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Affäre um Fragenkatalog:Fifa hebt Sperre gegen Beckenbauer auf

Die Fifa lenkt ein: Der Fußball-Weltverband hat die 90-tägige Sperre gegen Franz Beckenbauer aufgehoben. Zur WM nach Brasilien reisen will er aber trotzdem nicht.

Die Sperre gegen Franz Beckenbauer durch die Fifa ist aufgehoben worden. Das teilte der Fußball-Weltverband am Freitag mit. Zuvor hatte bereits Beckenbauers Management MHM das Ende der provisorischen Sperre bekanntgegeben. Zur WM nach Brasilien wolle er dennoch nicht wie ursprünglich geplant reisen, hieß es.

Der Ehrenpräsident des FC Bayern München war von der Fifa für 90 Tage von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden, weil er Fragen der Fifa-Ethikkommission zu den Ermittlungen um die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 nicht beantwortet hatte. Dies hat Beckenbauer inzwischen nachgeholt.

Die Berater des 68-Jährigen räumten ein, dass es "aus heutiger Sicht im Sinne der Sache besser gewesen" wäre, wenn Beckenbauer früher auf die Fragen geantwortet hätte. "Ich habe die Angelegenheit unterschätzt, was vor allem daran lag, dass mir solche umfangreichen administrativen Dinge für gewöhnlich von meinem Management abgenommen werden, das ich in diesem Fall aber nur in eingeschränktem Umfang einbeziehen durfte", erklärte Beckenbauer.

Das deutsche Fußball-Idol war in seiner Eigenschaft als Mitglied der Fifa-Exekutive bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar von Fifa-Ermittler Michael Garcia (USA) befragt worden.

In der Mitteilung zur Aufhebung der Sperre betonte Beckenbauers Management seinen unveränderten Standpunkt, dass die Suspendierung des Weltmeisters von 1974 und WM-Teamchefs von 1990 "ungerechtfertigt war". Weitere Erklärungen würden "momentan" nicht erfolgen, "da mit Aufhebung der provisorischen Sperre die finale Klärung des Sachverhaltes noch nicht abgeschlossen ist".