6. Spieltag in der Champions League:Zagrebs Debakel unter Verdacht

Lesezeit: 3 min

Nach der blamablen zweiten Halbzeit beim 1:7 gegen Lyon wird nicht nur Zagrebs Trainer entlassen: Die französische Wettkontrollbehörde bestätigt, dass die Partie wegen angeblicher Manipulation überprüft wird. Real Madrid freut sich über einen glücklichen Sieg - den deutschen Teams drohen schwere Achtelfinal-Gegner.

Die Spiele im Überblick

Die französische Wettkontrollbehörde sieht anscheinend Anzeichen für eine Manipulation des Champions-League-Spiels zwischen Dinamo Zagreb und Olympique Lyon (1:7) am Mittwoch und hat daher Untersuchungen eingeleitet. Wetten auf dieses Spiel würden derzeit "überprüft", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Auch die Europäische Fußball-Union (Uefa) schloss Ermittlungen nicht aus. "Wir werten jedes Spiel genau aus, das gilt auch für das Spiel in Zagreb", sagte eine UEFA-Sprecherin.

Referee Mark Clattenburg shows the yellow card to Jerko Leko of Dinamo Zagreb during their Champions League Group D soccer match against Lyon at Maksimir stadium in Zagreb

Gelb für Jerko Leko. Möglicherweise wird Dynamo Zagreb noch heftiger bestraft.

(Foto: REUTERS)

Der kroatische Serienmeister Zagreb hatte am Mittwochabend bis zur 45. Minute 1:0 geführt, dann wurde er von Lyon überrollt. Stürmer Bafetimbi Gomis gelang der schnellste Dreierpack der Champions-League-Historie, insgesamt traf der französische Nationalspieler viermal. Die zweite Halbzeit endete aus Lyoner Sicht 6:0 - und das in Zagrebs Maksimir-Stadion.

Olympique schaffte es mit dem 7:1-Sieg doch noch ins Achtelfinale; vor dem letzten Gruppenspiel hatte Marseille drei Punkte und sieben Tore hinter Ajax Amsterdam gelegen. Weil Ajax gegen Real Madrids B-Team 0:3 (0:2) verlor, fingen die Franzosen die Niederländer dank des besseren Torverhältnisses noch ab.

Real kam gegen die Holländer durch Tore von José Callejon (14. und 90.+2) und Gonzalo Higuain (41.) zu einem Erfolg, wobei zwei Ajax-Treffer wegen angeblicher Abseitsposition zu Unrecht nicht zählten. Real-Coach José Mourinho hatte in Amsterdam eine B-Elf aufgeboten, um zahlreiche etablierte Kräfte für den "Clásico" am Samstag gegen den FC Barcelona zu schonen.

Cristiano Ronaldo blieb ebenso zu Hause in Madrid wie der deutsche Nationalspieler Sami Khedira und die spanischen Weltmeister Iker Casillas und Sergio Ramos. Mittelfeldmann Mesut Özil saß zunächst wie Angel di Maria und Xabi Alonso nur auf der Bank, dafür stand der frühere Dortmunder Nuri Sahin in der Startformation der Madrilenen.

Zagreb entlässt seinen Trainer

Bei Dinamo führte eine der höchsten Pleiten in der Geschichte der Königsklasse außerdem zur Entlassung von Trainer Krunoslav Jurcic. Noch in der Nacht musste der Ex-Nationalspieler und WM-Dritte von 1998 gehen, obwohl er in der kroatischen Liga mit Dinamo auf dem Weg zum siebten Meistertitel in Serie ist.

"Der Vereinsvorstand hat sich direkt nach dem Abpfiff zusammengesetzt und beschlossen, dass wir uns trennen. Das war ein beschämendes Ende unserer Ambitionen in Europa", sagte Dinamo-Geschäftsführer Zdravko Mamic: "Wir hatten langfristige Pläne mit Jurcic, aber diese Niederlage ist schwer zu verdauen."

Die beiden letzten Plätze im Achtelfinale gingen an ZSKA Moskau in der Gruppe B durch einen 2:1 (0:0)-Erfolg bei Inter Mailand und den SSC Neapel in der Bayern-Gruppe A, der 2:0 (0:0) beim FC Villarreal gewann. Für ManU, Manchester City, Amsterdam und Trabzonspor geht es im kommenden Jahr in der Europa League weiter.

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