock einen Konter so hampelig ausspielten, dass es bei einem 1:1 blieb, das den Stuttgartern nun wie ein Punktgewinn vorkommen musste. "Am Schluss war Bielefeld näher am 2:1 dran", gab auch VfB-Keeper Gregor Kobel zu, während Arminen-Trainer Neuhaus "noch viele Stolpersteine" auf dem Weg zum Aufstieg sah. Nicht ganz so viele schien sein Kollege Pellegrino Matarazzo ausgemacht zu haben: "Sie sind die stabilste Mannschaft und stehen zurecht ganz oben."

© SZ.de/sonn/cat
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