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Anti-Doping-Gesetz:"Dopern droht schlimmstenfalls auch Gefängnis"

Anti-Doping-Gesetz

Fläschchen mit anabolen Steroiden.

(Foto: dpa)
  • Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf eines Anti-Doping-Gesetzes beschlossen.
  • In den kommenden Monaten wird es im Bundestag beraten.
  • Eine Verabschiedung durch das Parlament ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
  • Ziel des Gesetzes ist, Doping im Sport effektiver zu bekämpfen.

Dopingsünder müssen mit bis zu drei Jahren Haft rechnen

Die Bundesregierung hat in der Kabinettssitzung am Mittwoch den Entwurf für das geplante Anti-Doping-Gesetz beschlossen. Das gemeinsam von den Ministerien des Inneren, der Justiz und der Gesundheit erarbeitete Gesetz sieht unter anderem vor, erstmalig das Selbstdoping von Sportlern sowie den Besitz von Dopingmitteln uneingeschränkt unter Strafe zu stellen. Dabei könnten überführten Athleten sogar Haftstrafen von bis zu drei Jahren drohen.

"In Deutschland wurde seit Jahrzehnten über ein Anti-Doping-Gesetz gestritten. Ich bin froh, dass uns jetzt ein Durchbruch gelungen ist. Unser Anti-Doping-Gesetz ist ein Statement für den sauberen Sport und eine Kampfansage an das Doping im Spitzensport", sagte Justizminister Heiko Maas (SPD): "Mit unserem Anti-Doping-Gesetz unterstützen wir die Olympiabewerbung Hamburgs. Athleten, Zuschauer, Sponsoren und Verbände: Alle wollen saubere Spiele. Es darf keine Siege und Medaillen mehr um jeden Preis geben."

Datenschützer und der DOSB haben Bedenken wegen der Umsetzung

Eine Verabschiedung durch das Parlament ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Zuletzt hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Bedenken angemeldet und vor juristischen Problemen bei der Umsetzung gewarnt. Kritik hatte es auch von Datenschützern und der Athletenkommission des DOSB gegeben. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) unterstützt dagegen den Vorstoß der Politik.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte sich zuletzt gegen zu viel Einflussnahme des Sports auf die Ausgestaltung des Gesetzes ausgesprochen. "Wir reden hier über Strafrecht und ein Bundesgesetz. Da gilt das Primat der Politik - und nicht die Autonomie des Sports", hatte der für Sport zuständige CDU-Politiker im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt erklärt.