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Angreifer in Leverkusen:Chicharito ist Stürmer Nummer eins

Das klingt erstens nicht gerade so, als wolle Schmidt Kießling unbedingt halten und zweitens, als könnte sich tatsächlich erweisen, dass Kießling trotz Vertrags bis 2017 am Samstag sein letztes Heimspiel für Bayer Leverkusen gemacht hat. "Wenn du Stefan Kießling heißt, hast du auch Anfragen von anderen Klubs", versichert Sportchef Rudi Völler. Jetzt gehen die Spekulationen erst richtig los, welches Trikot Kießling in der Rückrunde trägt. Hannover und Stuttgart suchen einen Stürmer.

Auch die Gladbacher hätten Bedarf unter Berücksichtigung jener Leistung, die der Ergänzungsspieler Josip Drmic mal wieder geliefert hat. Der Zehn-Millionen-Einkauf, in der vergangenen Saison in Leverkusen von Schmidt verschmäht, findet im Gladbacher Spiel keine Bindung, war am Samstag aber nur ein schwacher Borusse unter vielen. "Katastrophal", fand Kapitän Granit Xhaka jene Mannschaftsleistung, die im elften Bundesligaspiel unter dem Trainer André Schubert die erste Niederlage einbrachte. Schubert lobte hinterher nur einen einzigen: "Stefan Kießling hat ein überragendes Spiel gemacht."

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Die Fans haben Kießling nicht abgeschrieben

879 Minuten hat Kießling in der Hinrunde gespielt, das sind, auf 16 Hinrundenspiele gerechnet, im Schnitt 55 Minuten pro Partie. 15 Mal hat er spielen dürfen, neun mal von Anfang an, zwei Mal wurde er aus- und sechs Mal eingewechselt. Das reicht ihm nicht. Stürmer Nummer eins bei Schmidt ist Javier Hernandez, genannt 'Chicharito'. Er hat gegen Gladbach drei Tore binnen 13 Minuten geschossen, damit nun zehn in der Bundesliga und insgesamt 17 in 20 Pflichtspielen für Leverkusen.

Am Samstag haben Hernandez und Kießling ausnahmsweise zusammen stürmen dürfen - es hat vorzüglich funktioniert. Dennoch hat Kießling Zweifel, ob Schmidt ihm künftig mehr Spielzeit einräumt. Den Mexikaner Hernandez haben sie bei seiner Auswechslung mit dem Titellied der alten TV-Serie "Speedy Gonzalez" verabschiedet. "Speedy-bi, speedy-bo, die schnellste Maus von Mexiko", dröhnte es durch die Arena und Kießling in den Ohren.

Doch die Fans haben ihn nicht abgeschrieben. Sie lockten ihn mit minutenlangen Sprechchören aus den Katakomben und feierten ihn. Fast liebevoll verabschiedete sich der gerührte Kießling von den Zuschauern. Auch dieses Bild nehmen Beobachter als Indiz dafür, dass Kießling den Klub verlässt. Sollte dies so eintreffen, hätte er in seinem letzten Heimspiel für Leverkusen mit vier Scorerpunkten noch einmal eine persönliche Bestmarke aufgestellt. Zuvor hatte er jedoch vier Monate lang gar nicht getroffen, sein bis dato einziger Bundesligatreffer datierte aus dem ersten Saisonspiel.

"Ich bin seit zehn Jahren in Leverkusen und habe noch nie so oft auf der Bank gesessen", sagt Kießling. "Da ist man als Stürmer natürlich genervt." Der gebürtige Franke lässt offen, ob er in der Rückrunde noch für Leverkusen spielt. "Ich liebe diesen Verein über alles, aber ich will auch spielen." Über dieses Dilemma müsse er nun erst einmal nachdenken.