Anti-Doping-Kampf:Fehlbesetzung mit System

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Frank Ullrich (links) und Olaf Scholz bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Oberhof im vergangenen Jahr. (Foto: Imago)

Seine Rolle im DDR-Dopingsystem hat der frühere Biathlet Frank Ullrich nie aufgeklärt. Trotzdem wollte er Aufsichtsrat der Anti-Doping-Agentur werden - und kaum jemand widersprach. Das desavouiert die gesamte Sportpolitik.

Kommentar von Johannes Aumüller

Noch im September vergangenen Jahres durfte Frank Ullrich einen besonderen politischen Triumph genießen. Da wurde der frühere Biathlon-Olympiasieger als der Mann gefeiert, der den ehemaligen Verfassungsschutz-Chef und CDU-Rechtsausleger Hans-Georg Maaßen bezwang - im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis 196 in Thüringen. Kurz danach stieg Ullrich zum Vorsitzenden des Bundestags-Sportausschusses auf. Doch nun ist der SPD-Politiker schwer angeschlagen; und sein Fall ist ein Lehrstück über die Ignoranz und die Realitätsverweigerung, die den Sport und die Sportpolitik so oft kennzeichnen.

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