America's Cup im Segeln:Team New Zealand so schnell wie nie

Louis Vuitton Cup Finals - Races 7 & 8

Rennen durch den Nebel vor San Francisco: Team New Zealand gewinnt die Herausforderer-Runde des America's Cup.

(Foto: AFP)

Mit fast 50 Knoten segelt das Boot aus Neuseeland zum entscheidenden Sieg und darf nun die Titelverteidiger aus den USA herausfordern. Lazio Rom siegt beim Saisonstart, Bernd Schuster unterliegt mit dem FC Malaga nur knapp dem FC Barcelona, deutsche Hockey-Männer feiern EM-Titel.

America's Cup: Die Segler des Teams New Zealand fordern Titelverteidiger Oracle Racing (USA) im Kampf um den 34. America's Cup heraus. Die Neuseeländer gewannen am Sonntag das achte Rennen des Herausforderer-Finals vor San Francisco gegen die Luna Rossa (Italien) mit einem souveränen Vorsprung von 3:20 Minuten und gewannen damit die Serie "Best of 13" mit 7:1.

Das Team New Zealand hatte am Samstag bei ihrem sechsten Erfolg sogar einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Kurz vor Rennende erreichte die Crew von Steuermann Dean Barker mit ihrem Katamaran 47,18 Knoten (87,37 km/h). "Schade, dass wir nicht die 50 Knoten geknackt haben. Es wäre schön gewesen, das als erstes Team zu schaffen", sagte Bugmann Adam Beashel. Bei den Italienern machte sich derweil bereits Resignation breit. Zwar segelte die Luna Rossa mit 43,46 Knoten (80,49 km/h) ebenfalls so schnell wie nie zuvor, doch gegen den Favoriten hatten die Europäer keine Chance. "Diese Boote sind einfach verrückt. Um die Yacht unter Kontrolle zu halten, muss man unglaublich viele Dinge gleichzeitig beachten.", sagte Steuermann Chris Draper aus Großbritannien.

Das Team New Zealand hatte den Cup 1995 und 2000 ans andere Ende der Welt geholt und will dies nun wieder schaffen. Die Final-Regatten um die seit 1851 ausgesegelte "Silberkanne" finden vom 7. bis zum 21. September statt.

Fußball in Italien: Auch ohne einen Torerfolg von Nationalstürmer Miroslav Klose hat Lazio Rom sein erstes Heimspiel in der italienischen Serie A mit 2:1 gegen Udinese Calcio gewonnen. Für die Römer trafen am Sonntagabend Hernanes (13.) und Antonio Candreva (16.) per Elfmeter. Der Anschlusstreffer gelang Muriel (61.).

Von den Top-Clubs stolperte zum Auftakt nur der AC Mailand, der bei Aufsteiger Hellas Verona mit 1:2 verlor. Mit einem Doppelpack besiegelte der frühere Münchner Stürmer Luca Toni die Niederlage des Favoriten. Ansonsten gab es keine Überraschungen. Meister Juventus Turin setzte sich mit 1:0 gegen Sampdoria Genua durch. Der SSC Napoli gewann mit 3:0 gegen den FC Bologna. Der AS Rom und Inter Mailand gewannen jeweils mit 2:0. Rom setzte sich mit diesem Ergebnis beim AS Livorno durch. Inter gewann sein Heimspiel gegen den CFC Genua.

Golf: Masters-Champion Adam Scott hat das erste der vier Playoff-Turniere des FedExCups in Jersey City gewonnen. Der 33 Jahre alte Australier siegte am Sonntag (Ortszeit) im Liberty National Golf Club dank einer starken 66er-Schlussrunde mit 273 Schlägen vor einem Quartett um Superstar Tiger Woods aus den USA (alle 274).

