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Senegal beim Afrika-Cup:Als Aliou Cissé in Bamako einen Eid schwor

Africa Cup of Nations 2019 - Semi-Final - Senegal v Tunisia

Spieler wie Cheikhou Kouyaté folgen ihm: Aliou Cissé.

(Foto: Suhaib Salem/Reuters)
  • Am Freitagabend (21 Uhr) trifft Senegals Nationalmannschaft im Finale des Afrika-Cups auf Algerien.
  • Für Senegals Trainer Aliou Cissé ist es ein ganz besonderes Spiel.
  • 2002 stand der heute 43-Jährige schon einmal als Spieler im Endspiel - doch ihm unterlief im Elfmeterschießen der entscheidende Fehler.

Die Erinnerung schwingt immer mit, auch im Fußball. Und wenn sich an diesem Freitag in Kairo die Teams des Senegal und Algeriens im Finale des Afrika-Cups gegenüberstehen, ist das in besonderer Weise der Fall. Anders als die Algerier, die das Kontinentalturnier immerhin ein Mal gewinnen konnten (1990 in Algerien), können die Senegalesen auf nur eine Finalteilnahme zurückblicken (2002 in Mali). Und die Erinnerung daran schmerzt - vor allem ihren Trainer Aliou Cissé.

Damals verlor Senegal beim Turnier in Mali das Endspiel von Bamako auf die tragische Weise, die K.-o.-Spiele bereithalten. Gegen die Mannschaft aus Kamerun, die damals in den berühmten ärmellosen Trikots auflief und von einem Mann mit blonder Mähne trainiert wurde, dem ehemaligen Bundesliga-Profi Winfried Schäfer.

Die Spieler brachen auf dem Feld zusammen

Cissé, Kapitän des Senegal, hätte das Elfmeterschießen zumindest in die Länge ziehen können. Doch seinen schwachen Schuss in die linke Ecke parierte Kameruns Torwart mit dem Fuß; Schäfer durfte jubeln, weil es damit beim 3:2 für seine Mannschaft blieb. An der Seitenlinie rutschte ihm im Freudentaumel das blaue Oberhemd aus der Hose, Cissé und seine Kameraden brachen auf dem Feld zusammen, man kann das in Youtube-Videos anschauen. Was man nicht hören kann, ist, was der frühere senegalesische Mittelfeldspieler Salif Diao der Zeitung L'Équipe anvertraute. Noch in der Nacht habe Cissé, heute 43, ihm gegenüber einen Eid geleistet: "Ich habe eine Hand auf diesem Pokal gehabt, und er ist mir entwischt", habe der Kapitän gesagt. "Aber ich schwöre dir, ich werde ihn für mein Volk gewinnen. Als Spieler oder als Trainer."

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Dass er nun diesem Ziel als Coach näher gekommen ist, kann man bemerkenswert nennen. So viele afrikanische Ex-Profis, die in ihr Heimatland zurückkehren und versuchen, ihre Erfahrungen aus dem europäischen Profifußball als Coach einzubringen (Cissé spielte vor allem in Frankreich) und dann auch noch erfolgreich sind, gibt es nicht. Kurioserweise ist der Fall beim Endspielgegner Algerien ähnlich: auch dessen Trainer Djamel Belmadi, ebenfalls 43, ist so etwas wie ein Rückkehrer. Belmadi wurde in Frankreich geboren, im Pariser Vorort Champigny-sur-Marne, wo wiederum Cissé als Sohn senegalesischer Einwanderer aufwuchs. Seine Eltern waren dorthin gezogen, als er neun Jahre alt war, sie lebten in einem Viertel, das nur zwei Kilometer von Belmadis damaligem Elternhaus entfernt war.

Nachweislich aufeinander trafen die beiden aber erst im Jahr 2001 in der ersten französischen Liga bei Duellen zwischen Olympique Marseille, wo Belmadi spielte, und Cissés Klub Paris Saint-Germain. Kaum ein Jahr später war Cissé dann als Kapitän der Senegalesen am bislang überraschendsten Erfolg seines Landes beteiligt: Bei der WM in Japan und Korea siegte Senegal mit 1:0 gegen Frankreich, den Weltmeister von 1998.