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Abstiegskampf der Bundesliga:Plötzlich trifft es Freiburg

Hannover 96 v SC Freiburg - Bundesliga

Nach sechs Jahren wieder in Liga zwei: Nicolas Höfler und der SC Freiburg.

(Foto: Ronny Hartmann/Getty Images)
  • Allein der Hamburger SV wechselt in 90 Minuten viermal den Tabellenplatz: Durch den Sieg gegen Schalke rettet sich der Verein wieder in die Relegation.
  • Der VfB stürmt zum Klassenerhalt.
  • Freiburgs Trainer Streich beschwert sich darüber, dass das Leben am Ende die Boshaften belohnt.
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Kurze Zeit drohte so etwas wie das Schalke-Syndrom. Um 17.16 Uhr jubelt der Hamburger SV über den 2:0-Sieg über ebendiesen FC Schalke 04. Rafael van der Vaart, die gelbgesperrte Säule des Vereins, tätschelt auf dem Rasen in Hemd und Anzug die verschwitzten Mitspieler. Die stellen sich auf vor den Fans. Da schießt der SC Freiburg in Hannover gerade ein Tor - Nils Petersen zum 1:2. Noch ein Treffer, und der HSV wäre direkt in der zweiten Liga.

Kurz danach, um 17.22 Uhr pfiff Schiedsrichter Stark in Hannover ab. Damit steigt der SC Freiburg und der SC Paderborn in die zweite Bundesliga ab. Der HSV muss in die Relegation. Schon wieder. Und dennoch bedeutet das eine Erleichterung, die Menschen in Hamburg sind zufrieden.

Je näher dieser letzte Spieltag rückte, desto verwirrender wurde die Situation. Sechs Klubs konnten noch absteigen, sechs Klubs sich im letzten Moment retten. Bei welchen Konstellationen steigt welcher Verein ab? Die einen brachten Schornsteinfeger als Glücksbringer ins Stadion (Paderborn), die anderen schliefen im Uwe-Seeler-Zimmer (Hamburger SV) oder gingen ins Kloster (Hannover). Oder schimpften auf den FC Bayern, weil der angeblich den SC Freiburg hat gewinnen lassen vor einer Woche.

Abstiegskampf brutal

Tanzen und Schluchzen

Die Badener waren damit als Tabellen-14. ins Saisonfinale gegangen. Mit der guten Ausgangslage war es schon nach zwei Minuten Spielzeit vorbei. Kiroshi Kiyotake brachte Hannover sogleich in Führung. Genau eine Minute später traf in Paderborn ebenfalls der Gastgeber, Marc Vucinovic schoss aus 16 Metern ein. Um 15.33 Uhr hießen die Absteiger VfB Stuttgart und Hamburger SV, Paderborn stand in der Relegation.

Stuttgart wirbelt wie ein Champions-League-Aspirant

Auch Hertha BSC hätte ja noch auf den Relegationsplatz fallen können. Die Berliner nahmen in Hoffenheim ebenfalls einen frühen Rückstand hin, verloren am Ende 1:2. Aufgrund der anderen Ergebnisse musste der Klub aber nie wirklich fürchten, noch abzufallen, es reichte am Ende zu Platz 15.

Weder der HSV noch der VfB machen den Eindruck, als würden sie sich freiwillig geschlagen geben. In Hamburg rumpelte der Sportverein zwar wie eh und je und bolzte den Ball wild durch die Gegend. Angetrieben von einer hingebungsvollen Kulisse werkelten die Spieler rustikal, die matten Schalker wirkten stets ein wenig eingeschüchtert. Für sie ging es ja um nichts mehr, wieso also noch die Knochen hinhalten?

Bundesliga "Es ist eine total groteske Saison"
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"Es ist eine total groteske Saison"

Freiburgs Trainer Christian Streich versteht nach dem Abstieg die Fußball-Welt nicht mehr. Markus Weinzierl jubelt über den direkten Einzug Augsburg in die Gruppenphase der Europa League. Und André Breitenreiter verzweifelt am Kapitalismus.

Und der VfB? Der schwang sich in Paderborn zunehmend zu einem Sturmlauf auf. Filip Kostic über links, Daniel Didavi in der Mitte und Daniel Ginczek im Angriff wirbelten, als würde hier ein Champions-League-Aspirant spielen. Es gab Großchancen für die Stuttgarter in Serie, Didavi gelang erst in der 36. Minute das hochverdiente 1:1. Danach zielte Martin Harnik am leeren Tor vorbei, Ginczek vollende einen Slalomlauf nicht. Paderborn war total überfordert mit diesen starken Gegnern, es ging immerhin mit einem Untentschieden in die Pause.