Carlos Alcaraz bei den French Open:Er ist die neue Attraktion im Männertennis

Lesezeit: 1 min

Alcaraz French Open

Carlos Alcaraz.

(Foto: Adam Pretty/Getty)

"Natürlich ist mein Traum, die Nummer eins zu sein", sagt der junge Spanier Carlos Alcaraz - in Roland Garros muss er sich aber ganz schön strecken, um nun vielleicht Alexander Zverev herauszufordern.

Von Gerald Kleffmann, Paris

Zweimal wurde Carlos Alcaraz gefragt, wie schnell er denn so über 50 oder 60 Meter sei. Sein Englisch ist noch nicht ganz so gut, aber doch so gut, dass er seinen Humor auch in dieser für ihn komplizierten und unvertrauten Sprache zum Ausdruck bringen kann. "Ich weiß die Zeit nicht", sagte er, "aber ich würde sagen: Ich bin schnell!" Dazu strahlte er und seine weißen Zähne blitzten auf.

Alcaraz, 19 Jahre alt, aus El Palmar bei Murcia, ist die neue Attraktion im Männertennis, und seine Geschwindigkeit auf dem Platz hat eine Menge damit zu tun. Am Mittwochabend spielte er gegen seinen spanischen Landsmann Albert Ramos-Vinolas, fast hätte er verloren, nur ein Punkt fehlte Ramos-Vinolas bei 5:4 im vierten Satz. Alcaraz, der in dieser Saison schon vier Titel errang, darunter bei den Masters-Turnieren in Miami und Madrid, wuselte sich aber mit Wille, Kampf und Mut aus dieser Notlage.

Die Zuschauer auf dem Court Simonne-Mathieu, dem schönen Platz, der in ein Gewächshaus verlegt wurde, gerieten in Ekstase. Vor allem bei einem schier unglaublichen Ballwechsel, als Alcaraz erst mit einem Spagat im äußersten rechten Eck einen Ball rausfischte und dann im nächsten Moment aus der äußersten linken Ecke einen Passierball mit der ausnahmsweise einhändig gespielten Rückhand schlug.

"Es ist großartig, wenn die Leute über dich reden und denken, dass ich die neue Nummer eins werde. Aber natürlich setzt mich das auch ein wenig unter Druck", bekannte Alcaraz später. Dem kraftvollen Grundlinienspieler, der aber auch die Angriffe ans Netz und überhaupt das gesamte Repertoire im Tennis beherrscht, wird Großes zugetraut, schon jetzt.

Er selbst versucht, die Aufregung um seine Person auszublenden. "Natürlich ist es mein Traum, die Nummer eins der Welt zu sein, schon seit ich begonnen habe, Tennis zu spielen", sagte Alcaraz: "Deshalb arbeite ich immer härter dafür, aber versuche, nicht zu sehr daran zu denken." Im Viertelfinale könnte er auf Alexander Zverev, 25, treffen. In der dritten Runde muss er nun gegen den Amerikaner Sebastian Korda antreten.

Zur SZ-Startseite
Alcaraz Tennis French Open

SZ PlusTennis-Strategie-Experte
:"Perfekte Mischung aus Federer, Nadal und Djokovic"

Datenanalyst Craig O'Shannessy erklärt, wie Zahlen die Tennisspieler besser machen, warum erzwungene Fehler wichtiger sind als eigene Gewinnschläge - und wer der perfekte Profi ist.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB