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Angelique Kerber:Kerber will "nicht mehr 30 Turniere spielen"

Der grobe Plan für die Saison steht indes, Ziele geben Halt. "Ich will mich auf die großen Turniere fokussieren. Die ich gut spielen und gewinnen möchte", sagt sie und klingt gleich entschlossener. "Und ich möchte auch von der Turnieranzahl runtergehen. Da bin ich mittlerweile mit meiner Erfahrung so weit, dass ich nicht mehr 30 Turniere spielen muss und unbedingt diese Matchpraxis brauche. Das werde ich dieses Jahr durchziehen."

Dubai lässt sie aus, in Doha plant sie die Rückkehr auf die Tour. Dort wartet die nächste Challenge: ehrgeizig zu sein, ohne zu viel von sich erwarten zu können. "Ich habe schon so viel gemeistert. Ich bin sicher, dass ich auch diese Phase meistern werde."

Am meisten Begeisterung versprüht Kerber beim Thema Olympia. Sie könnte im Einzel, Doppel und Mixed antreten, Wunschpartner im gemischten Doppel wäre - wie sie schon im Dezember 2019 kundgetan hat - Alexander Zverev: "Der Hopman Cup mit ihm hat Spaß gemacht", sagt sie nun nochmals; dort waren sie ein Duo. "Tokio hat einen großen Stellenwert, es wären meine dritten Spiele", schwärmt Kerber weiter, was nebenbei heißt: Sie nimmt an der Fed-Cup-Finalwoche Mitte April in Budapest teil, da sie für die Olympia-Qualifikation noch einen Fed-Cup-Einsatz braucht. Dort trifft Deutschland in Gruppe D auf Tschechien und die Schweiz, wie die Auslosung am Dienstag ergab. "Als ich in London dabei war, hatte ich schon Gänsehaut bei der Eröffnung", erinnert sich Kerber. "Vor vier Jahren bin ich auch zur Eröffnung gegangen. Und ich werde es auch dieses Jahr machen. Auch wenn ich am nächsten Tag spiele. Dieses Gefühl, für Deutschland rauszulaufen, ist einzigartig."

Sie überlegt: "Mal gucken, wer die Fahne trägt", sagt sie. 2016 (Timo Boll) und 2018 (Eric Frenzel) waren ja zwei Männer dran. Jetzt wieder eine Frau? "Ich würde das sehr gerne machen", antwortet Kerber. "Das wäre eine große Ehre." Dann lacht sie herzlich und befreit auf.

© SZ vom 12.02.2020/jjs/ebc
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