Der Deutsche Martin Kaymer (285) beendete die mit acht Millionen Dollar dotierte Veranstaltung in der Nähe von New York auf dem 50. Rang. Der 28-Jährige aus Mettmann qualifizierte sich als 90. des FedExCup-Rankings für das zweite Playoff-Turnier in Boston und ist damit weiter im Rennen um den Zehn-Millionen-Dollar-Jackpot. Mit seinem Sieg verbesserte sich Scott im FedExCup-Ranking hinter dem Spitzenreiter und Weltranglistenersten Woods auf den zweiten Platz. Der 14-malige Majorsieger kämpfte sich auch am vierten Tag mit Rückenschmerzen über den Par-71-Kurs und verfehlte am Schlussloch ein Stechen mit dem Australier nur um Zentimeter. Scott kassierte für seinen zehnten Sieg auf der US-Tour 1,44 Millionen Dollar. Beim zweiten Playoff-Turnier in Boston sind ab diesem Donnerstag nur noch die besten 100 Spieler der PGA-Tour am Start. Für die dritte Station in Lake Forest qualifizieren sich 70 Spieler, ehe zum Abschluss die Top 30 bei der Tour Championship in Atlanta (19. - 22. September) den Bonus von zehn Millionen Dollar spielen.

Fußball, Primera Division: Auch ohne seinen angeschlagenen Weltfußballer Lionel Messi hat der spanische Meister FC Barcelona sein erstes Auswärtsspiel der Saison gewonnen. Nach dem 7:0-Schützenfest zum Auftakt gegen Levante fuhren die Katalanen beim FC Málaga mit Trainer Bernd Schuster durch ein 1:0 (1:0) ihren zweiten Dreier ein. Der 26 Jahre alte Argentinier Messi hatte die Reise nach Andalusien wegen einer Oberschenkelverletzung nicht angetreten. Das Tor des Tages erzielte der brasilianische Nationalspieler Adriano in der 44. Minute. "Seine Fortschritte sind zufriedenstellend, die Entscheidung ist aber eine Vorsichtsmaßnahme", hieß es dazu in einer Klub-Mitteilung am Samstag. Messi hatte sich am Mittwoch im Supercup-Hinspiel bei Atlético Madrid (1:1) einen Bluterguss im Oberschenkel zugezogen und war in der Pause ausgewechselt worden. Gegen Levante hatte er zwei Treffer erzielt.

In Malaga fehlte in der Startaufstellung der Gäste auch Zugang Neymar. Der neue Barca-Coach Gerardo Martino ließ den 57-Millionen-Neueinkauf, der im Supercup getroffen hatte, zunächst auf der Bank. In der 63. Minute jedoch kam der Jungstar für Pedro auf den Platz. In der Tabelle übernahm Barcelona wieder die Führung vor Atletico Madrid, das durch ein 5:0 gegen Rayo Vallecano ebenfalls den zweiten Sieg landete. Barcelonas ewiger Rivale Real Madrid tritt erst am Montagabend beim FC Granada an. Die Königlichen um Mesut Özil und Sami Khedira hatten sich im ersten Saisonspiel zu einem 2:1 gegen Real Betis Sevilla gemüht.

Hockey, EM: Olympiasieger Deutschland hat bei der 14. Hockey-Europameistschaft der Männer im belgischen Boom seinen achten Titel gewonnen und dem Deutschen Hockey-Bund (DHB) nach dem Finalsieg der Frauen am Samstag ein goldenes Wochenende beschert. Der Rekordchampion setzte sich in einem ebenso hochklassigen wie spannenden Finale gegen Gastgeber Belgien mit 3:1 (0:0) durch. Die Tore für das Team von Bundestrainer Markus Weise erzielten Martin Zwicker (41.), Benjamin Wess (52.) und Mats Grambusch (63.). Für die "Roten Löwen" war Tom Boon (38.) erfolgreich. Im Spiel um Platz drei hatten sich zuvor die Niederlande gegen England mit 3:2 (1:2) durchgesetzt.

Fußball in England: Aufsteiger Cardiff City hat in der englischen Premiere League für eine Überraschung gesorgt und Manchester City mit 3:2 besiegt. Bis 30 Minuten vor dem Schlusspfiff führte Manchester nach einem Tor des ehemaligen Wolfsburgers Edin Dzeko mit 1:0, dann schlug Fraizer Campbell zu. Mit zwei Kopfballtoren binnen acht Minuten sorgte der Stürmer nach dem Ausgleichstreffer durch Gunnarsson zum 1:1 für die 3:1-Führung der Waliser. Den Schlusspunkt setzte dann Alvaro Negredo. Für Cardiff war es der erste Sieg in der höchsten Spielklasse seit 51 Jahren. Tottenham Hotspur besiegte durch ein Tor von Roberto Soldado Swansea City mit 1:0 und holte sich den zweiten Saisonsieg.

