Afrika-CupMané versagt Salah die Krönung

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Mohamed Salah (re.) hätte mit Ägypten gerne das Finale erreicht – stattdessen kann Sadio Mané mit Senegal auf seinen zweiten Titel beim Afrika-Cup hoffen.
Mohamed Salah (re.) hätte mit Ägypten gerne das Finale erreicht – stattdessen kann Sadio Mané mit Senegal auf seinen zweiten Titel beim Afrika-Cup hoffen. (Foto: Amr Abdallah Dalsh/Reuters)
  • Sadio Mané schießt den Senegal mit seinem 1:0-Siegtreffer gegen Ägypten ins Afrika-Cup-Finale und besiegt dabei erneut Ex-Liverpool-Kollegen Mohamed Salah.
  • Im Finale am Sonntag in Rabat trifft Senegal auf Gastgeber Marokko, der sich im Elfmeterschießen gegen Nigeria durchsetzte.
  • Für die beiden 33-jährigen Mané und Salah könnten die Finalspiele jeweils ihre letzten Afrika-Cup-Partien sein.
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Senegal schlägt Ägypten im Afrika-Cup-Halbfinale, Sadio Mané trifft, Mohamed Salah muss ihm wieder gratulieren. Es könnte eines der letzten Duelle der früheren Liverpooler Kollegen gewesen sein.

Von Mads Poschardt

Da war es wieder, das typisch breite Grinsen von Sadio Mané. Man hat es auf den großen Bühnen des Fußballs schon länger nicht mehr gesehen, seit sich Afrikas einstiger Fußballer des Jahres vor zweieinhalb Jahren auf eher unrühmliche Weise vom FC Bayern zu Al-Nassr nach Saudi-Arabien verabschiedet hatte. Aber nun war es mehr als angebracht. Der 33-Jährige hatte mit seinem 1:0-Siegtreffer Senegal gegen Ägypten und den Ex-Liverpool-Teamkollegen Mohamed Salah ins Finale des Afrika-Cups geschossen. Und nichts konnte seinem Grinsen etwas anhaben.

Dass sein ehemaliger Trainer Jürgen Klopp vor dem Spiel gesagt hatte, dass er eher seinem anderen früheren Schützling Mo Salah den Titel gönne als ihm? „Kein Problem“, so Mané. Er nehme ihm das nicht übel. Und irgendwie klang es so, als hätte er selbst seinem alten Flügelzangen-Partner Mo den Sieg gewünscht: „Er ist einer der besten Spieler der Welt. Er trägt sein Land auf den Schultern. Leider musste einer von uns verlieren.“

Dass dieser eine letztendlich Salah sein sollte, lag vor allem an der Defensivleistung Senegals. Lange brachte Ägypten, laut Mané „das beste Team Afrikas“, im Spiel nach vorn nichts auf den Rasen. Es dauerte bis zur fünften Minute der Nachspielzeit, bis die „Pharaonen“ in Person von Manchester-City-Stürmer Omar Marmoush den ersten (!) Schuss aufs Tor im ganzen Spiel verzeichneten.

Mohamed Salah hatte zuvor in jedem Spiel des Afrika-Cups, in dem er zum Einsatz kam, auch getroffen. Man merkte ihm an, wie sehr er diesen Titel wollte. Beim Viertelfinal-Sieg gegen Titelverteidiger Elfenbeinküste spielte der Kapitän Ägyptens eines seiner besten Spiele seit Langem. Er rannte hoch und runter, verteidigte wie selten vorher von ihm gesehen, bereitete ein Tor vor und traf selbst. Das Grinsen nach dem Spiel war so breit wie sonst nur das von Mané. Doch wer zuletzt lacht...

Schon vor vier Jahren war es Mané gewesen, der Senegal mit seinem entscheidenden Elfmeter im Finale zum Titel schoss

An diesem Mittwochabend in Tanger sollte Salah nichts gelingen. Er gewann nur vier seiner 15 Zweikämpfe, spielte ganze neun Pässe und verlor 14 Mal den Ball. Auffällig wurde er erst, als er Sadio Mané in die Hacken lief, worauf beide Zehner zu Boden gingen und in der Coaching-Zone eine Rudelbildung entstand.

Und so war es sein Ex-Kollege auf englischem und Dauergegner auf afrikanischem Boden, der Salah erneut die Krönung zum König Afrikas versagte. Schon vor vier Jahren, als beide noch für Liverpool spielten, war es Mané gewesen, der mit seinem entscheidenden Elfmeter im Finale Senegal zum Titel schoss und Salah danach tröstete. Diesmal nahm er einen abgefälschten Ball mit der Brust an, legte ihn sich vor und traf mit einem strammen Flachschuss aus rund 20 Metern ins ägyptische Tor. Am Sonntag kann Mané nun zum zweiten Mal den Afrika-Cup gewinnen.

Ein strammer Flachschuss aus 20 Metern ins ägyptische Tor: Sadio Mané bringt Senegal ins Finale gegen Gastgeber Marokko.
Ein strammer Flachschuss aus 20 Metern ins ägyptische Tor: Sadio Mané bringt Senegal ins Finale gegen Gastgeber Marokko. (Foto: Amr Abdallah Dalsh/Reuters)

In Rabat kommt es zum Finale gegen Gastgeber Marokko. Die Mannschaft um Achraf Hakimi von Paris St. Germain und Brahim Díaz von Real Madrid galt schon vor dem Turnier als Favorit, nicht zuletzt wegen des Heimvorteils. In ihrem Halbfinale gegen Nigeria ließ sie über 120 Minuten kaum eine Chance der sonst so starken Offensive um Victor Osimhen zu, kam aber selbst nicht an Torhüter Stanley Nwabali vorbei.

Im Elfmeterschießen machte sich dann auf unrühmliche Weise der Heimvorteil bemerkbar. Vor jedem der fünf Elfmeter Marokkos musste Nwabali mit grünen Laserpointerlichtern kämpfen. Und so übernahm Marokkos Keeper Bono am Ende die Heldenrolle, als er Bruno Onyemaechis Elfmeter kurios parierte: Während des Anlaufs ging er schnell zwei Schritte nach links, dennoch konnte er den mittig geschossenen, halbhohen Ball im Gehen wegschlagen. Youssef En-Nesyri verwandelte den folgenden Elfmeter zum Sieg.

Im Moulay-Abdallah-Stadion findet am Sonntag auch das Finale zwischen Marokko und Senegal statt. Am Tag zuvor spielen Ägypten und Nigeria in Casablanca den dritten Platz aus. Für die 33-jährigen Sadio Mané und Mohamed Salah könnten das jeweils ihre letzten Afrika-Cup-Spiele sein.

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