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Deutscher Basketball-Meister:Duelle auf höchstem Niveau

Beim Finalturnier präsentierten sich die Berliner jedenfalls gereift durch die Erfahrung auf höchstem europäischen Niveau, zudem reisten sie verletzungsfrei und mit vollständigem Kader an - und der beeindruckte selbst den immer coolen Riesen-Trainer John Patrick: "Sie haben so viele Waffen - bestimmt zehn Leute, die jederzeit zwanzig Punkte machen können." Diese Breite hatten die Berliner bereits im ersten Finale genutzt: Da kam zwar keiner auf zwanzig Zähler, aber sieben punkteten immerhin zweistellig. So eine geballte Offensivpower war selbst für ein defensivstarkes Team wie Ludwigsburg irgendwann nicht mehr zu verteidigen.

Die Vielzahl ihrer Mittel und Möglichkeiten demonstrierten die Berliner auch in anderer Hinsicht: Während sie im Halbfinale das Team von EWE Oldenburg mit ihrer Offensive überrollten, bremsten sie Ludwigsburg mit ihrer intensiven Abwehr ein. Sie erzwangen einmal 19 und das andere Mal 16 Ballverluste - das ist eine Menge für eine Mannschaft wie Ludwigsburg, die stolz auf ihre Ballsicherheit ist.

Patricks Mannschaft musste in den beiden Finalspielen zudem ohne Marcos Knight antreten, ihren besten Mann bei diesem Turnier mit durchschnittlich 18,1 Punkten und 7,9 Rebounds. Der Amerikaner war im Halbfinalrückspiel gegen Ulm umgeknickt, hatte seinem Team aber noch mit 26 Punkten und 13 Rebounds geholfen. So ein Beitrag wurde schmerzlich vermisst in den Endspielen. Aber Knight konnte kaum noch gehen, geschweige denn rennen oder springen. Von den Kapitänen der beteiligten Teams wurde er dennoch zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Aber so souverän wie die Berliner als Mannschaft agierten, hätte wohl auch Knight ihren Titelgewinn nicht verhindern können.

© SZ vom 29.06.2020/jbe

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