Angebliche Manipulation bei der Basketball-WM:Einladungen zum Dunkingfest

Trainer Andrei Lemanis, der gegen Angola in Aron Baynes und Joe Ingles seine stärksten Leute geschont hatte, betonte schon direkt nach der Partie: "Als Australier kämpfen wir immer richtig. Es wird immer Spekulationen geben, ich kann nicht kontrollieren, was Leute denken."

Diese Haltung unterstreicht sein Verband auch auf SZ-Anfrage in einer Erklärung. Darin heißt es: "Basketball Australia weist jegliche Anschuldigungen einer absichtlichen Niederlage zurück. Die ,Boomers' gingen in die Partie, um zu gewinnen. Gegenteilige Behauptungen sind spekulativ und beleidigend für unsere Mannschaft."

Für das Fehlen der wichtigsten Spieler liefern die Australier eine Begründung, gegen die eine Bestrafung schwer durchzusetzen ist. Baynes und Ingles seien angeschlagen, andere wie Chris Andersen und Matthew Dellavedova schlicht erschöpft gewesen und hätten deshalb nur wenige Minuten aufs Parkett gekonnt. Die Rochaden im Kader basierten auf "eindeutigen" Ratschlägen der medizinischen Abteilung, schließlich sei der Turniermodus mit fünf Partien in sechs Tagen sehr strapaziös.

Und ganz grundsätzlich könnten Australier so etwas wie bewusst verlieren gar nicht, so die Selbsteinschätzung des Verbandes: "Die ,Boomers' sind für ihre Hartnäckigkeit und ihren Siegeshunger bekannt. Wir stehen für sauberes Spiel und integeres Auftreten." Mit der Fiba wolle man kooperieren, auch wenn die Vorwürfe falsch seien. Dass die Australier so reagieren, war zu erwarten - es lässt sich eben kaum beweisen, dass sie willentlich am Korb vorbei warfen oder die Angolaner zum Dunkingfest einluden.

Somit ist der Weltverband am Zug, die Sache entweder zu den Akten zu legen oder detailliertere Untersuchungen einzuleiten. Auf Anfrage bestätigte die Fiba lediglich, dass der Strafenkatalog von Geldbußen bis zu Sperren verschiedene Sanktionen vorsieht. Das letzte Wort habe Verbandsboss Patrick Baumann, eine Entscheidung stehe noch aus. Wer Basketball verstehen will, kommt um das Reglement eben nicht herum.

© SZ vom 10.09.2014/jbe
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