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Eintracht Frankfurt:Nach Bodycheck: Abraham bleibt Kapitän

David Abraham sieht Rot beim Spiel SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt

Schiedsrichter Felix Brych zeigt David Abraham nach einem Foul an Trainer Streich von Freiburg die rote Karte.

(Foto: dpa)

Frankfurt-Trainer Hütter spricht Abraham sein Vertrauen aus, dem droht eine lange Strafe. Jens Keller wird neuer Coach beim 1. FC Nürnberg.

Frankfurt, Abraham: David Abraham muss nach seinem Stoß gegen Freiburgs Trainer Christian Streich nicht das Spielführer-Amt bei Eintracht Frankfurt aufgeben. "David ist und bleibt unser Kapitän", sagte Trainer Adi Hütter in verschiedenen Medien. Nach Bild-Informationen muss der 33 Jahre alte Argentinier eine Geldstrafe in Höhe von 35 000 Euro an eine wohltätige Einrichtung spenden. "Er wird natürlich eine Sanktion vom Verein bekommen, die er sicherlich für einen guten Zweck zur Verfügung stellen wird", sagte Hütter in einem Interview des Senders Hit Radio FFH (Dienstag) und erklärte: "Ich bin keiner, der jemanden fallen lässt, wenn er mal einen Fehler begeht."

Abraham hatte bei der 0:1-Niederlage der Eintracht beim SC Freiburg am Sonntag in der Fußball-Bundesliga Streich an der Seitenlinie mit der Schulter zu Boden gecheckt. Der 54-Jährige blieb unverletzt und nahm später die Entschuldigung des Abwehrspielers an. "David Abraham darf so etwas nicht machen. Er war emotional und hat sich provoziert gefühlt, aber das darf ihm nicht passieren. Das weiß er auch", sagte Sportvorstand Fredi Bobic über den Ausraster seines Profis, der die rote Karte sah. "Wir haben mit ihm gesprochen und ihm mitgeteilt, dass wir solche Aktionen nicht akzeptieren und auch nicht mehr sehen wollen", sagte Hütter.

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Abraham droht nun eine Zwangspause von mindestens sechs Spielen, gesperrt ist er schon automatisch. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird wie üblich bei Platzverweisen einen Strafantrag an das Sportgericht stellen. Das Gremium kann eine Entscheidung im Einzelrichter-Urteil oder in einer mündlichen oder schriftlichen Verhandlung führen. Einen Termin für das Urteil gibt es noch nicht.

FC Bayern, Personal: Nachwuchsstürmer Fiete Arp (19) ist nach seinem Kahnbeinbruch wieder ins Mannschaftstraining des FC Bayern München eingestiegen. Dies teilte der deutsche Rekordmeister am Dienstag mit. Arp hatte sich Ende September bei einem Trainingsunfall einen Kahnbeinbruch am linken Handgelenk zugezogen und war seitdem ausgefallen. Trainer Hansi Flick versammelte wegen vieler Abstellungen für die Nationalteams nur einen Rumpfkader um Jérôme Boateng, Thomas Müller und Javi Martínez um sich.

1. FC Nürnberg, Trainer: Jens Keller soll den Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg aus der Krise führen. Der 49-Jährige wird beim Club Nachfolger des in der vergangenen Woche entlassenen Damir Canadi. Keller, der zuletzt den FC Ingolstadt und Union Berlin in der 2. Liga trainiert hatte, erhält bei den schwer angeschlagenen Franken einen Vertrag bis 2021. Co-Trainer wird Ex-Profi Thomas Stickroth. "Der Club ist ein sehr spannender Verein mit großer Tradition und einem immensen Fanpotenzial", sagte Keller. "Ich bin sicher, dass wir mit dieser fußballbegeisterten Region im Rücken unsere Ziele erreichen werden." Sportvorstand Robert Palikuca erklärte: "Jens Keller hat uns in den persönlichen Gesprächen überzeugt. Wir wollten einen Trainer, der die Liga kennt und sich mit unseren Zielen identifizieren kann. Wir sind sicher, dass er der richtige Mann für unseren Weg ist."

Beim jüngsten 1:5 der Nürnberger gegen Arminia Bielefeld hatte FCN-Ikone Marek Mintal (42) die Mannschaft interimsweise betreut. Mintal wird künftig wieder Trainer der U21. Als mögliche Kandidaten beim neunmaligen deutschen Meister waren auch die Ex-Kölner Markus Anfang und Achim Beierlorzer gehandelt worden. Der 1. FCN hatte sich nach dem Bundesliga-Abstieg den sofortigen Aufstieg als Ziel gesetzt. Nach 13 Spieltagen stehen die Nürnberger aber nur auf Rang 14, zwei Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt. In den letzten zehn Pflichtspielen gab es nur einen Sieg. Der Österreicher Canadi, der den Club erst im Sommer übernommen hatte, war nach einem teilweise desolaten Auftritt des Club beim 1:3 in Bochum am 5. November entlassen worden.

