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Affäre um WM 2006:Niersbach wird wohl sein Amt verlieren

Man könnte ja eine Skala der größten Verwerflichkeiten in diesem Metier aufstellen. Was ist schlimmer: Wenn ein Fußballspiel gekauft wird? Wenn der Schiedsrichter bestochen wird? Oder wenn man Corruptis ihre schwarze Kasse füllt?

Es gibt viele Definitionen des Begriffs Korruption. Gemeint ist damit unter anderem der Missbrauch eines öffentlichen Amtes zu privaten Zwecken. Der Corrupti nimmt den Eintritt eines Schadens oder Nachteils für die Allgemeinheit wegen des eigenen Vorteils in Kauf.

Den Vorteil hatten damals das OK und deren Präsident Beckenbauer. Man darf gespannt sein, was Beckenbauer meint, wenn er jetzt erklärt, er übernehme die Verantwortung. Die kann sich nicht in der kargen Erklärung vom Montag oder der Aussage Beckenbauers vor Anwälten einer Wirtschaftskanzlei zum Sachverhalt erschöpfen.

Wahrscheinlich wird im Zuge dieser Affäre DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sein Amt verlieren. Er war eigentlich eine Randfigur der Geld-Geschichte, nicht wirklich zuständig und hatte auch in solchen Angelegenheiten keinen Durchblick. Dennoch wird er schon wegen erwiesener Unfähigkeit, Krisen zu bewältigen, gehen müssen. Und der Privatmann Beckenbauer? Generäle sagen nach verlorenen Schlachten gern, die Geschichte werde sie richten. So lange müsse sich die Welt mit ihrem Urteil gedulden. So lange sollte sich, offen gestanden, im Fall Beckenbauer, die Öffentlichkeit nicht gedulden müssen.

Er muss bald öffentlich darlegen, was damals war. Schlechter als der Auftritt von Niersbach würde sein Auftritt sicherlich nicht sein.

© SZ.de/dayk, ska
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