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Absturz der TSG Hoffenheim:Wir war'n Hoffe!

Daniel Haase, Luca Toni, Miroslav Klose

Luca Toni trifft gegen Hoffenheim.

(Foto: AP)

Im Dezember 2008 war die TSG Hoffenheim das Überraschungsteam der Bundesliga und größter Herausforderer des FC Bayern. Nun begegnen sie den Münchnern auf einem Abstiegsplatz. Die Chronologie eines Absturzes.

Es war am 3. Dezember 2008, als sich Uli Hoeneß wieder mal ganz arg aufregen musste. "Wer flotte Sprüche hören will, muss nach München gehen. Wer flotten Fußball sehen will, ist hier genau richtig", sagte der Trainer Ralf Rangnick kess. Mit "hier" meinte er seine TSG Hoffenheim, die in der Tabelle einen Platz (Erster) und drei Punkte (34) vor Bayern rangierte (2./31).

Deutschland fieberte dem Spiel Bayern gegen Hoffenheim entgegen, wie es seither nur noch Duellen zwischen Bayern und Dortmund entgegen fiebert - verbale Vorspiele inklusive. Noch mal Rangnick: "Wir wollen nicht ihre Trikots haben, sondern - um es flapsig zu formulieren - ihren Skalp." Zwei Minuten vor Schluss scheiterte Hoffenheims Salihovic beim Versuch, Bayerns Torwart Rensing zu tunneln, es wäre das 1:2 gewesen. Stattdessen traf Luca Toni zum 2:1 für die Bayern.

Die Fußballgötter

Guter Rat

Aus heutiger Sicht wirkt Salihovic' Fehlschuss wie eine Wegscheide: Aus dem Herbstmeister wurde kein Meister, sondern ein Team, das einen schleichenden Abstieg hinlegte - bis zu diesem März-Wochenende 2013, an dem der FC Bayern wieder vorbeischaut: als Tabellenerster. Hoffenheim ist Siebzehnter, und Mäzen Dietmar Hopp hat sinngemäß schon erklärt, dass zur Sicherung des Klassenerhalts nicht die rechnerisch korrekten elf Spiele zur Verfügung stünden, sondern zehn. Das Spiel gegen die Bayern am Sonntag hat die TSG offenbar abgeschrieben. Die Chronologie eines Absturzes in vier Jahreszeiten.