Josef Blatter, WM 2022: Joseph Blatter erwartet eine schnelle Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees über eine mögliche Verlegung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar in den Winter. Bei der Sitzung des Exekutivkomitees am 3. und 4. Oktober in Zürich sollte die Verlegung bewilligt werden, sagte FIFA-Präsident Blatter der Nachrichtenagentur AP am Sonntag. Blatter erklärte, er wäre sehr überrascht, wenn das Komitee nicht zustimmen würde, dass man nicht im Sommer in Katar spielen könne. Wegen der Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius im Emirat am Golf hatte der FIFA-Präsident im Juli eindeutig seinen Willen bekundet, die umstrittene WM in neun Jahren erstmals nicht im Sommer, sondern im Winter ausrichten zu lassen. Einige europäische Ligen sind allerdings dagegen, weil ihre Spielpläne in mehreren Spielzeiten geändert werden müssten.

Tennis, Charly Steeb: Ex-Tennis-Profi Carl-Uwe Steeb hat mit seiner Firma für Sportvermarktung Insolvenz angemeldet. Der dreimalige Davis-Cup-Gewinner bestätigte das am Sonntagabend mehreren Nachrichtenagenturen. Steeb ist mit seiner CharlySteeb GmbH Veranstalter der BMW Open in München. Ob er auch in Zukunft als Organisator des ATP-Turniers fungieren kann, ist noch unklar. Steeb wollte sich zu dem Fall weiter nicht äußern. Der 45-Jährige ist auch Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Tennis Bund.

Basketball, Nationalmannschaft: Die deutschen Basketballer sind beim Supercup in Ulm sieglos Letzter geworden. Zehn Tage vor dem Auftaktspiel bei der EM in Slowenien (4. bis 22. September) unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Frank Menz Griechenland im Spiel um den dritten Platz 62:78 (31:40). Zuvor hatte es bereits Niederlagen gegen Bosnien und Herzegowina (62:73) sowie Mazedonien (67:81) gegeben, die am Nachmittag im direkten Duell um den Sieg beim Vier-Nationen-Turnier spielten. Bester Werfer beim Gastgeber war Tibor Pleiß (18). Beim zweimaligen Europameister Griechenland, der wie die deutsche Mannschaft mit zwei Niederlagen ins Turnier gestartet war, hieß der Topscorer Vasilis Spanoulis (19). Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) trifft in zehn Tagen in Ljubljana zum Auftakt auf Vize-Europameister Frankreich (4. September/21.00 Uhr)

MotoGP, Stefan Bradl: Stefan Bradl ist beim Motorrad-Grand-Prix von Brünn in der Königsklasse MotoGP erneut in die Top Ten gefahren. Fünf Wochen nach seinem zweiten Platz in Laguna Seca und eine Woche nach Rang sieben in Indianapolis wurde der Zahlinger am Sonntag Sechster. Der Moto2-Weltmeister von 2011 hatte mit dem Ausgang an der Spitze allerdings nichts zu tun und lag im Ziel fast 20 Sekunden hinter Sieger Marc Marquez. Der 20 Jahre alte Spanier feierte seinen vierten Sieg in Folge und baute damit seine WM-Führung aus.

Sandro Cortese hingegen hat beim in Tschechien die Chance auf seine beste Platzierung in der Moto2 liegen gelassen und sich zu allem Überfluss bei einem Sturz den rechten Arm gebrochen. Der nach dem Moto3-Titelgewinn in die mittlere Klasse aufgestiegene Berkheimer stürzte zwei Runden vor Schluss auf Platz elf liegend und ging leer aus. Wie die Rennserie via "Twitter" mitteilte, wurde Cortese noch am Abend operiert.

Radsport, Cyclassics: John Degenkolb aus Gera ist bei den Hamburg Cyclassics zum ersten deutschen Sieg seit zwölf Jahren gesprintet. Der 24-Jährige vom niederländischen Team Argos-Shimano überquerte beim wichtigsten Radrennen in Deutschland die Ziellinie der 246 Kilometer langen Strecke nach 5:45:16 Stunden als Erster und verwies André Greipel (Rostock) vom belgischen Team Lotto mit einem hauchdünnen Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde der Norweger Alexander Kristoff. Degenkolb strich eine Prämie von 16.000 Euro ein. Letzter deutscher Sieger beim einzigen verbliebenen deutschen WorldTour-Rennen war Erik Zabel im Jahr 2001.

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