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Abstieg von Dynamo Dresden:Trauernde Spieler, wütende Anhänger

Dynamo Dresden v Arminia Bielefeld - 2. Bundesliga

Konnten den Dresdner Abstieg nicht verhinern: Mickael Poté (li.) und Anthony Losilla.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Böller, Pyrotechnik und ein geschmackloses Plakat: Nach dem Abstieg von Dynamo Dresden aus der 2. Fußball-Bundesliga bedrohen aufgebrachte Anhänger die eigenen Spieler und gegnerische Fans. Nach Spielende verhindert die Polizei Schlimmeres.

Nach dem Saisonfinale in der 2. Bundesliga in Dresden hat ein großes Polizeiaufgebot Auseinandersetzungen zwischen Fans aus Dresden und Bielefeld verhindert. Die Abreise der Bielefelder Fans sei problemlos verlaufen, ebenso die Abfahrt des Mannschaftsbusses von Arminia Bielefeld, teilte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend mit. Dresden hatte das Spiel 2:3 verloren und steigt deshalb in die 3. Liga ab.

Vor, während und nach dem Spiel hatten Anhänger von Dynamo Dresden mehrmals Pyrotechnik gezündet. Nach dem Bielefelder 2:0 flogen Böller aufs Spielfeld. Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben nach dem Spiel am Wiener Platz mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen. Rund 100 Dresdner Fans hätten es offenbar auf eine Auseinandersetzung mit Bielefeldern angelegt. Dazu sei es aber nicht gekommen. Insgesamt waren 1000 Beamte im Einsatz.

Während der Partie hatten Dresdner Anhänger auf der Tribüne zudem ein Transparent mit der Aufschrift entrollt, offenbar gerichtet an die eigenen Spieler: "Ihr habt eine Stunde, um die Stadt zu verlassen." Dresdens Sportdirektor Ralf Minge reagierte alarmiert: "Solche Drohungen der Fans muss man immer ernst nehmen."

Nach dem Schlusspfiff herrschte im Stadion Entsetzen. Die Spieler lagen auf dem Rasen und ließen den Tränen freien Lauf. Auf den Rängen detonierten erneut Böller. Bielefeld trifft nun in zwei Relegationsspielen am kommenden Freitag und dem darauffolgenden Montag auf den Dritten der 3. Liga, Darmstadt 98.

"Was soll ich dazu noch sagen? Das ist der bitterste Moment meiner Karriere", sagte Dresdens Robert Koch, ehe er in Tränen ausbrach und in der Kabine verschwand. Auch Trainer Olaf Janßen war betroffen: "Dass ich derjenige bin, der mit dieser Mannschaft abgestiegen ist, trifft mich sehr. Es ist meine größte sportliche Niederlage, die extrem wehtut."

© SZ.de/dpa/jkn
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