Achtelfinal-Hinspiel der Champions League Calhanoglu sperrt das Türchen auf

  • Überraschend deutlich ist Bayer Leverkusen Atlético Madrid überlegen und gewinnt 1:0 - beste Möglichkeiten bleiben jedoch ungenutzt.
  • Trainer Schmidt gelingt ein taktischer Kniff.
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"Wenn wir das erste Tor schießen, ist auch gegen Atlético Madrid was möglich", hatte Roger Schmidt, der Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, selbstbewusst verkündet vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League. Ein Tor gegen Atlético Madrid zu schießen, das ist aber gar nicht so einfach: In den letzten fünf Vorrundenpartien der Königsklasse hatte der Vorjahresfinalist nämlich zu Null gespielt. Aber an diesem Mittwochabend musste Atlético wieder mal einen Treffer hinnehmen, und der reichte Leverkusen zum hochverdienten 1:0 (0:0) vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena. Damit hat die Werkself zudem als einziger deutscher Vertreter ein Achtelfinal-Hinspiel gewonnen.

"Gegen eine solche Klasse-Mannschaft ist das ein Pfund", befand Leverkusens Sportchef Rudi Völler nach dem Sieg, "aber es ist natürlich nichts entschieden." Die Entscheidung übers Weiterkommen ins Viertelfinale fällt erst im Rückspiel am 17. März in Madrid. "Wenn wir dort auch ein Tor erzielen, haben wir gute Chancen", rechnete Völler vor. Zumindest haben sie bessere als nach ihren beiden vergangenen Achtelfinal-Heimspielen in der Champions League. In denen hat es deftige Abreibungen gegeben: 2011/12 ein 1:7 gegen den FC Barcelona, in der vergangenen Saison ein 0:4 gegen Paris St. Germain.

Wie Atlético Madrid es neulich geschafft hatte, den ruhmreichen Stadtrivalen Real 4:0 herzuspielen, war nicht ersichtlich an diesem Abend. Es dauerte bis zur 39. Minute, ehe Bayer-Torwart Bernd Leno zum ersten Mal eingreifen musste: Nach einer abgefälschten Flanke spielte er seinen Größenvorteil (1,90 Meter) gegen den kopfballbereiten Franzosen Antoine Griezmann (1,76) aus und klatschte den Ball weg. Richtig gefordert wurde Leno nur einmal, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als er nach einer Ecke einen Seitfallzieher von Tiago reaktionsschnell abwehrte.

Eine Führung für die Gäste wäre allerdings unverdient gewesen, denn die in der Bundesliga zuletzt auf Platz sechs abgerutschten Leverkusener waren überraschend deutlich die bessere Mannschaft. "Es war ein sehr rundes Spiel von uns", lobte Schmidt seine Spieler. Denen konnte man allenfalls vorwerfen, nicht mehr aus ihren Möglichkeiten gemacht zu haben. Mehrmals kam bei Konterchancen der letzte Pass nicht an oder war der Abschluss zu schwach. In der ersten Halbzeit rettete zudem Atléticos Mario Mandzukic nach einem Schuss von Emir Spahic einmal kurz vor der Linie (12.), einmal stand das Lattenkreuz im Weg, als Spahic aus 30 Metern einfach mal schoss (26.), einmal klärte Madrids Torhüter Miguel Moya nach einer Flanke von Karim Bellarabi im Fünfmeterraum per Faust vor Josip Drmic (28.).

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Die drei Umstellungen von Bayer-Trainer Schmidt im Vergleich zum jüngsten Bundesliga-Auftritt beim FC Augsburg (2:2) hatten sich jedenfalls positiv ausgewirkt. Anstelle von Toprak, Rolfes und Brandt hatte der Coach Spahic und Roberto Hilbert in die Vierer-Abwehrkette gestellt sowie Lars Bender als Abräumer davor. Vor allem Benders Einsatz überraschte, denn der war nach einer Meniskusquetschung erst zwei Tage zuvor ins Training zurückgekehrt. "Lars ist unser bester Balleroberer, vielleicht der beste in der Bundesliga", erklärte Schmidt: "So einen Spieler hat man natürlich gern auf dem Platz."