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Alba und Bamberg in der Basketball-Euroleague:Ausgeruhte Bayern, müde Gegner

Aber was bedeutet das, abgezockt? Im Grunde geht es um Qualität. Viele Punkte erzielen können im Basketball viele, die wahre Kunst ist jedoch, den letzten Treffer zu setzen. Erfahrung, Mut, Können, Selbstvertrauen - Fähigkeiten, die die deutschen Vereine vermissen lassen. Geht es nach Alba-Coach Sasa Obradovic, fehlt noch etwas anderes: "Einige Millionen Euro", sagte der früherer Weltklasse-Regisseur dem Berliner Tagesspiegel.

Basketball Albas verflixte Schlusssekunden Video
Berliner Basketballer unterliegen Istanbul

Albas verflixte Schlusssekunden

Es läuft nicht in der Euroleague: Wieder ärgert sich Alba Berlin über eine knappe Niederlage, die erst kurz vor Schluss zustande kommt. Gegen Anadolu Efes Istanbul halten die Berliner lange mit, doch dann treffen die Türken die entscheidenden Würfe. Ein Dreier in den letzten 100 Sekunden tut den Deutschen besonders weh.

Istanbuls Jordan Farmar, der einst mit Kobe Bryant bei den Lakers zusammenspielte und am Mittwoch Alba Berlin mit einem wilden Dreier erledigte, verdient angeblich 1,9 Millionen Euro pro Jahr - weit mehr als viele Profis in Amerika. Von solchen Honoraren können BBL-Klubs nur träumen. Der Gesamt-Etat der Brose Baskets soll knapp unter zehn Millionen liegen, ähnlich verhält es sich in der Hauptstadt. Die Qualitäten, die Dirk Nowitzki einmal mit dem schönen Wort "abgewichst" beschrieb, kosten eben Geld. Dabei hätte Bamberg zwei Akteure, die es eigentlich drauf haben, Spiele zu entscheiden: Anton Gavel und Bostjan Nachbar.

Doch beide plagen derzeit die hohen physischen Qualen, sie sind müde von den vielen Spielen im Europapokal und in der Liga, Nachbar war zuletzt krank. "Gavel steht bei uns oft weit über 30 Minuten auf dem Feld", erklärt Bambergs Manager Wolfgang Heyder, "das ist schon eine extreme Belastung, auch mental ist es schwierig, sich immer wieder zu motivieren."

Hinzu kommt, dass die Bamberger nach einem größeren Umbruch neue Spieler integrieren müssen (Massey, Walsh, zuletzt Renfroe). "Bei uns hat eben das ein oder andere Rädchen bisher nicht zusammengepasst. Deswegen sind wir nicht so eingespielt und konstant", klagt Heyder.

Von solchen Sorgen profitiert derzeit ein anderer Verein: der FC Bayern. In der BBL und im Pokal besiegten die plötzlich erstarkten Münchner sowohl Berlin als auch Bamberg. Die Mannschaft von Svetislav Pesic wirkte in jedem der Duelle ausgeruhter, wacher und entschlossener.

"Es ist schon Wahnsinn, wie Bamberg und Berlin jede Woche durch Europa hetzen müssen", erkannte Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der sich mit seinem Klub vor dieser Saison bewusst gegen eine mögliche Teilnahme am Europapokal entschied. So können sich die Münchner ganz auf die Meisterschaft konzentrieren. 13 Erfolge in den vergangenen 15 Partien bestätigen sie nun.

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"Trotzdem", sagt Heyder, "bedauern wir es nicht, international dabei zu sein. Wir wollen uns etablieren und an unserer Grenzen gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der deutsche Basketball sich der Spitze angenähert hat. Wir werden in Zukunft auch Spiele gewinnen." Das klingt zumindest etwas positiver als es zuletzt die Ergebnisse verrieten.