Arjen Robben beim FC Bayern Robben funktioniert überall

Trotzdem war Robben der beste Spieler auf dem Platz. Das lag zum einen daran, dass er sich brav an die Vorgaben hielt. Zwar dribbelte er viel, wie auf der Außenbahn, doch er spielte auch kluge Pässe, in der ersten Hälfte lupfte er den Ball einmal per Direktabnahme auf Thomas Müller, in der zweiten Halbzeit bewies er Übersicht und setzte Lewandowski und Schweinsteiger in Szene. Es lag zum anderen aber auch daran, dass sein Spiel derzeit einfach überall zu funktionieren scheint. Der 30-Jährige ist seit Monaten in bestechender Form, an neun Münchner Bundesligatoren war er in dieser Saison direkt beteiligt.

Bundesliga Anfällig nur bei Superhelden
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Sieg des FC Bayern in Berlin

Anfällig nur bei Superhelden

Berlins John Anthony Brooks verdirbt dem FC Bayern fast den Abend - doch auch gegen Hertha BSC bleibt der FC Bayern unbesiegbar. Trainer Pep Guardiola ist trotzdem unzufrieden und beklagt den Verlust der "eigenen Spielkultur".   Von Sebastian Fischer

Vor dem 1:0 (27. Minute) befand sich der Holländer bereits innen, in der Spielfeldmitte. Und trotzdem schaffte er es mit Hilfe einer Hackenvorlage von Thomas Müller, die Berliner Verteidiger mit dem alten Robben-Schlenker zu narren: Er zog Richtung Gehäuse, schlenzte, lange Ecke, Tor. "Die Zusammenarbeit war gut," sagte der Torschütze hinterher und grinste. "Wir sind flexibel", so seine kurze Analyse der Rochaden. Für die Niederlande hatte Robben bei der Weltmeisterschaft im Sommer eine ähnliche Rolle ausgefüllt, dort ging es immerhin bis ins Halbfinale.

Ob das Mittelfeld-Gebilde der Münchner eine Raute habe darstellen sollen, wollte noch jemand wissen. "So ungefähr", sagte Robben, er wusste ja auch, dass nicht alles funktioniert hatte und die Bayern in der zweiten Halbzeit uninspiriert aufgetreten waren. "Wir können nicht immer top spielen. Die zweite Halbzeit war nicht gut. Drei Punkte - und Schluss." So einfach ist das derzeit beim deutschen Meister, der dem Rest des Geschehens längst entschwebt ist.

Das beeindruckende - oder je nach Sichtweise das traurige - war diesmal, dass dem sonst so dominanten Ensemble Guardiolas eine recht herkömmliche Leistung zum Sieg genügte. Wenn die Mannschaft nicht im Kollektiv glänzt, reicht eben die Klasse Einzelner. Am Samstag war Robben dieser Einzelspieler. Und das, obwohl er auf ungewohntem Terrain unterwegs war. Oder vielleicht gerade deshalb? Robben lief am Samstagabend im Trippelschritt in Richtung Kabine. Die Nummer zehn auf seinem Rücken schien er dabei besonders stolz zu tragen.


Quelle: Opta Sportdaten

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