Alba Berlins BasketballerMachtdemonstration in Gelb

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Alba hatte die Baskets fest im Griff, hier bremst Berlins Malte Delow (li.) Bambergs Cobe Williams.
Alba hatte die Baskets fest im Griff, hier bremst Berlins Malte Delow (li.) Bambergs Cobe Williams.
O.Behrendt/Contrast/Imago
  • Alba Berlin besiegt die Bamberg Baskets im entscheidenden fünften BBL-Halbfinalspiel deutlich mit 97:66 und zieht ins Finale ein.
  • Berlin dominierte bereits in der ersten Halbzeit und düpierte die Baskets mit einem 30:9-Lauf im zweiten Viertel.
  • Im Finale trifft Alba Berlin auf den FC Bayern München, nachdem sie viel Selbstvertrauen durch die überragende Leistung getankt haben.
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Sogar Franz Wagner applaudiert: Alba kam schwer in diese Saison, doch jetzt steht der Klub nach einem Statement gegen Bamberg in den Bundesliga-Finals – ein junger Berliner könnte bald in die NBA wechseln.

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Gegen Ende des dritten Viertels fand Anton Gavel noch einmal etwas Energie in seinem ausgelaugten Körper. Der Trainer der Bamberger Basketballer, der sonst wie ein Derwisch am Spielfeldrand seine Spieler antreibt, rief diese in einer Auszeit zusammen. Und wie in den beiden Spielen zuvor gestikulierte er wild und brüllte inmitten des Lärms in der Berliner Max-Schmeling-Halle auf seine Profis ein, die ratlos um ihn herumstanden. Es war der letzte Versuch, das Unmögliche zu schaffen, denn das Spiel der BMA 365 Bamberg Baskets bei Alba Berlin war längst verloren. Das war Gavel natürlich bewusst, der das Geschehen auf dem Parkett in der zweiten Halbzeit fast schon teilnahmslos über sich ergehen ließ. Denn die deutliche 66:97-Niederlage war bereits zur Pause manifestiert, der elfmalige Meister aus der Hauptstadt hatte sich in den beiden ersten Vierteln geradezu in einen Rausch und die Oberfranken mit 30:9 im zweiten Viertel an die Wand gespielt.

Der Auftritt des elfmaligen Meisters war derart stark, dass sich sogar Franz Wagner erhob, um zu applaudieren. Der Weltmeister weilt angesichts der vorzeitig beendeten NBA-Saison mit den Orlando Magic mit Bruder Moritz im Heimaturlaub, die Wagner-Brüder sind der bekannteste Berliner Basketball-Export nach Übersee. Nun alberten die Alba-Spieler freudig vor und mit ihren Fans in der mit knapp 9000 Zuschauern ausverkauften Halle in Prenzlauer Berg herum. Mit gutem Grund: Berlin hatte eine überragende Leistung geboten und den Gästen, die unter anderem in sieben gesponserten Bussen mit mehr als 500 Fans angereist waren, schnell die Grenzen aufgezeigt.

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Dabei waren Gavel und seine Mannschaft mit dem Rückenwind zweier Siege in eigener Halle angereist, was ihnen einige Zuversicht gegeben hatte. Bamberg wähnte das Momentum auf seiner Seite, hatte den 0:2-Rückstand in der Best-of-five-Serie mit starken Leistungen ausgeglichen, wollte wie schon im Pokalfinale die Berliner düpieren. Doch das Team von Pedro Calles spielte von der ersten Sekunde an mit enormer Energie – und Treffsicherheit. Routinier Martin Hermannsson prägte die Anfangsphase und brachte mit seinen Punkten Sicherheit in die Aktionen der Berliner, der Isländer war einer von sechs Akteuren, die zweistellig punkteten. Ein weiterer war Malte Delow (11 Punkte): „Wir haben direkt einen anderen Ton gesetzt als in den zwei Spielen zuvor“, erklärte der Nationalspieler am Dyn-Mikrofon, man habe viel Druck auf die gegnerischen Spieler ausgeübt.

Berlins Trainer Pedro Calles ist von der Energie und dem Fokus seiner Spieler beeindruckt

In der Tat blieb Bambergs Topscorer Ibi Watson (16 Punkte) in der gesamten ersten Halbzeit ohne Punkt. Auch die Kreise von Spielmacher Cobe Williams, Demarcus Demonia (beide 9) und Austin Crowley (4) wussten die Berliner wirkungsvoll einzuschränken. Und Bamberg verfügt nicht über die Bank, um solche Defizite auszugleichen. So blieb eine immense Enttäuschung, Trainer Gavel jedenfalls wollte in diesem Moment nichts von einer ansonsten starken Saison wissen. Der 41-Jährige hatte den ehemaligen Serienmeister nach schweren Jahren zurück in die nationale Spitze geführt und die Saison mit dem Pokalsieg in München gekrönt, wobei er im Halbfinale Meister FC Bayern und im Finale Alba in die Knie gezwungen hatte.

Nun sagte er mit steinerner Miene: „Das Spiel war nach dem zweiten Viertel verloren. Uns hat heute alles gefehlt, wir hatten einfache Ballverluste aber keine einfachen Punkte, wir konnten ihren offensiven Rebound nicht stoppen. Ich sehe nichts Positives, ich sehe nur Enttäuschung.“ Fraglich ist zudem, ob der Deutsch-Slowake den fälligen Umbruch der Baskets gestalten wird, denn einige Spieler werden Bamberg verlassen. Gavel selbst wird hartnäckig mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, der dem Vernehmen nach seit geraumer Zeit einen neuen Coach verpflichtet hat, den Namen aber bisher unter Verschluss hält.

Der letzte Auftritt mit Bamberg? Trainer Anton Gavel (Mitte) wird hartnäckig mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.
Der letzte Auftritt mit Bamberg? Trainer Anton Gavel (Mitte) wird hartnäckig mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht.
Andreas Gora/dpa

Ganz anders die Gefühlslage in Berlin, wo man nach schleppendem Saisonbeginn immer besser geworden ist und jetzt erneut den Favoriten aus München fordert. Für dieses Vorhaben, das Delow als „nicht einfach“ umschrieb, hat Alba am Dienstagabend reichlich Selbstvertrauen getankt. Beeindruckend war die Ausgeglichenheit im Kader, der ohnehin mehr Qualität als Bamberg zu bieten hatte. Neben Hermannsson und Delow punkteten Jack Kayil (10), Moses Wood (11) und Justin Bean (12) zweistellig, Michael Rataj war mit 16 Zählern bester Werfer des Abends. Besonders der kürzlich erst 20 Jahre alt gewordene Kayil wird zum bestimmenden Faktor im Team, der Nationalspieler wechselt kommende Saison ans US-College nach Gonzaga, vorher gilt er gar als Draft-Kandidat für die NBA.

Alba-Trainer Pedro Calles war von „Fokus und Energie“ seiner Spieler in Offense und Defense angetan. Auch die Tatsache, dass man nach der famosen ersten Halbzeit etwas Tempo aus dem Spiel nahm und so den Gegner aufkommen ließ, konnte ihm den Abend nicht verderben.

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