Tennis, ATP-Finals: Deutschlands Topspieler Alexander Zverev hat zum Auftakt seiner Mission Titelverteidigung in London ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Gegen Superstar Rafael Nadal setzte sich der 22-Jährige am Montagabend 6:2, 6:4 durch. Für Zverev war es im sechsten Duell mit dem 19-maligen Grand-Slam-Champion der erste Sieg. Damit hat Zverev vor seinen weiteren beiden Vorrundenspielen gegen Griechenlands Jungstar Stefanos Tsitsipas und den Russen Daniil Medwedew am Mittwoch und Freitag gute Chancen auf das Weiterkommen. Die beiden Erstplatzierten der Gruppe "Andre Agassi" erreichen das Halbfinale bei dem Elite-Turnier der acht Saisonbesten. Nadal, der beim Masters in Paris zuletzt mit einer Bauchmuskelverletzung vor dem Halbfinale zurückgezogen hatte, zeigte zu Beginn zumindest körperlich keine Anzeichen von Schwäche.

Den besseren Start erwischte dennoch Zverev, der stark servierte und sich nach einem Break zum 3:2 absetzte. Der erste Satz war letztlich eine klare Angelegenheit für den Deutschen. Auch in den zweiten Durchgang erwischte Zverev einen Traumstart und nahm Nadal direkt dessen Service ab. Vor allem bei eigenem Aufschlag agierte der Weltranglistensiebte weiter extrem souverän, ließ bis zum Ende keine einzigen Breakball zu und durfte nach 1:24 Stunden verdient jubeln. Im Vorjahr hatte Zverev als dritter Deutscher nach Boris Becker (3 Mal) und Michael Stich (1) bei dem Event am Jahresende triumphiert und den bislang größten Titel seiner Karriere gewonnen. In diesem Jahr hatte er nach einer durchwachsenen Saison lange um die Qualifikation zittern müssen, in den vergangenen Monaten jedoch aufsteigende Form gezeigt.

England, Sterling: Torjäger Raheem Sterling von Manchester City gehört nicht zum Aufgebot der englischen Fußball-Nationalmannschaft im 1000. Länderspiel des Teams im Londoner Wembley Stadion gegen Montenegro. "Wir haben die Entscheidung getroffen, Raheem für das Spiel gegen Montenegro am Donnerstag nicht in Betracht zu ziehen. Ich bin der Meinung, dass die von uns ergriffenen Maßnahmen das Richtige für die Mannschaft sind", sagte Cheftrainer Gareth Southgate der BBC. Laut einer Mitteilung des Englischen Fußballverbandes (FA) wurde Sterling, der in der bisherigen EM-Qualifikation acht Treffer erzielt hatte, "aufgrund einer Störung in einem privaten Teambereich" fallen gelassen. Medienberichten zufolge hatte es im Teamhotel am Sonntag einen Konflikt von Manchesters Stürmer mit Liverpools Joe Gomez gegeben, Details wurden nicht bekannt.

Ausgangspunkt war die 1:3-Niederlage von Manchester City bei dem von Jürgen Klopp trainierten Liga-Spitzenreiter. Sterling gab zu, dass ihn die Emotionen überwältigt hätten. Es sei ein "Fünf-bis-zehn-Sekunden-Ding" gewesen, teilte er am Dienstag über seinen Instagram-Account mit. Inzwischen soll er sich entschuldigt haben. "Wir beide haben uns ausgesprochen und sind uns über einiges klar geworden und schauen nach vorne", postete Sterling. Southgate sagte, er habe die Entscheidung zum Wohle des Kaders getroffen. England braucht noch einen Punkt, um sich für die Endrunde der Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren. "Eine der großen Herausforderungen und Stärken von uns ist es, dass wir die Clubrivalitäten von der Nationalmannschaft trennen können", sagte Southgate laut FA-Website. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit allen Spielern gefallen.

DFB, Länderspiele: Bundestrainer Joachim Löw muss für den Endspurt in der EM-Qualifikation die nächste Absage verkraften. Kai Havertz fällt für die Heimspiele gegen Weißrussland am Samstag in Mönchengladbach und gegen Nordirland drei Tage später (20.45 Uhr/beide Liveticker SZ.de) in Frankfurt/Main wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel aus. Das gab Bayer am Montag bekannt. Havertz hatte sich die Verletzung am Sonntag beim Spiel in Wolfsburg (2:0) zugezogen. Zuvor hatte bereits Marco Reus (Probleme im Sprunggelenk) abgesagt. Der Einsatz von Niklas Stark (Nasenbeinbruch) ist zudem fraglich. Wegen oder nach Verletzungen hatte Löw schon bei der Nominierung auf Abwehrchef Niklas Süle, Leroy Sane, Rio-Weltmeister Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Thilo Kehrer, Marcel Halstenberg und Torhüter Kevin Trapp verzichten müssen. Bei einem Sieg gegen Weißrussland und gleichzeitiger Schützenhilfe der Niederlande im Parallelspiel in Nordirland hätte die DFB-Auswahl das EM-Ticket gelöst.

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