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Alex Meier bei St. Pauli:Fußball-Gott auf dem Kiez

Eintracht Frankfurt v Hamburger SV - Bundesliga

336 Erst- und Zweitligaspiele, null Länderspiele, aber einmal Torschützenkönig in der Bundesliga: Alexander Meier, demnächst 36.

(Foto: Alex Grimm/Getty Images)
  • Der vereinslose Alex Meier wechselt in die 2. Bundesliga zu St. Pauli. Für die Kiezkicker lief er auch schon in früheren Jahren auf.
  • Der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga wird von den Fans vor allem für seine Bodenständigkeit geliebt und gefeiert.

Der Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat das Markenkürzel CR7, der einstige HSV-Kapitän Heiko Westermann wurde, wenn auch etwas ironisch, als HW4 berühmt. Und Alexander Meier, 35, der in seiner 14 Jahre dauernden Zeit bei Eintracht Frankfurt den Beinamen Fußball-Gott erwarb, weil er dem Klub nach dem Abstieg 2011 die Treue hielt und mit 17 Toren zum Wiederaufstieg verhalf, hatte bei Eintracht-Freunden die Chiffre AMFG14. Die Zahl steht bei allen für die Rückennummer.

Im vergangen Sommer aber musste Alex Meier, der für die Eintracht in 336 Erst- und Zweitligaspielen 119 Tore erzielte und 2015 mit 19 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig wurde, den Klub trotz aller Verdienste verlassen. Da nützten auch alle Fan-Demonstrationen nichts.

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Seitdem hielt sich Meier, den der Ruf begleitet, den härtesten und platziertesten Schuss in Deutschland mit der Innenseite zu haben, ohne Vertrag fit. Mal bei Admira Wacker Mödling in Österreich, zuletzt beim Hamburger Oberligisten FC Süderelbe. Und nun ist noch einmal ein richtiger Meier-Hype entstanden. An diesem Sonntag bestätigte sich ein Vertragsabschluss mit seinem früheren Verein FC St. Pauli - als Ersatz für den niederländischen Stürmer Henk Veerman, der sich im Dezember das Kreuzband riss. Seit Tagen sind die Hamburger Medien voll mit Comeback-Stories über den in Buchholz in der Nordheide vor den Toren der Hansestadt aufgewachsenen Profi.

Besonders befragt wurden dabei ehemalige Pauli-Spieler wie Ivan Klasnic, Christian Rahn oder Marius Ebbers, und sie alle trauen dem früheren Kollegen zu, noch einmal eine Fußball-Gott-Geschichte zu schreiben. Die beste Fußball-Gott-Geschichte wäre natürlich der Aufstieg des derzeitigen Zweitliga-Dritten in die Bundesliga. Klasnic sagte der Bild: "Es wäre ein Mega-Deal und für Pauli ein Ausrufezeichen. Er ist menschlich top und ein guter Zocker. Er hat viel von mir gelernt." Und der frühere Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen unterstreicht die menschlichen Qualitäten des Offensivspielers. Es gäbe kaum jemanden, bei dem "die Mixtur aus Können und Bescheidenheit so perfekt ist wie bei Alex", sagte er der Morgenpost.

Seine Popularität erklärte sich Meier so: "Ich bin ehrlich und kein Spinner. Ein normaler Junge, der gern Fußball spielt." Genau das ist es, was auch St. Paulis Sportchef Uwe Stöver und Trainer Markus Kauczinski an dem Zugang schätzen. Der Zusammenhalt des Teams soll nicht durch einen Spieler gefährdet werden, der seinen Egotrip auslebt.