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7. Spieltag in der Bundesliga:Schalke dreht Spiel eins nach Rangnick

Nur zwei Tage nach dem Rücktritt Ralf Rangnicks gewinnt Schalke ein aufregendes Spiel gegen Freiburg 4:2. Doch der glückliche Sieg lässt kaum Rückschlüsse zu, ob die Mannschaft Rangnicks plötzliche Demission schon verkraftet hat. Dortmund gewinnt das Duell der Unzufriedenen gegen Mainz, Borussia Mönchengladbach siegt erneut höchst minimalistisch. Die Spiele im Überblick.

Nur zwei Minuten dauerte es, da schienen sich die Befürchtungen zu bestätigen. Die Befürchtungen derer, die glaubten, eine Bundesliga-Mannschaft könne die plötzliche Demission eines Trainers nicht einfach so wegstecken.

FC Schalke 04 v SC Freiburg  - Bundesliga

Guter Einstand als Chefcoach: Seppo Eichkorn (links) mit Kyriakos Papadopoulos.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Schalkes Torhüter Ralf Fährmann versuchte, einen ungenauen Rückpass zu klären. Es blieb beim Versuch: Der Ball landete nur 20 Meter vor dem Tor bei Anton Putsila, der per Kopf Papiss Demba Cissé in Position brachte. Der Senegalese hatte keine Mühe, sein sechstes Saisontor zu erzielen. Es wurde ein schwieriger Nachmittag für die Schalker, an dessen Ende ein glücklicher 4:2 Sieg stand. Schalke gewinnt Spiel eins nach Ralf Rangnick. Doch wie die Mannschaft seinen Rücktritt verkraftet, darüber lässt dieses Match kaum Rückschlüsse zu. Zu schwach agierten die Schalker.

"Einige Spieler waren sehr betroffen", sagte Seppo Eichkorn vor Anpfiff, der als Interimstrainer die Mannschaft nach dem 0:2 gegen Bayern München in der vergangenen Woche unverändert aufs Feld schickte. Eichkorn war sich sicher: "Wenn man auf dem Platz steht, lässt sich so etwas am besten verarbeiten."

Auf dem Platz sah es allerdings nicht so aus, als würde Eichkorn Recht behalten. Die Angriffsbemühungen der Schalker wirkten vor allem zu Beginn des Spiels fahrig, unkonzentriert, viele Pässe landeten im Nirgendwo. Und die Hintermannschaft hatte die gefährlich konternden Freiburger nicht im Griff. Doch der letzte Pass auf Cissé, der kam meist zu spät, so dass der Senegalese immer wieder im Abseits stand.

Nach 30 Minuten hätte Freiburg bereits 2:0 oder 3:0 führen können. Nach 32 Minuten stand es 1:1. Gerade hatte Rául noch einen Meter vor dem Tor kläglich versagt, da düpierte der Spanier mit einem feinen Heber Oliver Baumann im Freiburger Tor, Farfán köpfte ein. Die Freiburger beschwerten anschließend sich bitterlich beim Schiedsrichter, der Ball habe vor dem Freistoßpass auf Rául nicht geruht. Das Fernsehen hat nachgemessen: Der Ball ruhte. Ein paar Hundertstelsekunden.

Auch Ralf Rangnick wird das gefreut haben. Schalke-Manager Horst Held hatte vor dem Spiel verraten, dass sich Rangnick, der wegen eines Erschöpfungssyndrom zurückgetreten war, das Spiel seiner ehemaligen Mannschaft privat ansehen werde. "Ich weiß, dass er das auch machen wird. Er drückt uns beide Daumen", sagte Heldt.

"Wir haben heute für Rangnick gespielt", erklärte Benedikt Höwedes nach dem Spiel und ergänzte: "Es war ein Kampf- und Krampfspiel, aber der Dreier ist unglaublich wichtig für uns."

In der zweiten Hälfte erarbeitete Freiburg sich eine gute Chance nach der anderen, sogar der letzte Pass kam jetzt an. Doch erst vergab Cédric Makiadi, dann tanzte Putsila erst Christian Fuchs und Joel Matip aus, schob den Ball aber anschließend am Tor vorbei. Und nur wenige Sekunden später stand Cissé alleine vor dem Tor. Cissé, der Torjäger. Cissé scheiterte an Fährmann, der seinen Fehler aus der zweiten Minute schon lange gut gemacht hatte.

Plötzlich kontert Schalke

Nach 60 Minuten hätte Freiburg 3:1 führen müssen. Nach 66 Minuten lehnte sich Seppo Eichkorn erstmals an diesem Nachmittag entspannt zurück. Das stand es 3:1 für Schalke. Klaas-Jan Huntelaar war nach einem schönen Spielzug über Farfán und Uchida die Führung gelungen (61.).

Plötzlich konterte Schalke. Nur fünf Minuten nach der Führung kann Oliver Baumann einen Schuss des starken Farfán nur nach vorne abwehren, Lewis Holtby nutzt den Abpraller zum dritten Schalker Tor. Das Spiel war entschieden, Freiburg, die Mannschaft mit den besseren Chancen, geschlagen.

Es blieb nur noch, die Gegentreffer der Freiburger zu zählen: 21 waren es nach Holtbys Tor schon in dieser Saison, den 22. erzielte Rául nach großartiger, nach artistischer Vorarbeit seines spanischen Landsmannes Jurado, den Rangnick noch aussortiert hatte. Das Tor zum 4:2 durch Erik Jendrisek (83.) kam zu spät, um Freiburg noch einmal Hoffnung zu geben.

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