Abstiegskampf der Bundesliga:Eigentor von Krmas

In der Halbzeit waren Paderborn und der HSV abgestiegen, Stuttgart in der Relegation. Über Freiburg braute sich bald etwas zusammen. Spätestens zwei Minuten nach Wiederanpfiff.

Da schickten die Hamburger mal wieder einen langen Ball in den Strafraum, Johan Djourou lenkte ihn in der Ballerino-Art mit eingesprungener Drehung irgendwohin. Der Ball hüpfte Ivica Olic vor den Fuß und der verwandelte zum 1:0 für den HSV. Es war 16.35 Uhr, nur eine Minute später hielt Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler einen Kopfball von Admir Mehmedi vor der Torlinie. Damit war der HSV plötzlich 15., Freiburg in der Relegation, der VfB und Paderborn abgestiegen.

Kurz darauf schickte der HSV den nächsten langen Ball nach vorne, drei Schalker ließen Slobodan Rajkovic köpfeln, es stand 2:0. Die Arena in Hamburg bebte, dabei war der Klub längst nicht gerettet. Würde Stuttgart gewinnen und Freiburg ausgleichen, dann würde dem HSV der höchste Sieg nichts nutzen.

Alle Blicke nach Hannover

Und der VfB tat weiterhin alles, was er konnte. Zwischendurch mussten die Stuttgarter zwar ihrem Höllentempo Tribut zollen und Paderborn kam ein wenig auf. Doch als die Gäste wieder das Tempo anzogen, konnte sie niemand stoppen. Kostic dribbelte einmal in der Messi-Robben-Art allen davon, um nur an der Hacke eines Verteidigers zu scheitern. Christian Gentner schoss freistehend vorbei. Es war schön anzusehen, aber die vielen vergebenen Chancen zehrten auch an den Nerven. Bis Daniel Ginczek kam.

Der eingewechselte Alexandru Maxim spielte den Pass vertikal nach vorne, Ginczek ließ Paderborns Torwart Kruse aussteigen und grätsche den Ball endlich ins leere Tor. 2:1 für Stuttgart. Um 16.58 Uhr war Freiburg zum ersten Mal auf einem direkten Abstiegsplatz. Zusammen mit den inzwischen hoffnungslos abgeschlagenen Paderbornern. Stuttgart war 22 Minuten vor dem Saisonende erstmals seit Wochen wieder gerettet.

Stuttgart hing zum Schluss zwar noch ein bisschen in den Seilen, doch eigentlich richteten sich nun alle Blicke nach Hannover. Kann Freiburg noch ausgleichen und den HSV in die Tränengrube schicken? Freiburg traf tatsächlich - ins falsche Tor. Nach einem Schuss wehrte Torwart Roman Bürki zunächst noch ab, die Kugel trudelte aber Richtung Torlinie. Bürki hechtete hinterher, erreichte den Ball noch, sein Verteidiger Pavel Krmas stand aber im Weg und von dessen Schienbein landete der Ball im Netz. 0:2. Alles verloren?

Noch nicht ganz. Petersen traf noch in der Nachspielzeit. Noch ein Tor. Die Zeit reichte nicht mehr. Hannover feiert, Stuttgart feiert, Hamburg muss nachsitzen, Paderborn weint, Freiburg weint.

Trainer Christian Streich ging nach dem Schlusspfiff alleine zu den mitgereisten Fans und bedankte sich für die Unterstützung. Danach musste er an ein Mikrofon, blieb zunächst ruhig. "Wir haben das Spiel verloren und andere haben gewonnen, deshalb müssen wir absteigen", sagte er. Natürlich werde er auch in der zweiten Liga Trainer des Sportclubs sein. Danach brach die Wut aus ihm heraus. Die Wut gegen die Mitkonkurrenten, die sich darüber beschwert hatten, dass der FC Bayern angeblich seine Mannschaft vor einer Woche habe gewinnen lassen.

Streich warf den Kritikern Unfairness, Boshaftigkeit und Unsportlichkeit vor. "Und die sind nun auch noch belohnt worden. Aber so ist das Leben."

© SZ.de/schma
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB