Was hat dieser Trainer für Bonmots in München hinterlassen: Nach Siegen wäre er gerne in einen Swimmingpool voll Rotwein gesprungen, er verglich seine Mannschaft mit einem Cadillac, an dem noch ein paar Schrauben locker seien. Sich selbst sah er schon mal als Schneider, der an einem Maßanzug herumschnippelt, bis dieser richtig passt, oder er stellte sich für seinen Klub vor die Kamera und zeigte den Fans, wie ein echter Italiener eine Pizza backt. Man mag das Wirken von Andrea Trinchieri bei den Basketballern des FC Bayern einordnen wie man will, eines war der Italiener nie: langweilig.
Der geneigte Beobachter darf also auch für den Donnerstagabend ein wenig Unterhaltung an der Seitenlinie erwarten, allerdings auf jener der Gäste von Zalgiris Kaunas. Dann nämlich gastiert das litauische Team von Trinchieri in der Euroleague erstmals im SAP Garden, den die Münchner bisher immer als Sieger verlassen haben. Schon vergangene Saison war Kaunas zu Gast in München, allerdings im BMW Park, wo sich die Bayern nach einer knappen 73:74-Niederlage in Kaunas mit einem 64:58-Sieg erfolgreich revanchierten.
Auch Spielmacher Sylvain Francisco wird seinem alten Arbeitgeber einen Besuch abstatten
Was aber nicht sonderlich aussagekräftig ist, München hat in Gordon Herbert einen neuen Trainer, der zumindest emotional das Gegenteil des impulsiven Italieners ist, sowie ein runderneuertes Team. Zudem spielen die Bayern mit 5:2 Siegen eine starke Saison in der europäischen Eliteklasse, was allerdings auch für den Gast gilt: Kaunas reist sogar als Tabellenführer gen Süden.
Neben Trinchieri wird auch Spielmacher Sylvain Francisco seinem alten Arbeitgeber einen Besuch abstatten, der Spielmacher hat die Münchner vor der Saison Richtung Kaunas verlassen und kommt mit der Empfehlung des besten Gäste-Schützen. In der Vorsaison verpassten beide Konkurrenten die Playoffs, nun sind selbige für München wie Kaunas das erklärte Ziel. Wie ernst es Zalgiris ist, zeigt die Nachverpflichtung von US-Flügelspieler Lonnie Walker, der nach sechs Jahren in der NBA von den Boston Celtics kommt. Dem haben die Münchner vor 11200 Zuschauern viel Emotion entgegenzusetzen.
